Fußball-Ticker

Verzicht auf Champions League? Neuer Wirbel um Werner

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Dienstag, den 16. Juni 2020:

Verzicht auf Champions League? Neuer Wirbel um Werner

Bundesligist RB Leipzig geht von einem Einsatz von Timo Werner in der für August geplanten K.-o.-Phase der Champions League aus. „Er ist aktuell ganz normal in meinen Planungen drin, dass er in der Champions League spielt. Er ist unser Spieler und hat noch nirgends anders unterschrieben“, sagte Trainer Julian Nagelsmann am Dienstag in Leipzig.

Zuvor hatte die „Bild“ berichtet, dass Werner wohl freiwillig auf die weitere Teilnahme an der Königsklasse mit RB Leipzig verzichten werde. Hintergrund ist der vor dem Abschluss stehende Wechsel des Nationalspielers zum FC Chelsea. Der Club aus der englischen Premier League kann Werner trotz seines bis 2023 laufenden Vertrages für eine fixe Ablöse von 53 Millionen Euro verpflichten.

Sollte Werners Transfer wie erwartet in den kommenden Tagen perfekt gemacht werden, wird sich Nagelsmann mit dem Thema Champions League beschäftigen. „Dann werden sich beide Parteien zusammensetzen und schauen, wie es weitergeht. Momentan gibt es keine Regularien“, sagte Nagelsmann.

Klasnic-Prozess: Verhandlungen ausgesetzt

Der seit zwölf Jahren andauernde juristische Streit zwischen Ex-Fußballprofi Ivan Klasnic und zwei ehemaligen Mannschaftsärzten des Bundesligisten Werder Bremen steht möglicherweise vor dem Ende. Vor dem Hintergrund von laufenden Vergleichsverhandlungen hat das Hanseatische Oberlandesgericht in Bremen eine für den 25. Juni terminierte Fortsetzung der mündlichen Verhandlung ausgesetzt.

Beim mittlerweile 40 Jahre alten früheren Stürmer war 2007 eine schwere Nierenerkrankung festgestellt worden, der gebürtige Hamburger musste sich bis 2018 insgesamt drei Transplantationen unterziehen. Klasnic warf den beiden Medizinern vor, seine Krankheit zu spät erkannt zu haben, und verklagte sie deshalb auf Schmerzensgeld.

St. Pauli bangt um Torjäger Diamantakos

Vor dem Zweitliga-Nordduell am Mittwoch (18.30 Uhr/Sky) bei Hannover 96 bangt man beim FC St. Pauli um den Einsatz von Stürmer Dimitrios Diamantakos. Der Toptorjäger der Hamburger laboriert an muskulären Problemen.

Obwohl der Grieche zuletzt zweimal vom Elfmeterpunkt scheiterte, will Trainer Jos Luhukay keinen neuen Strafstoßschützen benennen: „Das habe ich noch nie gemacht. Ich erwarte, dass die Spieler selbst die Verantwortung dafür in die Hand nehmen.“

Seine im leeren Millerntorstadion deutlich zu hörende Kritik an Angriffsspieler Henk Veerman, die der Niederländer in der Halbzeitpause des Heimspiels gegen Erzgebirge Aue (2:1) an seinem Landsmann auf dem Weg in die Kabine geäußert hatte, bereut Luhukay nicht: „Ich bin immer offen und ehrlich und verbiege mich nicht.“ Der Coach hatte Veerman mangelndes Engagement vorgeworfen.

Fußball in Ägypten startet wieder

Am Sonnabend wollen auch die ägyptischen Erstligisten ihr Training wiederaufnehmen. Die Liga ist wegen der Coronavirus-Pandemie noch ausgesetzt und soll am 25. Juli fortgeführt werden. „Wir haben gesehen, dass mehrere Länder wie Deutschland, England, Spanien und Italien ihre Wettbewerbe wiederaufgenommen haben“, sagte Jugend- und Sportminister Ashraf Sobhi.

Ägypten könne das mit den notwendigen Vorsichtsmaßnahmen auch. Verantwortlich dafür seinen die Clubs und der nationale Verband, der ein medizinisches Konzept entworfen hat und an die Vereine weiterreichen will.

Italienischer Zweitligist Venedig in Quarantäne

Der italienische Zweitligist FC Venedig hat seine komplette Mannschaft in Quarantäne geschickt. Wie der Verein in einer Pressemitteilung bekannt gab, war ein Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Venedig hätte am Sonnabend das erste Spiel nach der Corona-Zwangspause bei Pordenone Calcio bestreiten sollen. Die Serie B startet am Mittwoch mit der Partie Ascoli Calcio gegen US Cremonese, die am 22. Februar aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt worden war. Im italienischen Profifußball rollt der Ball seit vergangenen Freitag wieder.

