Corona-Folgen für den Sport

Werder-Profis preschen bei Gehaltsverzicht vor

Die Werder-Profis Kevin Vogt (v.l.), Davy Klaassen und Niklas Moisander.

Die Werder-Profis Kevin Vogt (v.l.), Davy Klaassen und Niklas Moisander.

Foto: Imago/Sven Simon

Erste Towers-Profis verlassen Hamburg. Uefa trifft Maßnahme. Schwimm-Olympiasieger an Covid-19 erkrankt, Lineker in Quarantäne.

Hamburg. Der Strom an Hiobsbotschaften für den Sport reißt nicht ab: Die Coronavirus-Pandemie hat nicht nur viele Athleten erfasst und den Terminkalender über den Haufen geworfen, sondern auch Vereine und Organisationen in aller Welt in eine Existenzkrise gestürzt. Dass die Olympischen Spiele in Tokio in diesem Sommer stattfinden können, glaubt kaum noch jemand. Nur ein europäisches Land tut weiter so, als sei es von der Krise nicht betroffen.

Die wichtigsten Entwicklungen am Montag:

Gehaltsverzicht bei Werder, Schalke, BVB und Bayer?

In der Fußball-Bundesliga deutet sich bei Spielern und Funktionären große Bereitschaft zu einem partiellen Gehaltsverzicht an. Medienberichten zufolge haben die Profis von Schalke 04 und Werder Bremen dies ihrem Verein bereits selbst angeboten, auch bei Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund laufen demnach Gespräche.

"Es gab in den letzten Tagen einen Impuls aus der Mannschaft. Der Mannschaftsrat ist dann auf uns zugekommen", berichtete der Bremer Geschäftsführer Frank Baumann der Bild-Zeitung. "Wir haben Spieler, die sich mit Werder, den Mitarbeitern und den Fans absolut identifizieren – gerade in schwierigen Zeiten. Deswegen kann jeder davon ausgehen, dass Spieler, Trainerteam und Geschäftsführung mit gutem Beispiel vorangehen und den Verein und vor allem die Mitarbeiter unterstützen."

Sport1 berichtet, der Schalker Mannschaftsrat habe Kürzungen von bis zu 30 Prozent vorgeschlagen. Beim BVB wurde den Profis laut Bild ein Stufenmodell zur vorübergehenden Reduzierung der Zahlungen präsentiert, die Profis hätten sich solidarisch gezeigt. Finden keine Spiele statt, soll auf 20 Prozent verzichtet werden, im Falle von Geisterspielen auf 10 Prozent der Monatsgehälter. Zudem habe nach der Geschäftsführung auch Trainer Lucien Favre von sich aus einen Gehaltsverzicht angekündigt. Der Verein lehnte auf Anfrage einen Kommentar ab.

Bei Bayer Leverkusen hat Geschäftsführer Rudi Völler das Gespräch mit Mannschaftskapitän Lars Bender gesucht. "Wir machen uns Gedanken und die Spieler auch, das Signal hat Lars mir gegeben. Alle sind gefordert, um dem eigenen Verein zu helfen“, sagte Völler. Jeder müsse seinen Beitrag leisten: "Das gilt natürlich auch für die Verantwortlichen im Club wie Fernando Carro, Simon Rolfes (Geschäftsführer bzw. Sportdirektor, d. Red.) und mich."

20. bis 24. Mai: Flottbek-Derby trotz Corona?

Die Macher des deutschen Spring- und Dressur-Derbys wollen die diesjährige Auflage des traditionsreichen Reitturniers in Hamburg trotz der Corona-Pandemie noch retten. "Natürlich setzen wir alles daran, das Derby stattfinden zu lassen", schrieb Chef-Organisator Volker Wulff am Montag.

Zum jetzigen Zeitpunkt könne er aber noch nicht sagen, in welcher Form dies geschehen werde. "Momentan laufen alle Vorbereitungen für den 100. Geburtstag wie geplant, jedoch befinde ich mich in stetigem Kontakt mit den zuständigen Behörden."

In diesem Jahr feiert das für den 20. bis 24. Mai geplante deutsche Spring-Derby auf der legendären Anlage in Klein Flottbek sein Jahrhundert-Jubiläum. Im Rahmen des Turniers findet auch ein Springen der Millionenserie Global Champions Tour statt. "Wir arbeiten bereits mit Hochdruck an weiteren Möglichkeiten, ziehen verschiedene Optionen in Betracht und optimieren Ausweichpläne", schrieb Wulff.

