Volleyball-EM

Die deutschen Damen schreiben an einem Sommermärchen

Obenauf in der Slowakei: Die deutschen Volleyballerinnen Camilla Weitzel (v.l.), Kimberly Drewniok und Jennifer Geerties.

Obenauf in der Slowakei: Die deutschen Volleyballerinnen Camilla Weitzel (v.l.), Kimberly Drewniok und Jennifer Geerties.

Foto: Imago/Aleksandar Djorovic

Der DVV-Auswahl gelingt mit dem 3:2 gegen den hohen Favoriten Russland ein echter Coup. Der Gegner liefert indes Negativschlagzeilen.

Bratislava. Bundestrainer Felix Koslowski musste nicht lange überlegen. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir bei einem großen Turnier mal gegen Russland gewonnen haben. Ich bin seit 2006 dabei und habe das nie erlebt. Für mich ist es das allererste Mal, jetzt, 2019, 13 Jahre später“, sagte Koslowski nach dem EM-Coup der deutschen Volleyballerinnen gegen Russland und dem vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale.

Mit 3:2 (18:25, 25:21, 25:23, 14:25, 15:11) hatte die DVV-Auswahl den Favoriten in Bratislava niedergerungen, die erfolgsverwöhnten Russinnen waren bedient. Deutschland spielte, anders als noch in den ersten beiden Vorrundenbegegnungen, frech und mutig und wurde mit dem dritten Sieg im dritten Spiel belohnt.

19-jährige Weitzel als "Schleife ums Paket"

Doch bei aller Freude blieb Koslowksi auf dem Teppich. „Wir haben jetzt noch zwei schwere Spiele vor uns, die anderen sind jetzt vor uns gewarnt. Am Ende haben wir nur einen Sieg mehr, wir haben noch nichts gewonnen“, sagte der 35-Jährige. Am Abend treffen die Frauen auf Gastgeber Slowakei, am Mittwoch folgt das letzte Vorrundenspiel gegen Weißrussland (beide 20.00 Uhr/Sport1).

Den Matchball gegen den Rekordeuropameister verwandelte Camilla Weitzel. Die 19-Jährige ist zum ersten Mal bei einem Großereignis dabei. „Ich glaube, Camilla hat sechs Länderspiele bisher. Das war die Schleife ums Paket“, so Koslowski.

"Schlitzaugen"-Gate: Russland-Coach gesperrt

Derweil ist der russische Chefcoach Sergio Busato wegen seiner „Schlitzaugen-Geste“ im Olympia-Qualifikationsspiel gegen Südkorea von seinem Verband RVF für zwei Spiele gesperrt worden. Dem 53 Jahre alten Italiener droht allerdings eine drastischere Strafe, der Weltverband FIVB hat eine Untersuchung eingeleitet.

Busato hatte am Ende des 3:2-Sieges seiner Frauen gegen die Südkoreanerinnen am 4. August in Kaliningrad die rassistische Geste in Richtung der Asiatinnen gezeigt. Die RVF entschuldigte sich offiziell beim südkoreanischen Verband für das Fehlverhalten Busatos. Russland hatte sich mit dem Erfolg das Ticket für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio gesichert.

Bei der laufenden EM in vier Ländern zeichnet sich Sergio Busato nicht für die russischen Frauen verantwortlich. Als Cheftrainer in Bratislava fungiert Wadim Pankow. Busato gehört offiziell als Assistenzcoach zur russischen Delegation.