Sport- und Kulturstätten

30 Millionen Euro für diese sechs Projekte in Hamburg

Das Sportgelände an der Eissporthalle Hagenbeckstrasse 124 soll saniert werden.

Das Sportgelände an der Eissporthalle Hagenbeckstrasse 124 soll saniert werden.

Foto: Michael Rauhe

Bund unterstützt Hamburger Stadtteilprojekte mit 13,8 Millionen Euro. Stadt muss in den nächsten Jahren gut 16 Millionen zuzahlen.

Hamburg/Berlin.  Neue Millionen für den Hamburger Sport: Der Haushaltsausschuss des Bundestages bewilligte am Mittwochnachmittag im Rahmen des Programms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ rund 13,8 Millionen Euro für sechs Hamburger Stadtteilprojekte. „In Sport und Kultur steckt die größte gesellschaftliche Integrationskraft, und die brauchen wir heute mehr denn je“, sagt der Hamburger SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs, der sich in Berlin für die Vergabe dieser Mittel einsetzte. Seine Kollegen Niels Annen (SPD) und Rüdiger Kruse (CDU) unterstützten ihn bei den Vorbereitungen.

Insgesamt wurden 200 Millionen Euro verteilt. Rund 1200 Anträge der Kommunen waren für diesen Haushaltstitel eingegangen. Der Bund übernimmt bei jeder bewilligten Maßnahme maximal 45 Prozent der kalkulierten Kosten, der Rest muss von den Städten oder dritter Seite beigesteuert werden.

Dressel: "Jetzt sind Teamgeist und Ausdauer gefragt"

„Die Entscheidungen sind gute Nachrichten für den Hamburger Sport, auch für unsere Bezirke und Stadtteile. Die Kofinanzierung aus dem Hamburger Haushalt wird allerdings eine Kraftanstrengung, die wir nur Schritt für Schritt und im engen Schulterschluss aller Beteiligten schaffen werden“, sagte Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) dem Abendblatt. „Wie beim Sport sind jetzt Teamgeist und Ausdauer gefragt. Ich freue mich aber auf diese besondere sportlich-finanzielle Herausforderung!“

Kahrs, haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, hatte schon im vergangenen August 50 Millionen Euro für das Senatsprogramm „Stromaufwärts an Elbe und Bille“ in Berlin eingeworben. Mit den zusätzlichen 50 Millionen der Stadt sollen im Hamburger Osten in den nächsten acht Jahren Sportplätze, Sporthallen, Tennisplätze, Schwimmbäder und Reithallen saniert, um- oder neu gebaut und zum Teil um Kindertagesstätten und Elternberatungszentren erweitert werden.

Sechs Stadtteilprojekte werden in Hamburg unterstützt

Jetzt werden Projekte in sechs weiteren Stadtteilen unterstützt. Die Vorschläge kamen aus den Bezirken, die wichtigsten Vergabekriterien waren Planungsstand und Nutzen für die Quartiere. Bis 2022 sollen die Maßnahmen umgesetzt sein. „Das ist Stadtentwicklung durch Sport“, sagt Juliane Timmermann, sportpolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion. „Ich freue mich, dass die politische und gesellschaftliche Bedeutung des Sports in den vergangenen Jahren in Hamburg trotz der Absage an Olympia stetig gewachsen ist.“

Und das sind die sechs Projekte:

  • Wilhelmsburger Ruder Club. Wilhelmsburger Ruder Club. Das Vereinsgelände wird ins neue „ Elbinselquartier“ umgelagert. Im neuen Clubhaus sollen Umkleidekabinen, Boots-, Gerätelager und Sozialräume zusammengefasst werden, daneben eine neue Bootshalle mit Werkstatt, Kommunikations- und Lagerräumen entstehen. Kosten: 2,2 Millionen Euro, der Bund zahlt 990.000.
  • Sportzentrum Habichtstraße. Der Schützenhof des SC Urania an der Grenze von Barmbek-Nord zum Stadtteil Dulsberg, bestehend aus einem Grandplatz (Tennebelag), einem Umkleidehaus und Vereinsheim, soll zu einem modernen Sport- und Quartierzentrum ungestaltet, das Angebot um Gesundheits-, Reha und Integrationssport erweitert werden. Der Fußballgrandplatz erhält Kunstrasen. Kosten 4,57 Millionen Euro, Bundesanteil: 2,056 Millionen.
  • Farmsen bewegt sich. In Farmsen-Berne soll die Sportinfrastruktur saniert, das Clubhaus des Farmsener Turnvereins (FTV/2200 Mitglieder) neu gebaut werden. Der Sanitärbereich des vom FTV betriebenen Lehrschwimmbeckens am Bramfelder Weg wird vergrößert. Auf dem Rasenplatz am Berner Heerweg soll Kunstrasen verlegt, die Drainage repariert werden. Kosten: 8,97 Millionen Euro, der Bund gibt 4,045 Millionen.
  • Quartierssporthaus Hamburg Towers. Der 2016 gegründete Breitensportverein Hamburg Towers e.V., bisher 360 Mitglieder, will mit Projektentwickler Imvest auf dessen Grundstück Dratelnstraße ein „Quartierssporthaus“ errichten. Tomislav Karajica, Hauptgesellschafter/Sponsor des Basketball-Zweitliga¬clubs Hamburg Towers ist geschäftsführender Gesellschafter von Imvest. Die drei Gewerbehallen auf dem Gelände werden abgerissen. Im neu zu bauenden Sportzentrum sind eine inklusionsgerechte Dreifeldhalle, ein Fitnessstudio, drei Gym-Flächen für Tanzen, Ballett, Kampf-, Reha- und Gesundheitssport geplant, dazu bespielbare Dachflächen, Räume für Kinderbetreuung, Seminare und Schulungen. Der ehemalige Sportamtsdirektor Thomas Beyer schrieb den Masterplan. „In Wilhelmsburg leben 83 Ethnien. Golf und Tennis sind weniger gefragt, Kampfsport umso mehr“, sagt er. Kosten: 18,39 Millionen Euro, der Bund zahlt 4,5 Millionen. Karajica will das Projekt in eine Stiftung einbetten.
  • Kulturzentrum Motte. Das zwischen 106 und 130 Jahre alte Gebäude des Jugend- und Stadtteilkulturzentrum am Spritzenplatz in Ottensen soll saniert, modernisiert und energetisch erneuert (Dach) werden. Kosten: 2,12 Millionen, der Bund beteiligt sich mit 990.000 Euro.
  • Sportanlagen Hagenbeckstraße. Eine der größten Breitensportanlagen Hamburgs an der Grenze von Stellingen und Lokstedt wird von etwa zehn Vereinen und Verbänden genutzt. Auf dem dortigen Wolfgang-Meyer-Platz spielt die zweite Fußball-Mannschaft des HSV in der Regionalliga Nord. Die benachbarten Großspielfelder sollen in Kunstrasenplätze umgewandelt, die Flutlichtanlage erneuert werden. Kosten: 2,75 Millionen, Bundeszuschuss: 1,2 Millionen Euro.

Unberührt von dieser Sanierung bleiben zunächst die dortige Radrennbahn und Eisfläche im Inneren der Zeltdachkonstruktion. Abriss, Neubau, Sanierung – noch gibt es mehrere Optionen. Zuständig für die Planungen ist die Lenkungsgruppe Active City. Eine Entscheidung steht aus, die Kosten gehen in den zweistelligen Millionenbereich.