Corona-Folgen für den Sport

Triathlon-Star reagiert unerwartet auf hohe Ausschüttung

Sportmediziner rät trotz Virus zum Joggen. Athletensprecherin für Olympia-Verschiebung. "Verkehrsbericht": Fußballreporter begeistert.

Hamburg. Das Coronavirus greift im Sport immer weiter um sich. Die wichtigsten Profiligen der Welt haben den Spielbetrieb eingestellt, Vereine lassen das Training ruhen, ganze Mannschaften sind in Quarantäne. Immer mehr Aktive plädieren für eine Verschiebung der Olympischen Spiele. Doch das IOC sperrt sich noch. Gleichzeitig kommt eine Welle der Solidarität und Unterstützung ins Rollen.

Die wichtigsten Entwicklungen am Freitag:

1. FC Köln setzt Mitarbeiter bei Tafeln ein

Der 1. FC Köln startet ein Hilfsprojekt zur Sicherung der Lebensmittelversorgung für Bedürftige. Bei der Unterstützung der Kölner Tafeln hilft auch der Hauptsponsor Rewe.

"Die Schwächsten der Gesellschaft sind in der Krise besonders anfällig und auf unsere Hilfe angewiesen“, sagte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle. "Das wissen wir nicht zuletzt durch die Tafeln Deutschland, für die der FC und die FC-Stiftung sich bereits über die ganze Saison hinweg engagieren. Dieses Engagement weiten wir jetzt im Rahmen unserer Möglichkeiten aus und wollen es schaffen, die Versorgung der Bedürftigen aufrechtzuerhalten.“

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins, die durch die Coronakrise derzeit keine Arbeit haben, können bei den Tafeln anstelle der Ehrenamtlichen einspringen, teilten die Kölner mit. Zudem werde der FC "Aushilfen, denen ohne die Spieltage wichtige Einnahmen aus ihrem Nebenjob fehlen, für die Mitarbeit in diesem Projekt gewinnen und die geleisteten Stunden wie bisher vergüten“. Der Club will zudem selbst eine oder mehrere eigene Ausgabe- und Annahmestellen für Lebensmittelspenden eröffnen. Die vereinseigene Stiftung stellt 100.000 Euro zur Verfügung.

Badminton: EM und weitere Turniere fallen aus

Die Badminton-EM in Kiew findet aufgrund der Corona-Pandemie nicht statt. In Absprache mit dem Badminton-Weltverband (BWF) und dem Ausrichter hat sich der europäische Verband BEC dazu entschlossen, das für die Zeit zwischen dem 21. und 26. April in Kiew geplante Turnier abzusagen. "Ich habe aber die Hoffnung, dass die EM an einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr stattfinden kann“, wurde Brian Agerbak, Generalsekretär von Badminton Europe, auf der Homepage des Deutschen Badminton-Verbandes zitiert.

Darüber hinaus wurden auch die Asien-Meisterschaften 2020 und die Pan Am Individual Championships 2020 abgesagt. Da bereits zuvor sämtliche BWF-Events bis zum 12. April gestrichen worden waren, fallen alle Turniere im Qualifikationszeitraum für die Olympischen Spiele in Tokio aus.

Corona-Hilfe: Kontroverse um Triathlon-Ausschüttung

Mit der direkten Ausschüttung von 2,5 Millionen US-Dollar (rund 2,34 Millionen Euro) hat die Profi-Vereinigung im Triathlon für große Freude unter Athletinnen und Athleten gesorgt - aber letztlich auch für Kritik. Eigentlich würden am Ende der Saison in dem Bonus-Programm 2 Millionen US-Dollar (rund 1,87 Millionen Euro) an die Ausdauersportler gemäß der Rangliste verteilt. Als Reaktion auf die Corona-Krise und die Zwangsrennpause, deren Ende nicht absehbar ist, soll das Geld plus eine halbe Million nun umgehend verteilt werden.

