Hamburg

Olympiade des Breitensports: Hauptsache dabei sein

HSV-Präsident Marcell Jansen (2.v.l.) mit seinem Siegerteam. Hansebeach

HSV-Präsident Marcell Jansen (2.v.l.) mit seinem Siegerteam. Hansebeach

Foto: Hansebeach

Bei der Hamburgiade sind 8000 Sportler aktiv, darunter auch in Disziplinen wie Teppich-Curling. Blindentennis-Demonstration am Sonntag.

Hamburg.  Es läuft bei Marcell Jansen. Mit seinen Jungs vom HSV III ist er gerade erst in die Hamburger Fußball-Oberliga aufgestiegen, am Wochenende dann auch noch der Sieg mit dem Team seines Sanitätshauses im Beachsoccer bei der Hamburgiade im Inselpark. Angefeuert von zahlreichen Sportlern, Schaulustigen und Neugierigen. Spaß, Sonne, Sportvergnügen – so soll das sein. Auch für einen Präsidenten des HSV e. V. „Unser Familienfest gemeinsam mit der Deutschen Bahn am Wochenende war ein großer Erfolg“, sagt Alexander Jamil, Geschäftsführer der Servicegesellschaft des Hamburger Betriebssportverbandes (BSV). „Ein wunderbarer Hotspot.“

Der vergangene Sonnabend bot mit insgesamt 18 Sportveranstaltungen die größte Eventzahl bei Hamburgs Freizeit- und Betriebssportfestival, das am kommenden Sonntag mit einer Abschlussveranstaltung beim Betriebssportverband an der Wendenstraße 120 zu Ende geht. „Wir erwarten fast 8000 aktive Sportler, die an den Wettkämpfen teilgenommen haben werden“, sagt Jamil. Mehr als 50 Sportarten und mehr als 200 Entscheidungen um Gold, Silber und Bronze hat es dann gegeben.

Olympiade des Breitensports

Zum vierten Mal führt der BSV sein Breitensportfest überall in der Stadt als olympiaartige Veranstaltung durch. Und mehr noch als bei den Spielen im Zeichen der fünf Ringe gilt hier das Motto: „Dabeisein ist alles.“ Das war zum Beispiel beim Boxen in der Verbandshalle am Braamkamp zu sehen, wo in Zusammenarbeit mit dem Zweitligateam der Giants Sportler in verschiedensten Altersklassen in den Ring kletterten, von zwölf bis 35 Jahre alt.

Auch Fitnessboxer waren dabei, es ging nicht darum, den Gegner plattzumachen, sondern für sich selbst sportlich etwas zu tun. „Niedrigschwellige Angebote sind uns ganz wichtig“, sagt Jamil. Und deshalb gibt es neben den „Klassikern“ wie Leichtathletik, Radfahren, Fußball oder Tennis eben auch solche Exoten wie Tischfußball oder am Sonntag Cross-Boccia oder Teppich-Curling. Für jedermann tatsächlich. „Man muss nicht Mitglied in einer Betriebssportgemeinschaft sein“, stellt Jamil klar. Und gibt zu: „Das ist manchmal etwas unglücklich kommuniziert worden.“ Das Missverständnis ist wohl deshalb entstanden, weil der BSV Veranstalter der Hamburgiade ist. „Wir wollen ja auch niemanden ausschließen, der gerade keine Arbeit hat.“

Höhepunkt war Drachenbootrennen

Ein Höhepunkt war das Drachenbootrennen beim Hafengeburtstag. 20 Boote paddelten laut Jamil vor einer „Riesenzuschauermenge“ um die Wette. Aber auch der „Indoor-Triathlon“ am Sonnabend bei Sponsor Fitness First am Stephansplatz – 200 Meter Schwimmen im Pool, 5000 Meter auf dem Fahrrad-Ergometer und 1000 Meter auf dem Laufband – war mit mehr als 50 Teilnehmern ein Highlight – trotz des guten Wetters.

Nur mit der Unterstützung der „Active City“, von Sponsoren und Partnern sowie der rund 200 freiwilligen Helfer ist dieses Großsportfest möglich. Mit einer Blindentennis-Demonstration und einem Stand-up-Paddling-Rennen gibt es zum Abschluss am nächsten Sonntag von 11 Uhr an weitere Attraktionen. Die Hamburgiade ist ein Erfolg und wird 2020 ihr fünfjähriges Bestehen begehen. Und wenn Marcell Jansen dann auch noch anderswo Erfolge feiern würde, hätte niemand etwas dagegen.