Sport-Großereignis

"Grandios": Hamburg plant Hockey-WM am Millerntor

Sie wollen die Hockey-WM nach Hamburg holen: Die Nationalspielerinnen Franzisca Hauke (v.l.), Charlotte Stapenhorst und Anne Schröder sowie Sport-Senator Andy Grote.

Sie wollen die Hockey-WM nach Hamburg holen: Die Nationalspielerinnen Franzisca Hauke (v.l.), Charlotte Stapenhorst und Anne Schröder sowie Sport-Senator Andy Grote.

Foto: Witters

Stadt und Verband reichen historische Bewerbung ein. Das Vorhaben ist spektakulär – und ruft allenthalben Begeisterung hervor.

Hamburg will seinen Ruf als Sportstadt untermauern und ein weiteres Großsport-Ereignis in die Elbmetropole holen. Am Montag gab Innen- und Sportsenator Andy Grote (SPD) im Rathaus bekannt, dass sich der Deutsche Hockey-Bund (DHB) mit der Hansestadt fristgerecht um die Ausrichtung der Damenhockey-Weltmeisterschaft 2022 beworben hat.

Stattfinden soll die Veranstaltung nach vorläufiger Planung im Juni oder Juli in einem mehr als 10.000 Zuschauer fassenden mobilen Stadion auf dem Heiligengeistfeld. Es würde in unmittelbarer Nachbarschaft zum Millerntorstadion liegen, der Heimspielstätte des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli.

Hamburg bewirbt sich um Hockey-WM:

  • Hamburg und der DHB bewerben sich für die Hockey-WM der Damen 2022
  • Der Hockey-Weltverband entscheidet am 9. November 2019
  • Gespielt werden würde in einem 10.000-Zuschauer-Stadion am Millerntor
  • Die Kosten beziffert Hamburg auf rund sechs Millionen Euro
  • Deutsche Hockey-Spielerinnen reagieren begeistert

WM-Etat liegt bei sechs Millionen Euro

"Wir rechnen uns gute Chancen aus", betonte Grote. Für die WM bewerben sich auch Spanien und Neuseeland. Der Weltverband FIH entscheidet am 9. November über die WM 2022, die im Juni und Juli stattfinden würde. Eine Hockey-WM gab es letztmals 2006 in Deutschland. Damals spielten die Herren in Mönchengladbach. Eine Damen-WM auf deutschem Boden fand zuletzt 1976 im Westteil Berlins statt.

"Wir haben uns für die Damen-WM entschieden, weil Damenhockey in Hamburg sehr erfolgreich ist und die Vereine viele Nationalspielerinnen stellen", sagte Grote. Als geplanten Etat gab er rund sechs Millionen Euro an, wovon die Stadt rund 3,5 Millionen übernehmen werde.

DHB-Präsidentin ist "extrem stolz" auf Hamburg

"Wir sind überzeugt, dass Hamburg mit seinem Konzept punkten kann und wir uns gemeinsam auf eine fantastische Hockey-Party freuen können", sagte Grote weiter.

DHB-Präsidentin Carola Meyer nannte das Konzept "grandios" und machte mit Blick auf das Heiligengeistfeld deutlich: "Eine Weltmeisterschaft an solch einem Standort so zentral mitten in einer Metropole hat es noch nicht gegeben."

Lob gab es von der Verbandschefin daher auch für das Engagement der Stadt: "Der Verband ist extrem stolz darauf, dass Hamburg die Vision für ein solches Mega-Event mit uns entwickelt hat und umsetzen möchte."

Hockey-Nationalspielerinnen frohlocken

"Hamburg ist und bleibt die Hockey-Hauptstadt. Das würde super gut passen und viel Euphorie bei den Menschen auslösen“, sagte Nationalspielerin Anne Schröder. Die Damenauswahl von Trainer Xavier Reckinger hat in den vergangenen Jahren eine starke Entwicklung gezeigt, im Sommer holte das Team um Kapitänin Janne Müller-Wieland bei der EM in Antwerpen die Silbermedaille.

Müller-Wieland sieht die mögliche Heim-WM für sich sogar als größeres Ereignis als ihre bisherigen Olympia-Teilnahmen. "Eine WM in der Heimat ist für fast alle Sportler ein Traum. Sollte es wahr werden, muss ich überlegen, ob ich meine Karriere nach den Spielen von Tokio kommendes Jahr tatsächlich beende."

Hamburger Präsident: "Grandioses Highlight"

Und Ingo Heidebrecht, Präsident des Hamburger Hockey-Verbandes, sagte: "Die Bewerbung für die Damen-WM 2022 reflektiert einfach auch die Entwicklung im Damenhockey in den letzten Jahren und Jahrzehnten."

Gerade in Hamburg hätten die Frauen stets den bundesweit höchsten Stellenwert genossen. "Ganz Hockey-Hamburg würde sich freuen, wenn die FIH der Bewerbung zustimmt und wir diese WM als grandioses Highlight hier erleben könnten", sagte Heidebrecht.