Am Montag hatten die Organisatoren der deutschen Meisterschaften in Balve die Titelkämpfe von Anfang Mai auf September verschoben. Der Weltreiter-Verband FEI hatte vor kurzem empfohlen, angesichts der Verbreitung des Coronavirus vorerst alle Reitturniere auszusetzen.

Bereits abgesagt wurde das Weltcup-Finale im Springen und der Dressur Mitte April in Las Vegas. Auch der Auftakt der Freiluft-Saison mit dem Vier-Sterne-Turnier in Hagen am Teutoburger Wald wird am Ende des kommenden Monats ausfallen.

Uefa verschiebt Champions-League-Endspiel

Die Uefa hat die ursprünglich Ende Mai geplanten Endspiele in der Champions League und Europa League nun auch offiziell auf unbestimmte Zeit verschoben. Das Finale in der Königsklasse sollte ursprünglich am 30. Mai in Istanbul steigen, das Endspiel in der Europa League am 27. Mai in Danzig.

Schwimm-Olympiasieger an Covid-19 erkrankt

Der frühere Weltklasse-Schwimmer Cameron van der Burgh ist am neuartigen Coronavirus erkrankt. „Obwohl die heftigsten Symptome (extremes Fieber) nachgelassen haben, kämpfe ich immer noch mit starker Müdigkeit und etwas Husten, den ich nicht loswerde“, schrieb der 31 Jahre Olympiasieger über 100 Meter Brust von 2012 bei Twitter. Er leide seit zwei Wochen unter dem Virus, "mit Abstand dem schlimmsten, den ich je durchgemacht habe".

Van der Burgh hatte seine Karriere 2018 beendet. Der Südafrikaner hält immer noch die Weltrekorde über 50 und 100 Meter Brust auf der Kurzbahn. Seine Beiträge beendete van der Burgh mit dem Satz: „Die Gesundheit kommt zuerst – Covid-19 ist kein Witz!“

Coronavirus: Erste Towers-Profis verlassen Hamburg

Die ersten beiden Profis der Hamburg Towers sind in der durch die Corona-Pandemie bedingten Saisonunterbrechung der Basketball-Bundesliga in ihre Heimat geflogen. Der Amerikaner Beau Beech und der Kanadier Tevonn Walker verließen im Einvernehmen mit der Club die Hansestadt. Sollte die Saison fortgesetzt werden, würden die beiden Spieler zurückkehren, teilten die Towers am Montag mit.

Beech und Walker hatten maßgeblichen Anteil am erstmaligen Aufstieg der Hamburger in die Bundesliga. "Uns sind die extremen Umstände bewusst, aber ich möchte ausdrücklich betonen, nach wie vor zu 110 Prozent ein Teil der Hamburg Towers zu sein. Ich komme auf jeden Fall wieder, sobald es weitergeht. Bis dahin werde ich zu Hause fleißig trainieren", versprach Kapitän Beech, der inzwwischen bei seinen Eltern in Florida eingetroffen ist. Walker ist mit seiner Partnerin Shabeka, Tochter Neveyah und Hündin Keah nach Montreal (Kanada) gereist.

Die Liga hat den Spielbetrieb bis auf Weiteres ausgesetzt. Voraussichtlich am kommenden Mittwoch wollen Liga und Clubs beraten, wie es weitergeht. Eine Saisonfortsetzung ist jedoch unwahrscheinlich. Auch andere Bundesliga-Clubs haben Spieler in ihre Heimat ziehen lassen oder Verträge aufgelöst.

FIFA-Chef Infantino will Corona-Krise für Reformen nutzen

FIFA-Präsident Gianni Infantino sieht die Corona-Krise als Chance, den Fußball der Zukunft zu verändern. Dabei denkt der Schweizer über eine Verkleinerung des Kalenders nach. "Vielleicht können wird den Fußball reformieren, indem wir einen Schritt zurück machen", sagte Infantino anlässlich seines 50. Geburtstags in einem Interview der italienischen Tageszeitung "Gazzetta dello Sport" und schlug vor: "Weniger Turniere, dafür interessantere. Vielleicht weniger Teams, dafür größere Ausgeglichenheit. Weniger Spiele, um die Gesundheit der Spieler zu schützen, dafür umkämpftere Partien."