„Hilft wirklich“, kommentierte der zweimalige Ironman-EM-Zweite Andreas Böcherer (36) aus Freiburg die Mitteilung der Profivereinigung bei Instagram. Laura Philipp (32/Heidelberg), 14-malige Ironman70.3-Gewinnerin und WM-Vierte beim Ironman auf Hawaii im vergangenen Jahr, postete ein Herz. Und der zweimalige Ironman-Vizeweltmeister David McNamee (31) aus Großbritannien lobte: „Großartiger Schritt, Team. Stolz, ein Mitglied zu sein.“ Der PTO gehören nach eigenen Angaben rund 100 Profis an, unter ihnen die Top 35 bei den Männern und den Frauen.

Kritik kam indes von Patrick Lange. Mit Blick auf Athleten unterhalb der Topstars sagte der zweimalige Ironman-Weltmeister Patrick Lange der "Frankfurter Rundschau“ in einem Interview: "Meiner Meinung nach gilt es in Zeiten wie diesen, diejenigen finanziell zu unterstützen, die am bedürftigsten sind. In der Regel ist es in unserem Sport so, dass die Ranglisten-Ersten weniger finanzielle Probleme haben als neu aufstrebende Athleten."

Die jeweiligen Erstplatzierten bei den Männern und Frauen, Jan Frodeno und Daniela Ryf, erhalten weiterhin 100.000 US-Dollar. Aufgestockt wurden die Prämien von Rang 21 abwärts. 8000 Dollar (rund 7500 Euro) gibt es für die Athletinnen und Athleten auf den Plätzen 21 bis 50, 5000 für die Ränge 51 bis 100.

"Ich bin aufgrund meiner Erfolge, Preisgelder und Sponsoreneinnahmen aus den vergangenen Jahren finanziell sehr gut abgesichert, auch ohne Rennteilnahmen in den kommenden Monaten", sagte Lange, Hawaii-Champion der Jahre 2017 und 2018. "Für die Mehrheit der Profi-Triathleten sieht das jedoch anders aus und die aktuelle Krise wird für einige von Ihnen eine existenzielle Bedrohung darstellen“, erklärte der 33-Jährige. Diese finanziell weniger gut dastehenden Athleten sollten dem Hessen zufolge die größte Zuwendung aus einer Athletengewerkschaft erhalten.

Lange selbst liegt nach einer enttäuschenden Saison 2019 nicht in den Top50. Die 5000 Euro will er an eine "gemeinnützige Organisation spenden, die sich der Erforschung und Bekämpfung des Coronavirus gewidmet hat“, kündigte der gebürtige Bad Wildunger an, der mittlerweile in Salzburg lebt.

DEL holt Gala digital nach

Die wegen der Corona-Pandemie abgesagte Gala der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wird digital nachgeholt. Am 28. März werden ab 19 Uhr die besten Spieler sowie der Trainer der Saison per Instagram live geehrt. Die Moderation des innovativen Social-Media-Formats übernimmt MagentaSport-Experte Patrick Ehelechner. Die für den 14. März geplante Veranstaltung in Wolfsburg war genauso wie die Play-offs der DEL wegen der Ausbreitung des Virus gestrichen worden.

"Wir haben uns gemeinsam mit unserem Partner Telekom dazu entschieden, gerade in diesen schwierigen Zeiten an der Gala festzuhalten. Die Spieler und der Trainer des Jahres haben es verdient, für die exzellenten Leistungen geehrt zu werden“, sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke: "Durch das Live-Format können alle Eishockey-Fans aktiv mit dabei sein. Wir glauben, dass es das richtige Zeichen in dieser Zeit ist." Insgesamt 60 Minuten wird die Live-Show dauern.

Coronavirus: Reporter begeistert im Netz mit "Verkehrsbericht"

Fußballkommentator Robby Hunke vertreibt sich die Langeweile in der Corona-Spielpause mit einem originellen Alternativprogramm. Der ARD-Reporter kommentiert vom Fenster seiner Wohnung aus mit witzigen Fußball-Anspielungen den Straßenverkehr der Kölner Innenstadt.

