Hallenmeisterschaften

Club an der Alster: Hamburgs Hockeydamen im Finale

Emily Kerner vom Club an der Alster (M.) setzt sich gegen zwei Kontrahentinnen durch.

Emily Kerner vom Club an der Alster (M.) setzt sich gegen zwei Kontrahentinnen durch.

Foto: imago/Pressefoto Baumann

Während die Herren vom Club an der Alster im Halbfinale ausschieden, stehen die Damen im Endspiel um die deutsche Meisterschaft.

Stuttgart. Acht starke Minuten haben den Hockeydamen des Clubs an der Alster gereicht, um dank eines 5:2 (1:1)-Sieges gegen Uhlenhorst Mülheim zum dritten Mal in Serie das Endspiel um die deutsche Hallenmeisterschaft zu erreichen. Nach einer zähen ersten Halbzeit in der Stuttgarter Scharrena, in der die Defensivreihen die Partie bestimmten, schossen Hanna Valentin (34./41., Ecke), Emily Kerner (36., Ecke) und Felicia Wiedermann (38.) in der Drangphase nach der Pause einen Viertorevorsprung heraus, der dem Nordmeister im ersten Halbfinale des Final-Four-Turniers zum Sieg reichte. Valentin hatte gegen ihren Ex-Verein, von dem sie im Sommer 2017 nach Hamburg gewechselt war, auch das 1:0 per Siebenmeter geschossen (8.). Für den Westzweiten Mülheim trafen Melanie Terber (30.) und Dinah Grote (45.).

„Die erste Halbzeit war zäh, da war die Nervosität groß. Aber nach der Pause haben wir besser gespielt und verdient gewonnen“, sagte Torjägerin Valentin, die ihre Saisontreffer 32 bis 34 feiern durfte. Cheftrainer Jens George sagte: „In der ersten Halbzeit waren wir zu passiv, haben uns zu wenig zugetraut. In der Halbzeit habe ich den Mädels gesagt, dass es nicht ums Schönspielen geht, sondern darum, erfolgreich zu sein. Das haben sie dann beherzigt.“

Club an der Alster muss gegen den Düsseldorfer HC spielen

Im Endspiel am Sonntag (11.30 Uhr) wartet zum dritten Mal in Serie der Düsseldorfer HC. Der Titelverteidiger setzte sich im zweiten Halbfinale gegen den Nordzweiten Harvestehuder THC verdient mit 6:3 (3:0) durch. Hätte der HTHC nach dem Siebenmetertor von Fenja Poppe (35.) nicht postwendend das 1:4 kassiert, hätte die Partie noch einmal spannend werden können. Doch mit dem komfortablen Vorsprung im Rücken spielte der Westmeister, für den Tessa Schubert (7./60.), Greta Gerke (14.), Sara Strauss (21.), Luisa Steindor (36.) und Alisa Vivot (57.) trafen, den Finaleinzug souverän nach Hause. Für den HTHC waren Emma Nolting (51.) und Laura Saenger (58., Ecke) die weiteren Torschützinnen.

„Wenn wir nach dem 1:3 dranbleiben, kann es eng werden. Aber wir haben in der ersten Halbzeit versäumt, eine unserer guten Chancen zu nutzen“, sagte HTHC-Cheftrainer Christian Blunck, der zugestehen musste, dass letztlich auch die qualitative Breite im Kader fehlte, um mit dem Topteams der vergangenen Jahre dauerhaft mitzuhalten. Vor allem der Ausfall von Annelotte Ziehm (Bruch des Schienbeinkopfes) wog schwer. „Sie war in der Hauptrunde unsere beste Spielerin. So einen Ausfall können wir nicht kompensieren. Dennoch bin ich stolz auf das Team, es war eine starke Hallenrunde“, sagte Blunck.

Hamburger Herrenteam scheidet im Halbfinale aus

Dass mindestens eine Hamburgerin am Sonntag den Meisterwimpel in Händen halten wird, liegt an Kristina Reynolds. Die ehemalige Nationaltorhüterin, die mit dem HTHC 2007 dessen einzigen Hallenmeistertitel gewonnen hatte, hilft in dieser Spielzeit beim DHC aus, weil Nationaltorhüterin Nathalie Kubalski wie der gesamte A-Kader aus Gründen der Belastungssteuerung nicht in der Halle spielt. Die 35-Jährige lebt in Lüneburg, wo sie nach ihrem Karriereende vor vier Jahren mit den Verbandsligaherren des HC Lüneburg trainierte, und pendelt an den Wochenenden zu den Spielen. „Das ist zwar sehr anstrengend, aber die Chance auf den Meistertitel zu haben, das ist etwas Besonderes für mich“, sagte sie.

Die Hoffnung der Alster-Fans auf einen Doppeltriumph machte am späten Nachmittag Rot-Weiß Köln zunichte. Alsters Herren unterlagen als Titelverteidiger im Halbfinale nach einem dramatischen Penaltyschießen mit 11:12 (7:7, 5:3) und haderten anschließend mit den Schiedsrichtern, die beim entscheidenden Treffer von Florian Pelzner übersehen hatten, dass der Kölner Kapitän auf den Schläger von Alster-Torhüter Mark Appel getreten und diesen damit regelwidrig behindert hatte. Die anschließenden Proteste halfen nichts, die Entscheidung stand.

Entscheidung im Penaltyschießen

„Ich kann meiner Mannschaft kaum einen Vorwurf machen. Bis auf die Phase zehn Minuten nach der Halbzeit haben wir eine sehr gute Leistung gezeigt“, sagte Cheftrainer Sebastian Biederlack. Tatsächlich war der Nordmeister in den hochklassigen 60 Minuten über weite Strecken mindestens ebenbürtig und hatte zur Pause dank der Treffer von Niklas Bruns (11.), Patrick Schmidt (13.), Christian Reimann (15.) und Carl Alt (18./28.) eine verdiente 5:3-Führung herausgearbeitet. Für Köln trafen Pelzner (13.) und der Ex-Alsteraner Johannes Große (14./27.).

Nach der Halbzeit jedoch, in der von Biederlack angesprochenen Schwächephase, drehten die griffigen Kölner durch Tore von Thies Prinz (31.) und Pelzner (34.) die Partie, gingen in der 39. Minute durch Joshua Delarber gar 6:5 in Führung. Dann hielt Appel zwei Minuten später einen Siebenmeter von Jonas Gomoll – und weckte seine Mannschaft mit dieser Glanztat auf. Schmidt (42.) und Reimann (50.) sorgten für die 7:6-Führung, die Kai Aichinger (52.) erneut ausglich.

So musste das Penaltyschießen entscheiden, in dem Reimann als einziger Spieler zweimal verschoss. So hatte Pelzner, der wegen einer in Minute 42 erlittenen Platzwunde über dem linken Auge mit Kopfverband spielte, die Entscheidung auf dem Schläger – und nutzte diese Chance mit Unterstützung der Schiedsrichter. „Es ist bitter und nervt mich tierisch, dass wir auf diese Art verloren haben. Aber letztlich war es eine starke Saison meiner Mannschaft“, sagte Biederlack.