Zuletzt hatte der Chef des Fußball-Weltverbandes Pläne für eine neue, größere Club-WM vorangetrieben, an der nun 24 Mannschaften teilnehmen sollen. Weil jüngst aber die kontinentalen Meisterschaften in Europa und Südamerika jeweils um ein Jahr auf 2021 verschoben worden waren, kann das Vereinsturnier der FIFA nun nicht an dem geplanten Termin stattfinden. Infantino hofft auf eine baldige Neuansetzung seines Herzensprojekts und hat auch einen anderen Spieltermin in nächsten Jahr nicht aufgegeben.

Coronavirus: Auch Münster geht in Kurzarbeit

Traditionsclub Preußen Münster geht aufgrund der Coronakrise als nächster Fußball-Drittligist in Kurzarbeit. Der gesamte Profibereich und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle hätten der grundsätzlichen Einführung von Kurzarbeit geschlossenen zugestimmt, teilte der Klub am Montag mit. Die entsprechende Anzeige bei der zuständigen Behörde erfolgte am Sonntag.

„In dieser absoluten Ausnahmesituation ist das ein bemerkenswerter Schulterschluss aller Beteiligten, die damit für den Zeitraum des Stillstandes auf einen erheblichen Teil ihres vereinbarten Arbeitsentgeltes verzichten müssen“, sagte Geschäftsführer Sport Malte Metzelder. Er betonte, dass „das Präsidium, der Aufsichtsrat und die Geschäftsleitung alles in ihrer Macht stehende tun, um die Situation sukzessive zu verbessern“.

Spaniens Liga verlängert Corona-Pause auf unbestimmte Zeit

Der Spielbetrieb in Spaniens Fußball-Eliteklasse Primera División ist aufgrund der Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Dies teilte "La Liga" am Montag mit. Der Beschluss gelte, bis die Behörden der spanischen Regierung und die Generalverwaltung des Staates der Ansicht sind, dass die Wettbewerbe ohne gesundheitliche Risiken wieder aufgenommen werden können, hieß es in einer Stellungnahme.

Der Spanische Fußballverband und die Liga sprachen denjenigen, „die sich mit allen Kräften bemühen, dem spanischen Volk wesentliche Dienste zu leisten“, ihren größten Dank aus. Zudem schickten sie „eine herzliche Umarmung aus der Welt des Fußballs an die vielen Familien, die geliebte Menschen verloren haben“. Real Madrids früherer Präsident Lorenzo Sanz war am Wochenende an Covid-19 gestorben.

Sohn hat Symptome: Fußballidol Lineker in Quarantäne

Das englische Fußballidol Gary Lineker hat sich im Zuge der Corona-Pandemie in selbst verordnete Quarantäne begeben. Er habe diese Entscheidung getroffen, weil sein Sohn George Symptome einer Infizierung mit dem Virus aufgewiesen habe, teilte Lineker am Montag seinen 7,5 Millionen Followern beim Kurznachrichtendienst Twitter mit.

George habe seinen Geruchs- und Geschmackssinn seit fast einer Woche „komplett“ verloren, berichtete Lineker. Dies kann in der Tat ein Hinweis auf eine Corona-Erkrankung sein. Weil sein erwachsener Sohn einige Zeit bei ihm verbracht habe, sehe er es als sinnvoll an, in Quarantäne zu gehen, meinte Lineker (59).

Coronavirus: Nadal dankt "Helden" im Gesundheitswesen

Der spanische Tennis-Star Rafael Nadal hat allen gedankt, die gegen die Coronavirus-Pandemie kämpfen. In einem zweiminütigen Video bei Twitter nannte der Weltranglisten-Zweite am Montag Ärzte, Krankenschwestern und das gesamte Gesundheitspersonal, Polizei, Zivil- und Nationalgarde - alle, „die uns helfen, uns etwas sicherer zu fühlen, die in vorderster Linie stehen und riskieren, sich mit dem Virus zu infizieren. Sie sind unsere Helden, ich möchte meine Bewunderung für sie zum Ausdruck bringen“, sagte Nadal.

