WM 2022

Hamburg scheitert mit Bewerbung um die Hockey-WM

Sportsenator Andy Grote im Rathaus mit den Hockey-Nationalspielerinnen Franzisca Hauke (l.), Charlotte Stapenhorst und Anne Schröder (r.).

Sportsenator Andy Grote im Rathaus mit den Hockey-Nationalspielerinnen Franzisca Hauke (l.), Charlotte Stapenhorst und Anne Schröder (r.).

Foto: Witters

Die Hockey-WM der Damen findet nun erstmals in zwei Ländern statt – zum Leidwesen der Hansestadt, die leer ausgeht.

Hamburg. Das Konzept einer Weltmeisterschaft im Herzen der Stadt, in einem mobilen Stadion auf dem Heiligengeistfeld, umgeben von einer großen Eventfläche – es begeisterte zwar den Hockeyweltverband FIH, konnte gegen die finanzielle Übermacht der Niederlande allerdings nicht ankommen. Auf seiner Sitzung in Lausanne (Schweiz) beschloss das Exekutivkomitee der FIH am Freitagmittag, die Feld-WM der Damen 2022 (1. bis 17. Juli) an Spanien und die Niederlande zu vergeben.

Je zwei Vorrundengruppen, zwei Viertelfinalqualifikations- und zwei Viertelfinalspiele finden in den jeweiligen Gastgeberländern statt. Die Endrunde mit Halbfinals, Spiel um Platz drei und dem Endspiel wird in Spanien ausgetragen, das zuletzt 2006 mit Madrid Gastgeber war.

Hockey-WM der Herren in Indien

Damit fiel die Entscheidung nicht nur gegen die Bewerbung des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) mit Hamburg, sondern erstmals seit der Erstaustragung 1974 auch für eine gemeinsame Kandidatur zweier Länder. Die Herren-WM, die wie das Damenturnier im Vierjahresrhythmus ausgetragen wird, findet vom 13. bis 29. Januar 2023 und damit zum zweiten Mal in Folge in Indien statt.

„Diese Entscheidung müssen wir akzeptieren. Das Damenhockey in Deutschland hätte durch die WM-Ausrichtung einen immensen Schub erhalten. Es ist schade, dass wir diese Chance nicht gemeinsam ergreifen können. Unser besonderer Dank gilt aber der Stadt Hamburg und dem Sportamt, die unsere außergewöhnliche Bewerbung unglaublich begeistert und engagiert mit uns entwickelt haben“, sagte Carola Meyer, Präsidentin des DHB. Dass der gemeinsame Anlauf nicht der letzte gewesen sein soll, machte Hamburgs Sportsenator Andy Grote deutlich. „Das Votum der FIH ist bedauerlich, aber wir geben nicht auf: Früher oder später kommt die WM auch zu uns“, sagte er.

Hamburg bleibt ein kleiner Hockey-Trost

Trösten kann sich Hamburg, das mit fünf Herren- und vier Damenteams in den Feldbundesligen die deutsche Hochburg ist, immerhin damit, dass es im kommenden Jahr Gastgeber für einige Spiele der neu geschaffenen Nationenserie FIH Pro League sein wird. „Wir freuen uns umso mehr, im Rahmen der Pro League kommendes Jahr die internationalen Topteams aus aller Welt begrüßen zu dürfen“, sagte Grote.

Der genaue Spielplan steht noch nicht fest, so dass die Gegner für die deutschen Teams in Hamburg noch nicht bekannt sind. Gespielt werden soll in der letzten Märzwoche auf der Anlage des Uhlenhorster HC am Wesselblek.