Hamburger Profiboxstall

ZDF beendet Box-Experiment und verärgert Universum

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Björn Jensen
Der erste und vorerst letzte Boxkampf nach dem Comeback des ZDF: Als der Hamburger Olympia-Dritte Artem Harutyunyan gegen den Russen Dumanow kämpfte, schalteten nur 820.000 Zuschauer ein.

Der erste und vorerst letzte Boxkampf nach dem Comeback des ZDF: Als der Hamburger Olympia-Dritte Artem Harutyunyan gegen den Russen Dumanow kämpfte, schalteten nur 820.000 Zuschauer ein.

Foto: imago / Chris Emil Janßen

Universum-Chef Ismail Özen kritisiert den TV-Sender und kündigt eine weitere Stellungnahme an. Die Gründe für das Aus im ZDF.

Hamburg. Schwerer Schlag für den wiederbelebten Hamburger Profiboxstall Universum: Nach nur einer gemeinsamen Veranstaltung steigt das ZDF aus der Kooperation aus. Grund dafür ist, dass Universum-Chef Ismail Özen für die am 4. April in der Bahrenfelder Kuppel geplante Gala kein einem öffentlich-rechtlichen Sendeauftrag angemessenes Programm habe anbieten können.

„Wir haben uns mit Universum nicht auf eine Fightcard einigen können. Einen zweiten Boxabend wird es mit dem Boxstall deshalb bei uns nicht geben. Eine generelle Absage ans Boxen ist das aber nicht“, sagte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann.

Boxen im ZDF – eine Ernüchterung

Schon nach der ersten Veranstaltung im November, bei der der Hauptkampf des Hamburger Halbweltergewichtlers Artem Harutyunyan (29) gegen den Russen Islam Dumanow lediglich 820.000 Zuschauer vor die Bildschirme gezogen hatte, war man im ZDF enttäuscht gewesen.

Der Mainzer Sender, der mit dem Vorgänger-Universum von Klaus-Peter Kohl zwischen 2002 und 2010 exklusiv zusammengearbeitet hatte, wollte mit dem ersten Kampfabend testen, wie hoch das Interesse der deutschen Fans an einem ohne viel Promotion begleiteten Kampf des Olympiadritten von 2016 sein würde. „Die Resonanz war ernüchternd“, räumte Fuhrmann ein.

Universum-Chef Özen kritisiert ZDF

Dennoch hätte man einen zweiten Versuch mit Harutyunyan gewagt. Dieser hatte sich jedoch Ende Januar den Daumen gebrochen und war deshalb für den 4. April nicht einsatzfähig. Die von Özen angebotenen Hauptkämpfer Abass Baraou und Denis Radovan, beide aus dem Berliner Sauerland-Team, wollte das ZDF vor allem auch aufgrund der Gegnerauswahl nicht akzeptieren.

Özen reagierte verärgert auf die Absage des ZDF. „Vor allem wundert es mich, dass wir es über die Medien erfahren. Wir haben einen gültigen Vertrag mit dem ZDF über noch mindestens eine Veranstaltung und waren in konstruktiven Gesprächen“, sagte der 39 Jahre alte Deutschkurde, der für diesen Montag eine weitere Erklärung ankündigte. Die Veranstaltung am 4. April werde stattfinden, einen neuen TV-Partner will Özen in Kürze präsentieren.

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