Brandt kritisiert Fußball-"Blase"

Nationalspieler Julian Brandt hat die horrenden Zahlungen im Fußball kritisiert, glaubt aber nicht an eine Veränderung aufgrund der Coronakrise. „Im Fußball ist viel, viel Geld im Umlauf, und ich weiß, dass das alles nicht mit normalen Maßstäben zu messen ist und wir teilweise eine eigene Blase bilden. Auch wenn Fußball der größte Sport der Welt ist, stehen die Gehälter in keinem Verhältnis zu denen von Normalverdienern“, sagte der Offensivspieler von Borussia Dortmund im Interview mit dem Fußballmagazin "11Freunde".

Als Gründe führte Brandt die Sponsoren an, die „unfassbar hohe Summen in den Fußball pumpen“. Wichtig sei es, „dass der Sport kein Luxusgut wird, sondern bezahlbar bleibt. Im Stadion und vor dem Fernseher“.

Große Hoffnungen, dass die Ablösesummen sinken werden, hat Brandt nicht: „Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ein Mbappe nächstes Jahr nur für 80 Millionen Euro wechselt. Irgendein Verein wird die astronomischen Summen zahlen.“

Kiels Trainer fällt aus – Fabian Boll übernimmt

Holstein Kiels Trainer Ole Werner wird den Zweitligisten die letzten drei Saisonspiele nicht mehr betreuen. Wie der Verein mitteilte, erfordern "private Gründe" die "volle Aufmerksamkeit und Kraft" des 32-Jährigen. Zugleich bat der Club darum, Werners Privatsphäre zu respektieren.

In den restlichen Spielen sind die Co-Trainer Fabian Boll (ehemals FC St. Pauli) und Patrick Kohlmann für das Training und die Vorbereitung verantwortlich. "Wir sind uns der Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern, aber auch unserer sportlichen Lage bewusst", sagte Sportchef Uwe Stöver.

Das gesamte Trainer- und Funktionsteam sowie die Mannschaft werde mit "meiner vollsten Unterstützung und dem Vertrauen des gesamten Vereins diese Situation annehmen und mit voller Konzentration und Motivation und im Sinne unseres Trainers in die bevorstehenden Aufgaben gehen".

Werner ist derzeit der jüngste Trainer in der 1. und 2. Bundesliga. Er hatte im vergangenen September den Posten von André Schubert übernommen, von dem sich der Verein zuvor getrennt hatte.

Friedliche Aufstiegsfeier in Bielefeld

Nach dem fast sicheren Aufstieg von Arminia Bielefeld in die Erste Bundesliga sind größere Feiern ausgeblieben. Zudem ist alles friedlich geblieben. "Da hat vielleicht der ein oder andere vereinzelt auf der Straße gejubelt, aber es gab nichts, wo wir einschreiten mussten", sagte ein Sprecher der Polizei auf Anfrage.

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Nach dem 4:0 der Bielefelder im Nachholspiel am Montagabend gegen Dynamo Dresden bestehen nur noch theoretische Restzweifel an der Rückkehr der Arminia ins Oberhaus. Rund 200 Fans warteten vor dem Stadion, in das wie bei allen Spielen derzeit keine Zuschauer durften, auf ihre Helden. Sie sangen, brannten Bengalos ab und bejubelten die Spieler, als sie durch die Menge fuhren.

Bielefeld-Fans feiern den Bundesligaaufstieg

Hannover 96: Quarantäne-Quartett zurück

Die fünf Profis von Hannover 96, die am vorletzten Sonntag gegen die Corona-Regeln verstoßen hatten, trainieren wieder mit der Mannschaft. "Sie sind wieder normal im Training dabei", sagte Trainer Kenan Kocak am Dienstagmorgen.

Das Quintett hatte am 7. Juni die Partie ihrer Mannschaft gegen den 1. FC Heidenheim (2:1) im Fernsehen verfolgt und waren anschließend gemeinsam in einem Auto ohne Mundschutz nach Hause gefahren. Die Polizei stoppte das Fahrzeug und verhängte gegen jeden Spieler eine Geldbuße von 250 Euro. Der Verein hatte die Spieler daraufhin in der vergangenen Woche aus dem Teamtraining genommen. Im Kader beim Auswärtsspiel am Sonntag bei Darmstadt 98 (2:3) standen die Profis ebenfalls nicht.

Gegen den FC St. Pauli an diesem Mittwoch (18.30 Uhr) kann Kocak wieder auf den zuletzt angeschlagenen Philipp Ochs zurückgreifen. Ob Mittelfeldspieler Genki Haraguchi dabei sein kann, ist noch offen. "Es wird ein Zeitrennen bis zum Spiel, ob wir ihn hinkriegen oder nicht", sagte Kocak.

Der 39-Jährige forderte von seiner Mannschaft, die vielen unnötigen Fehler vor Gegentoren – unter anderem nach Standardsituationen – in Zukunft zu vermeiden. "Wir sind mit Abstand Tabellenführer, was das Verteilen von Geschenken angeht. Das sollten wir schleunigst abstellen", sagte er.

Verl spielt bei Aufstieg in Paderborn

Sollte Regionalligist SC Verl den Aufstieg in die 3. Liga schaffen, wird er seine Heimspiele im Stadion des SC Paderborn austragen. Das gaben beide Vereine am Dienstag bekannt. Der DFB hatte die Benennung eines Ausweichstadions gefordert, weil die Verler Sportclub Arena nicht über ausreichende Zuschauer-Kapazitäten verfügt.