Der 33-Jährige will mit seiner Botschaft allen, die derzeit leiden müssen, Mut machen und Hoffnung geben, dass das gewohnte Leben bald wieder weitergehen kann. Es gebe auch positive Dinge, erklärte Nadal mit Blick auf die große Solidarität in Spanien, das von der Pandemie schwer getroffen ist. „Wir demonstrieren, dass wir ein geeintes Volk sind“, sagte der Tennisprofi aus Mallorca. Der Gewinner von insgesamt 19 Grand-Slam-Titeln rief dazu auf, die Anweisungen der Behörden zu befolgen.

Wegen Coronavirus: Komiker lässt Trap erneut explodieren

Aus aktuellem Anlass ist der Schweizer Komiker Roger Wicki noch einmal in seine Paraderolle geschlüpft: 22 Jahre nach der legendären Wutrede von Giovanni Trapattoni ließ er in einer Parodie den damaligen Bayern-Trainer noch einmal explodieren.

"Musse Ande wasche", schimpft Wicki alias Trapattoni in dem Video, das er auf Youtube verbreitet hat. Er selbst habe drei Sorten Seife dafür: Lavendel, "Kokonuss" und "Grappa frutta, eine "Spitzeseife". Ein Trainer sei kein Idiot, sondern sehe, "was passiere in Stadt". Aus "Strunz" wird ein "Stronzo" (italienisch: Arschloch), der trotz Verbots draußen spazieren gehe, sagt Wicki noch, bevor er fertig hat. Aber sehen Sie selbst:

Roger Wicki alias Giovanni Trapattoni über das Coronavirus

Zum Vergleich: Giovanni Trapattonis Auftritt in der Pressekonferenz des FC Bayern im März 1998.

Giovanni Trapattoni explodiert in der Pressekonferenz

Sars-CoV-2-infizierter Bundesliga-Profi hatte Angst

Luca Kilian, der erste mit dem Coronavirus infizierte Bundesliga-Profi, ist auf dem Weg der Besserung. „Das Virus klingt gerade ab, ich denke am Montag bin ich wieder topfit“, sagte der Verteidiger des Fußball-Erstliga-Aufsteigers SC Paderborn dem Westfalen-Blatt – zu Beginn der Infektion sah es ganz anders aus beim 20-Jährigen.

„Ich bekam Fieber, Schüttelfrost und Zitterattacken. In dieser Phase hatte ich dann auch zum ersten Mal Angst“, berichtete Kilian: „Erst weitere vier Tage später ging endlich das Fieber runter und von da an ging es mir jeden Tag besser.“ Von der Fortsetzung und Beendigung der Bundesliga-Saison rät er ab. „Mit dieser Krankheit ist nicht zu spaßen, und wir sollten erst wieder spielen, wenn die Gefahr gebannt ist“, betonte Kilian, der sich jedoch vorstellen kann, „dass wir ohne Zuschauer die letzten Spieltage durchführen“.

Coronavirus: Hamburger Boxpromoter startet Legendenturnier

Der Hamburger Promoter Kalle Sauerland bringt den Boxfans in der Coronakrise einige der größten Legenden des Sports zurück in den Ring. Ab Montag (23. März) veranstaltet die World Boxing Super Series (WBSS) das „eWBSS Heavyweight Legends Tournament“. Acht Ikonen des Schwergewichts kämpfen dort virtuell in der Simulation „Fight Night Champion“ von EA Sports um den Titel. Zum Anfang am Montag (18.00 Uhr) duellieren sich Muhammad Ali und Evander Holyfield im ersten Viertelfinale.

Das gesamte Turnier wird auf der Facebook-Seite der WBSS gestreamt. Die übrigen Kämpfe in der Runde der letzten Acht lauten: Lennox Lewis gegen Joe Frazier (24. März), Mike Tyson gegen Eric Esch (25. März) und George Foreman gegen David Haye (26. März). Das Finale ist für den 29. März angesetzt. Sauerland hofft laut eigener Aussage, er könne durch das simulierte Turnier „die so sehr notwendige Ablenkung für alle Boxfans auf der Welt“ bieten.

Coronavirus: Auch Grand Prix in Baku wird verschoben

Die Hoffnung auf einen Start der Formel-1-Saison Anfang Juni scheint sich auch zu zerschlagen. Medienberichten zufolge steht der Große Preis von Aserbaidschan vor einer Verschiebung. Der Grand Prix soll eigentlich am 7. Juni in Baku stattfinden. Die Verantwortlichen in Aserbaidschan sollen sich in einer Krisensitzung für die Verschiebung ausgesprochen haben.