„Hier ein Fahrradfahrer, ohne Gegendruck! Was macht er? Dringt einfach hier ein in das letzte Drittel der Neusser Straße, weil ihn aber auch keiner dabei stört! Das gefällt mir, das ist mutig“, spricht Hunke auf dem Video, das er auf Twitter veröffentlichte, im typischen Kommentatorenton.

Das Video, das Hunke ursprünglich nur für seinen Vater aufgenommen hat, wurde bis Freitagnachmittag auf Twitter bereits mehr als 5000-mal geliked. „Daran sieht man, wie ausgedörrt die Fans sind“, sagte Hunke: „In sozialen Netzwerken wird man ja manchmal auch durchbeleidigt, aber bislang gab es nur positive Reaktionen.“

Formel 1 füllt Corona-Pause mit virtuellen Rennen

Die Formel 1 will die wegen der Coronakrise ausgefallenen Rennen virtuell austragen. Laut einer Mitteilung vom Freitag sollen sich mehrere bekannte Formel-1-Fahrer ab kommendem Wochenende in der Rennsimulation F1 2019 messen. Offen ist, welche Piloten teilnehmen. Während etwa Red-Bull-Star Max Verstappen (Niederlande) und der britische McLaren-Youngster Lando Norris häufig auch virtuelle Rennen gegen eSportler bestreiten, ist Ferrari-Pilot Sebastian Vettel (Heppenheim) etwa kein großer Fan des Konsolensports.

Gestartet wird die Serie am Sonntag mit dem Großen Preis von Bahrain, gefahren wird über 50 Prozent der Renndistanz (28 Runden). Übertragen werden die Rennen an den ursprünglich geplanten Renntagen auf den Social-Media-Kanälen der Formel 1. Auf die offizielle WM-Serie werden die Rennen jedoch keinen Einfluss haben. Geplant ist derzeit, die virtuellen Rennen bis Ende Mai auszutragen.

Coronavirus: Alba lässt ausländische Profis heimreisen

Basketball-Bundesligist Alba Berlin hat seinen ausländischen Profis freigestellt, während der Coronavirus-Krise in ihre Heimat zu reisen. „Danke Alba, dass ihr mir und meiner Familie in dieser Zeit erlaubt, zurückzukehren“, twitterte der amerikanische Aufbauspieler Peyton Siva aus den USA. „Ich realisiere wie wichtig es ist, dass man sich nicht nur physisch, sondern auch MENTAL wohl fühlt. Ich kann es nicht erwarten, dass es aufhört und dass ich zur Arbeit zurückkehre.“ Auch der isländische Profi Martin Hermannsson reiste vorerst in sein Heimatland.

Der deutsche Nationalspieler und Alba-Kapitän Niels Giffey begrüßte den Schritt seines Clubs. „Das stärkt auch die Loyalität gegenüber dem Verein“, sagte der gebürtige Berliner der Deutschen Presse-Agentur. Über eine Fortsetzung der Saison mag Giffey momentan nicht nachdenken. „Im Augenblick gibt es wichtigere Dinge. Es macht auch keinen Sinn darüber zu philosophieren, wir wissen alle nicht, wie es weitergeht“, sagte er. Die Basketball-Bundesliga der Herren hatte ihren Spielbetrieb wegen der Coronavirus-Pandemie vor gut einer Woche bis auf Weiteres ausgesetzt.

Gießen löst Verträge mit US-Profis auf

Alva-Konkurrent Gießen 46ers hat die Verträge mit den Amerikanern Luke Petrasek und Kendall Gray wegen der Corona-Krise vorzeitig aufgelöst. Der Verein entsprach damit einem Wunsch des Duos, das sich am Freitag bereits auf den Weg in die Heimat machte. Beide Spieler, die zu Saisonbeginn zu den Mittelhessen gewechselt waren, hätten um die Vertragsauflösung gebeten, damit sie bei ihren Familien weilen können. „Aufgrund der Aussetzung des Spiel- und Trainingsbetriebs war dieser Wunsch nachvollziehbar und wurde von Seiten der Gießen 46ers sofort gewährt“, teilte der Verein mit.