"Die Gespräche mit dem SC Paderborn 07, insbesondere mit Geschäftsführer Martin Hornberger, waren hervorragend. Von Anfang an war klar, dass der SCP07 dem Sportclub Verl helfen und den Nachbarn aus Ostwestfalen unterstützen möchte. Mit der Benteler-Arena als Spielstätte erfüllen wir die Anforderungen an Kapazität, Sicherheit und Nutzbarkeit", sagte Präsident Raimund Bertels.

Verl spielt am 25. und 30. Juni gegen Lok Leipzig um den Aufstieg in die 3. Liga.

Leverkusen kämpft weiter um Havertz

Über die Zukunft des umworbenen Nationalspielers Kai Havertz ist noch keine Entscheidung gefallen. Dies erklärte Bayer Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro im Kölner Stadt-Anzeiger. "Bei Kai Havertz sehe ich, dass viele Vereine Interesse an ihm haben", sagte Carro.

"Kai ist seit zehn Jahren bei uns. Ich sehe den Wunsch des Spielers, irgendwann in naher Zukunft einen nächsten Schritt zu machen." Den müsse man genauso respektieren wie die Tatsache, dass er einen Vertrag bis 2022 in Leverkusen habe.

"Man muss versuchen, eine Lösung zu finden, bei der das Ziel des Spielers mit unserem in Einklang gebracht werden kann. Zurzeit kann niemand sicher sagen, was passieren wird", unterstrich Carro.

Sportchef Rudi Völler hatte zuvor erklärt, der Verein befinde sich im Transfergerangel um den 21 Jahre alten Havertz "in einer guten Position. Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass er bei uns bleibt."

Zuletzt war über Interesse von Real Madrid und Chelsea berichtet worden. Beide Clubs sollen rund 80 Millionen Euro geboten haben. Laut Medienberichten soll Bayer aber nicht bereit sein, den Jung-Nationalspieler unter 100 Millionen Euro abzugeben. Auch der FC Bayern gilt als Interessent.

Domenico Tedesco beklagt "Professor"-Image

Der ehemalige Schalke-Trainer Domenico Tedesco hat ein Problem mit seinem Image beim Ex-Club. "Auf Schalke wollte man mich in die Professoren-Schublade stecken, darin sehe ich mich überhaupt nicht“, sagte der 34-Jährige im Interview mit Spox und Goal: "Ich weiß schon, wie ich wen ansprechen kann."

Der aktuelle Coach von Spartak Moskau ärgert sich, dass er als "professorenhaft" dargestellt wurde, "wenn ich dann auf einer Pressekonferenz mal das Wort determiniert oder so benutzt habe". In der Kabine habe er anders gesprochen, "ich habe auch 'Leck mich am Arsch' gesagt, das können Sie mir glauben."

Funkel: Düsseldorf braucht noch vier Punkte

Nach Einschätzung von Friedhelm Funkel benötigt Fortuna Düsseldorf noch vier Punkte, um den drohenden Abstieg über die Relegation noch abzuwenden. "Natürlich hat Fortuna noch eine Chance, die Klasse zu halten. Fortuna braucht noch vier Punkte, um 16. zu werden, aber diese vier Punkte müssen sie holen, sonst steigen sie ab", sagte der ehemalige Düsseldorfer Trainer der Rheinischen Post.

Der 66-Jährige lobte die Arbeit seines Nachfolgers Uwe Rösler, der ihn Ende Januar abgelöst hatte: "Die Jungs haben das gut gemacht, der Trainer hat das gut gemacht." Allerdings habe die Effektivität gefehlt. "Fußball ist nun mal ein Ergebnissport. Man muss eben nicht nur gut spielen, sondern auch punkten. Das haben sie zu selten und müssen deshalb noch zittern", kommentierte Funkel.

Die Düsseldorfer rangieren derzeit auf dem drittletzten Tabellenplatz und spielen noch in Leipzig, gegen Augsburg und bei Union Berlin.

AS Rom soll weiter verkauft werden

AS Roms Besitzer James Pallotta will sich trotz der gescheiterten Verhandlungen mit dem US-Unternehmer Dan Friedkin vom italienischen Erstligisten trennen.

"Ich werde älter und denke an die Zukunft. Ich möchte den Club sicheren Händen überlassen. Ich suche jemanden, der eine gute Führung für AS Rom sein kann, damit der Club wettbewerbsfähig sein kann", sagte der 62 Jahre alte US-Unternehmer.

Pallotta, der 2011 beim Ex-Meister eingestiegen war, ist seit 2014 einziger Eigentümer des Hauptstadtclubs. Friedkin hatte Pallotta 575 Millionen Euro für den Erwerb des Vereins angeboten. Der Eigentümer, der sich mindestens 790 Millionen Euro vom Deal erhofft hatte, lehnte das Angebot ab.