Der Aufbau für das Stadtrennen sei aufgrund der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie nicht mehr zeitlich einzuhalten. Der früheste Saisonstart wäre somit am 14. Juni mit dem Großen Preis von Kanada in Montréal. Die Motorsport-Königsklasse musste bereits die Rennen in Australien, Bahrain, China, Vietnam, den Niederlanden, Spanien und Monaco für die geplanten Termine bis Ende Mai absagen.

Bergamo-Profi Czyborra leidet unter Corona-Quarantäne

Der deutsche Fußballprofi Lennart Czyborra von Atalanta Bergamo erlebt die Zeit in häuslicher Quarantäne auch als psychischen Stress. „So eine Situation hatte ich noch nie, dass man sich jeden Tag nur mit sich selber beschäftigt. Da muss man wirklich aufpassen, dass man nicht depressiv wird“, sagte der 20 Jahre alte gebürtige Berliner der „Märkischen Oderzeitung“. „Ich spreche viel mit Freunden über Facetime, das hilft. Meine Eltern in Wandlitz machen sich natürlich große Sorgen, wir telefonieren täglich.“

Die Provinz Bergamo ist in Italien am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffen, zuletzt mussten Militärwagen Särge in andere Städte zum Verbrennen bringen. „Wir dürfen das Haus so wenig wie möglich verlassen, nur zum Beispiel zum Einkaufen“, berichtete Czyborra über seinen Alltag in Quarantäne, die vorerst bis zum 4. April gehe. „Ich kaufe immer sehr viel ein, damit ich nicht so oft los muss, und gehe in einen etwas teureren Supermarkt, in dem es leerer ist.“

Doping-Kontrollen gegen wegen Corona drastisch zurück

Wegen der Coronavirus-Pandemie gibt es immer weniger Doping-Kontrollen in Deutschland. „Die Probenzahl geht sehr deutlich zurück“, sagte Mario Thevis, Leiter des Doping-Kontrolllabors in Köln, der „Bild“-Zeitung. „Zurzeit sind wir bei reduzierter Personaldichte noch funktionsfähig und analysieren auch noch Proben, sowohl von nationalen als auch internationalen Organisationen.

Im Vergleich zum Normalbetrieb werden aktuell nur noch „etwa zehn bis 20 Prozent“ Doping-Proben analysiert, berichtete Thevis: „Tendenz fallend.“

Coronavirus: Würzburg-Chef fordert vom DFB Klarheit

Daniel Sauer, Vorstandschef des Drittligisten Würzburger Kickers, hat vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) in der Coronakrise eine klare Haltung gefordert. „Ich würde mir jetzt einmal wünschen, dass hier nicht permanent Aussagen hin- und hergeschoben, korrigiert und abgefedert werden. Es muss jetzt Klarheit her! Denn Klarheit heißt auch Einfachheit!“, sagte Sauer, der auch Mitglied im zwölfköpfigen DFB-Ausschuss 3. Liga ist, im "Kicker"-Interview.

Nicht nur er, „sondern wohl die gesamte 3. Liga verlässt sich nicht nur, sondern setzt sogar auf die Aussage von Dr. Osnabrügge (DFB-Schatzmeister, d. Red.), der zugesichert hat, “sehr gezielt Überbrückungshilfen zu geben, um Liquiditätskrisen zu vermeiden'", betonte Sauer. Fast alle Drittligisten würden „gemeinsam und solidarisch mit ihren Spielern in Vorleistung gehen und stellen auf Kurzarbeit um, um die Vereine am Leben zu halten".

Coronavirus: Kerber in Sorge um Großeltern

Deutschlands beste Tennisspielerin sieht sich in der Angst um ihre Lieben mit den Menschen weltweit vereint. „Auch ich habe Großeltern, um die ich mir supergroße Sorgen mache, die zur Risikogruppe gehören“, sagte die 32-Jährige in einem via Instagram verbreiteten Video. Genau wie alle anderen sei sie „momentan hier zu Hause“ und wisse nicht, „wie es in den nächsten Wochen weitergehen wird. Natürlich mache auch ich mir unzählige Gedanken, was gerade los ist“, sagte Kerber.