Leichtathletin Bulmahn für Olympia-Verschiebung

Die deutsche 400-Meter-Meisterin Luna Bulmahn aus Hannover hat sich für eine Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio ausgesprochen. „Es wäre den Sportlern gegenüber nicht fair, wenn die Spiele bei unklarer Lage stattfinden würden. Allein im Olympischen Dorf wären so viele Athleten auf einem Haufen, dass die Ansteckungsgefahr sehr hoch wäre. Das IOC kann es sich eigentlich nicht erlauben, dass sich nur ein einziger Sportler während Olympia mit Corona infiziert“, sagte die 20-Jährige in einem Interview der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“.

Bulmahn startet für den VfL Eintracht Hannover und ist eines der größten Talente der deutschen Leichtathletik. „Natürlich ist es hier auch gerade schlimm, aber Asien ist eine Region, in die ich zur Zeit am wenigsten gerne reisen möchte“, sagte sie. „Ich glaube, dass die Absage der Fußball-Europameisterschaft in diesem Jahr der erste Schritt war, um nachzuziehen. Ich finde, dass die Spiele verschoben werden sollten. Vielleicht auf 2022.“

Coronavirus: Jena-Profis stimmen Kurzarbeit zu

Die Spieler von Fußball-Drittligist FC Carl Zeiss Jena haben der Einführung von Kurzarbeit zugestimmt. Das berichtet die „Thüringer Allgemeine“. „Normalerweise verständigen sich Unternehmen mit dem Betriebsrat über die Einführung von Kurzarbeit“, sagte Geschäftsführer Christ Förster. Weil der FC Carl Zeiss aber keinen Betriebsrat habe, „mussten wir mit jedem einzelnen eine Vereinbarung treffen, dass er mit Kurzarbeit einverstanden ist“.

Alle Spieler und auch alle weiteren Mitarbeiter seien der Entscheidung gefolgt. „Es ist ein wichtiges Zeichen, dass sich alle einverstanden erklärt haben“, erklärte Förster. Spieler, Trainer und das Funktionsteam des Clubs gehen dabei auf 100 Prozent Kurzarbeit. Bei den Mitarbeitern der Geschäftsstelle variiere dieser Satz, weil laut Förster verschiedene Prozesse weiterlaufen müssten.

Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt bei Kurzarbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Bei Arbeitnehmern mit Kind sind es 67 Prozent. Bundesweit gibt es bereits einen Ansturm von Unternehmen auf das erweiterte Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise.

Olympisches Feuer in Japan – kein Fest wegen Corona

Das olympische Feuer ist am Freitag in Japan eingetroffen. Die Flamme landete per Charterflug vor geladenen Gästen auf der Matsushima Air Base in der japanischen Provinz Miyagi. Auf ein rauschendes Fest verzichtete das Internationale Olympische Komitee (IOC) aufgrund der Coronakrise.

In Japan startet nun ein mehrmonatiger Fackellauf durchs Land, ehe das olympische Feuer am Eröffnungstag der Spiele entzündet wird. Die japanischen Organisatoren wiesen darauf hin, dass beim Fackellauf auf größere Zuschauer-Beteiligungen verzichtet werde, um die Ansteckungsgefahr zu verringern. Sollten sich dennoch an der Strecke größere Menschenmengen bilden, werde der Fackellauf wie schon bei seinem Start in Griechenland abgesagt.

IOC-Präsident Thomas Bach ist weiterhin optimistisch, die Spiele in Tokio (24. Juli bis 9. August) trotz der Coronavirus-Pandemie planmäßig durchzuführen. Das IOC werde auf Empfehlung seiner eigenen Taskforce und der Weltgesundheitsorganisation WHO handeln, sagte Bach der "New York Times". Momentan sei es „verfrüht“, eine Entscheidung über eine Verschiebung der Spiele zu treffen.

Sportmediziner: Das sollten Sie beim Joggen beachten

Sportmediziner Perikles Simon rät unter bestimmten Vorsichtsmaßnahmen auch während der Coronavirus-Krise zu sportlichen Aktivitäten wie Joggen an der frischen Luft. „Wer moderat physisch aktiv ist, der stärkt sein Immunsystem. Das steht über den möglichen Risiken“, sagte der 47 Jahre alte Leiter der Sportmedizin an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz dem „Tagesspiegel“.

Um Risiken zu vermeiden, sollten Jogger mindestens zwei Meter Abstand zu Nebenleuten halten. „Das ist wirklich wichtig. Je nach Witterung verteilt sich so ein Virus wie Rauch in der Luft; es sinkt mal schneller, mal langsamer zu Boden“, sagte Simon. „Deshalb ist es durchaus möglich, dass man sich beim Joggen ansteckt oder eben andere ansteckt, wenn man den Abstand von zwei Metern nicht einhält.“

Die Risiken seien am größten, wenn es neblig und feucht sei sowie wenig Wind gebe. UV-Strahlen seien hingegen schlecht für Viren. „Deswegen empfehle ich Sport bei schönem Wetter.“ Bei hoher Intensität des Sports sei allerdings bis zu vier Stunden danach die Anfälligkeit für einen Infekt erhöht.

Fußballgewerkschafter: Italien hat zu spät reagiert

Bis zur Normalität im italienischen Fußball oder überhaupt zu einer Wiederaufnahme der Serie A ist es für den Chef der Fußballergewerkschaft des Landes noch ein weiter Weg. Das Land ist in Europa am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffen und hat inzwischen mehr Tote als China, wo am 22. Mai wieder gespielt werden kann.

„Wenn wir das auf unsere Lage herunterbrechen, kann ich mir nicht vorstellen, dass wir wirklich im Mai den Fußball wieder aufnehmen können, wie es Liga und Verband anstreben“, sagte der ehemalige Nationalspieler Damiano Tommasi (45) in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“. „Ich fürchte, wir haben zehn Tage zu spät aufgehört – auch weil die UEFA durch die Verschiebung der Europameisterschaft erst jetzt Platz im Kalender geschaffen hat. Dies früher zu tun, hätte wertvolle Zeit geschaffen. Aber es hat jetzt keinen Sinn zu polemisieren.“

Interaktive Karte: Verbreitung des Coronavirus:

ETV-Duo Thole/Wickler: Corona gefährdet Chancengleichheit

Die Beachvolleyball-Olympiahoffnungen Julius Thole und Clemens Wickler vom Eimsbütteler TV sehen die Chancengleichheit angesichts der unterschiedlichen Trainingsbedingungen in den verschiedenen Ländern durch die Coronavirus-Pandemie gefährdet. „Wenn die einen normal trainieren und die anderen sich in ihrem Garten fit halten, kann man das wohl kaum sagen. Da lässt sich nichts beschönigen“, sagte Thole.

Ihm und seinem Beach-Partner Wickler, die wegen der Coronakrise gerade unabhängig voneinander im heimischen Garten trainieren, sei aber „vollkommen bewusst, dass es momentan nicht bloß um den Sport geht. In den Ländern werden Entscheidungen getroffen, um die Bevölkerung bestmöglich zu schützen. Das geht gerade vor. Und das würden wir niemals infrage stellen. Die Vorgehensweise in Deutschland ist völlig richtig“, sagte Thole. Die beiden Vizeweltmeister wünschen sich eine baldige Entscheidung über die Austragung der Olympischen Spiele (24. Juli bis 9. August in Tokio).