„Jetzt kommt es darauf an, dass wir als Gemeinschaft funktionieren und unsere eigenen Interessen jetzt zurückstellen“, sagte die Kielerin: „Das sind wir auf jeden Fall den Menschen schuldig, die momentan Tag und Nacht für uns arbeiten, damit wir durch die schwere Zeit kommen.“

Ex-Star Hleb: Weißrussland ignoriert Coronavirus

Nach Angaben des früheren Bundesliga-Fußballers Alexander Hleb wird das Coronavirus von der Führung seines Heimatlandes Weißrussland nicht ernst genommen. „Es ist, als wenn sich niemand darum kümmert“, wird Hleb von der britischen Boulevardzeitung „Sun“ zitiert. „Jeder weiß, was in Spanien und Italien passiert. Das sieht nicht gut aus. Aber in unseren Land glaubt die Präsidenten-Bürokratie, dass es nicht so schlimm ist.“ Er bleibe mit seiner Familie zu Hause, aber wenn er „rausgehe, sind die Straßen und Restaurants immer noch voll“. In der ersten Liga wird noch Fußball gespielt.

Der 39 Jahre alte Ex-Profi hatte in der Bundesliga für den VfB Stuttgart gespielt. Zu weiteren Stationen seiner Karriere gehörten der FC Arsenal und der FC Barcelona. Weißrussland (Belarus) sei nun der einzige Ort in Europa, wo noch Fußball gespielt werde, sagte Hleb. „Die ganze Welt schaut jetzt die weißrussische Liga“, sagte der einstige Nationalspieler.

Ligue 1 fürchtet wegen Coronavirus Insolvenzen

Bernard Caiazzo, der die Interessen der französischen Ligue-1-Clubs als Präsident vertritt, befürchtet massive Auswirkungen durch die Corona-Pandemie. „Ohne staatliche Hilfen wird die Hälfte der Vereine innerhalb von sechs Monaten Insolvenz anmelden müssen“, sagte Caiazzo bei "France Bleu Loire". Die französische Fußball-Liga habe bereits 500 bis 600 Millionen Euro durch die Krise verloren. Er sei „sehr, sehr besorgt“.

Caiazzo, der dem Vorstand von AS Saint-Étienne angehört, glaubt nicht an eine baldige Fortsetzung der Ligue 1. Dies sei „im besten Fall am 15. Juni“ möglich, eher im Juli oder August. Aber es sei „lebensnotwendig, die Saison zu Ende zu spielen“.

Rüdiger empört über Coronavirus-Ignoranten

Fußball-Nationalspieler Antonio Rüdiger ist empört, dass immer noch zu viele Menschen die Warnungen und Verhaltensregeln in der derzeitige Corona-Krise missachten. „Das ist ignorant und verantwortungslos! Ich habe in den sozialen Netzwerken einige Fotos aus deutschen Innenstädten gesehen und habe mir nur an den Kopf gefasst“, sagte der Profi vom FC Chelsea in einem Interview des „Kicker“.

Indes findet er wichtig, dass „wir Fußballer unsere Reichweite nutzen, um die Botschaften der Gesundheitsexperten zu bekräftigen“, sagte Rüdiger. Begeistert ist er, dass die Nationalspieler 2,5 Millionen Euro spendeten und Joshua Kimmich sowie Leon Goretzka die Aktion „We kick Corona“ ins Leben gerufen haben. Die beiden seien „Ehrenmänner“, sagte Rüdiger.

Maracanã-Stadion könnte Covid-19-Patienten aufnehmen

Das Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro, in dem die Endspiele der Fußball-Weltmeisterschaften 1950 und 2014 ausgetragen wurden, könnte zur Unterkunft für Coronavirus-Patienten werden. Flamengo Rio de Janeiro gab am Sonntag in einer Erklärung bekannt, dass der Club sein Trainingszentrum im Stadtteil Gávea, das in der Nähe eines Krankenhauses liegt, und das Maracanã dem Bundesstaat und der Stadt Rio für ein solches Projekt zur Verfügung gestellt hätte.

Flamengo verwaltet das Maracanã derzeit zusammen mit Fluminense. Auch andere brasilianische Clubs wie Botafogo Rio de Janeiro, Corinthians und Santos haben bundesstaatlichen und kommunalen Behörden im Kampf gegen das Coronavirus ihre Einrichtungen angeboten. Auf Bildern war bereits zu sehen, wie etwa das Corinthians-Stadion Pacaembu in São Paulo in ein Hospital mit mehr als 200 Betten umgewandelt wurde. Die Zahl der Infizierten in Brasilien ist zuletzt auf mehr als 1000 gestiegen, 25 Menschen sind bislang gestorben.

Hamburger Schwimmer von Ausgangssperre betroffen

Jacob Heidtmann, Athletensprecher der deutschen Schwimmer, ist an Trainingsort San Diego von der Ausgangssperre in Kalifornien betroffen. „Wie sich das genau auswirkt, kann ich aber noch gar nicht sagen. Und wir wären auch sonst zwischen den Einheiten meist hier in unserer WG. Daher ist das nicht so eine krasse Ausnahmesituation für uns“, schilderte der Hamburger im Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Zunächst habe er noch eine Ausnahmegenehmigung für die Schwimmhalle bekommen, aber inzwischen müsse man nach Alternativen suchen, die da heißen Pool im Apartment oder Ozean. Die Stimmung sei derzeit zu negativ: „Wenn ich von den Forderung lese, die Spiele abzusagen, oder wenn ich auf Social Media sehe, dass sich Schwimmer beschweren, weil sie ein paar Tage nicht ins Wasser können, denke ich mir: Es ist doch gerade viel wichtiger, so gut es geht nach vorne zu schauen und positive Energie zu verbreiten.“

In Corona-Quarantäne: Real gewinnt FIFA-20-Turnier

Der spanische Rekordmeister Real Madrid hat das offizielle FIFA-20-Turnier der spanischen Fußball-Liga für den guten Zweck gewonnen. In der „La Liga Challenge“, bei der Spendengelder in Höhe von mehr als 140.000 Euro im Kampf gegen das Coronavirus gesammelt wurden, trat jeweils ein Spieler pro Club an der Konsole gegen die Ligakonkurrenten in einem K.-o.-System an.

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Im Finale triumphierte Real-Profi Marco Asensio mit 4:2 gegen Aitor Ruibal von CD Leganés. Die Zuschauer auf dem Twitch-Kanal des Streamers „Ibai“ hatten dabei die Möglichkeit, Geldbeträge an das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) zu spenden. Für den FC Barcelona hätte eigentlich Sergi Roberto zum Controller greifen sollen. Doch die Katalanen zogen ihre Teilnahme zurück, da der Verein von Spielehersteller Konami mit dem Konkurrenzprodukt eFootball PES 2020 gesponsert wird.

Technische Probleme bei virtuellem Formel-1-Rennen

Massencrash beim Start, technische Probleme bei Lando Norris und fast keine Formel-1-Piloten: Der erste offizielle virtuelle Grand Prix der Königsklasse des Motorsports hat im Kampf gegen die Langeweile in Zeiten der Corona-Pandemie zwar für Unterhaltung gesorgt, aber Ernsthaftigkeit vermissen lassen. Das Rennen auf der Strecke in Bahrain in der Simulation F1 2019 diente am Sonntag als Ersatzprogramm für den abgesagten realen Großen Preis.

Nico Hülkenberg (Racing Point) verursachte zu Beginn eine Kollision und wurde Elfter, den Sieg holte sich der chinesische Formel-2-Pilot Guanyu Zhou (Renault) vor Mercedes-Ersatzfahrer Stoffel Vandoorne (Belgien) und dem Österreicher Philipp Eng (Red Bull). Das Rennen dauerte aufgrund technischer Schwierigkeiten nur 14 statt der geplanten 28 Runden. Unter anderem nahmen noch Sänger Liam Payne, der ehemalige Golf-Weltranglistenfünfte Ian Poulter und der sechsfache Bahnrad-Olympiasieger Chris Hoy teil.

Coronavirus: So können Sie sich vor Ansteckung schützen

  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, das Sie danach wegwerfen. Ist keins griffbereit, halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Danach: Hände waschen
  • Regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife waschen
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, weil die Erreger des Coronavirus über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu Menschen halten, die Infektionssymptome zeigen
  • Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind überflüssig – sie können sogar umgekehrt zu Nachlässigkeit in wichtigeren Bereichen führen