Coronavirus: Athletensprecherin für Olympia-Verschiebung

Die Athletensprecherin des Deutschen Boxsport-Verbandes, Nadine Apetz, hat sich für eine Verschiebung der Olympischen Spiele ausgesprochen. „Die Bedingungen für die Qualifikation sind momentan katastrophal, wir wissen nichts, und die Athleten sind auf unterschiedlichen Leistungsniveaus. Eine Verschiebung der Spiele wäre sportlich die beste Lösung“, sagte die 34-Jährige aus Köln dem „Spiegel“. Apetz boxte zuletzt noch bei einem Qualifikationsturnier in London, das zunächst begonnen und dann wegen der Corona-Pandemie doch noch abgebrochen wurde.

Auf die Frage, ob sie es für realistisch halte, dass die für den Zeitraum vom 24. Juli bis 9. August in Tokio terminierten Spiele „dieses Jahr“ stattfinden können, sagte Apetz: „Nein. In den letzten Tagen hat sich vieles so schnell entwickelt. Wenn man liest, wie die Infektions- und Todesraten ansteigen werden, sofern man keine Maßnahmen ergreift, und welche Probleme dann auf das Gesundheitssystem zukommen. Sie müssen bedenken: Die Spiele sind ein Riesenevent, da sind Tausende Menschen beteiligt aus aller Herren Länder. Ich sehe nicht, dass Olympia stattfindet.“

Weitere Corona-Fälle in der NBA

Die Zahl der Coronafälle in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA steigt dramatisch an. Die Los Angeles Lakers um Superstar LeBron James gaben am Donnerstag zwei positive Tests auf COVID-19 bekannt, die Philadelphia 76ers bestätigten drei Fälle. Auch die Boston Celtics, bei denen Nationalspieler Daniel Theis unter Vertrag steht, sowie die Denver Nuggets vermeldeten Corona-Erkrankungen. Namentlich genannt wurde kein Betroffener.

Die Lakers testeten ihre Spieler, nachdem am Dienstag vier positive Fälle bei den Brooklyn Nets offiziell geworden waren. Gegen die Nets hatte Los Angeles am 10. März gespielt. Beide Lakers-Spieler wiesen keine Symptome auf und befänden sich in Quarantäne, teilte der Klub mit. Zudem habe man alle Spieler und die engsten Mitarbeiter gebeten, sich in Selbstisolation zu begeben.

Eine ganze Reihe von NBA-Spielern wurde positiv getestet, seit die Liga nach der Bestätigung der Krankheit bei Rudy Gobert von den Utah Jazz am 12. März den Spielbetrieb bis auf Weiteres unterbrochen hatte.

Ex-Dortmunder Blaszczykowski spendet für Corona-Bekämpfung

Der frühere Dortmunder Bundesliga-Profi Jakub Blaszczykowski hat über seine Stiftung „Ludzki Gest“ 400.000 polnische Zloty (rund 87.000 Euro) für den Kampf gegen das Coronavirus gespendet. „Vor uns liegt eine große Herausforderung. Diese müssen wir gemeinsam angehen. Nur zusammen können wir gegen die Pandemie kämpfen“, schrieb Blaszczykowski bei Facebook. Zuerst berichtete "Reviersport" darüber.

Der inzwischen 34-Jährige, der zwischen 2007 und 2015 insgesamt 253 Pflichtspiele für den BVB bestritt und dabei an 84 Toren beteiligt war, hatte schon öfter für den guten Zweck gespendet. Nach seiner Rückkehr zu Wisla Krakau Anfang 2019 gab er sich mit einem Monatsgehalt von knapp über 100 Euro zufrieden, um dem angeschlagenen Club zu helfen. Das Geld spendete er in Form von Eintrittskarten an Waisenhäuser.

NFL-Cheftrainer positiv auf Sars-CoV-2 getestet

Chefcoach Sean Payton von den New Orleans Saints hat als erster Akteur aus der National Football League (NFL) einen positiven Test auf das Coronavirus öffentlich gemacht. Er sei in Selbstisolation und es gehe ihm gut, sagte der 56-Jährige dem US-Sportsender ESPN.

"Ich bin glücklich genug, zu der Minderheit zu gehören, die im Gegensatz zu anderen keine ernsthaften Nebenwirkungen hat. Ich habe Glück", sagte der American-Football-Coach und appellierte an die Vernunft anderer. "Junge Leute haben das Gefühl, sie können gut damit umgehen. Aber sie könnten das übertragen auf jemanden, der nicht so gut damit umgehen kann." Es sei "wichtig, dass wir alle unseren Teil beitragen".

Corona-Krise: NFL-Stars spenden zwei Millionen Mahlzeiten

Quarterback Jared Goff (25) von den Los Angeles Rams hat sich der Solidaritätswelle in der US-Football-Profiliga NFL im Zuge der Coronakrise angeschlossen und spendet gemeinsam mit seinem Teamkollegen Andrew Whitworth zwei Millionen Mahlzeiten für Bedürftige in LA. Beide stellen jeweils 250.000 Dollar für die Los Angeles Regional Food Bank zur Herstellung der Mahlzeiten zur Verfügung.

„Es gibt so viele bedürftige Menschen jetzt gerade und wir wollen alles tun, um unserer Gemeinschaft zu helfen“, sagte Goff, Super-Bowl-Finalist von 2019. Bereits zuvor hatte Russell Wilson, Quarterback der Seattle Seahawks, gemeinsam mit seiner Frau Ciara eine Million Mahlzeiten gespendet. Zudem bezahlte der aktuelle Super-Bowl-Sieger Patrick Mahomes von den Kansas City Chiefs 15.000 Essen.

Coronavirus: HSV-Idol Seeler bangt um Vereine

HSV-Idol Uwe Seeler fehlt in der Corona-Zwangspause das rollende Leder. „Ich vermisse den Fußball sehr. Ich mache mir zudem große Sorgen um den Fortbestand der Vereine“, sagte der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft der „Bild“-Zeitung. Auch der Herzensclub des 83-Jährigen muss wie alle Clubs wegen der Coronavirus-Pandemie bis auf Weiteres pausieren. „Egoismus ist aktuell wirklich fehl am Platz. Wir müssen Solidarität beweisen“, mahnte Seeler.

Da er im hohen Alter zur Risikogruppe bei einer Infektion mit Sars-CoV-2 gehöre, habe er sich mit seiner Frau Ilka „quasi weggesperrt“, sagte der frühere Nationalspieler. Seine Kinder und Enkelkinder würden für ihn einkaufen, seine Frau jage ihn regelmäßig in den Garten an die frische Luft. „Sie meint, mit Rasen unter den Füßen kenne ich mich ja aus“, sagte Seeler.

Coronavirus: Rittner schimpft über French-Open-Verschiebung

Die deutsche Damentennis-Chefin Barbara Rittner ist verärgert über die Umstände der Verlegung der French Open in Paris. „Ich finde den Alleingang der French Open traurig. Das sind genau die Dinge, die nicht gehen. Das war mit Gewalt reingedrückt“, sagte die 46-Jährige der „Bild“-Zeitung.

Wegen der Corona-Pandemie hatten die Veranstalter der French Open in Paris das Turnier offenbar unabgesprochen um vier Monate auf die Zeit zwischen dem 20. September bis 4. Oktober verlegt. Für diese überraschende Entscheidung ernteten die Organisatoren des Grand-Slam-Turniers viel Kritik von Spielern und anderen Veranstaltern. Es deutet sich ein Ringen um kaum vorhandene Lücken im Tennis-Kalender an.

Coronavirus: So können Sie sich vor Ansteckung schützen

  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, das Sie danach wegwerfen. Ist keins griffbereit, halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Danach: Hände waschen
  • Regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife waschen
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, weil die Erreger des Coronavirus über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu Menschen halten, die Infektionssymptome zeigen
  • Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind überflüssig – sie können sogar umgekehrt zu Nachlässigkeit in wichtigeren Bereichen führen