Fußball-Ticker

Bayern München muss für die Pleite beim BVB nochmals bluten

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Rassismus-Vorfall: Stadionverbote bei Chelsea

Wegen mutmaßlich rassistischer Beleidigungen gegen den englischen Nationalspieler Raheem Sterling hat Chelsea vier Personen mit vorläufigen Stadionverboten belegt. "Die Untersuchungen in diesem Fall dauern noch an. Wir unterstützen die Polizei-Ermittlungen vollständig und geben jegliche Information an die Behörden weiter", hieß es in dem Statement des sechsmaligen Meisters, der rassistisches Verhalten als "abscheulich" verurteilte.

"Wenn es Beweise gibt, dass Ticketinhaber an rassistischen Verhaltensweisen teilnehmen, verhängt der Club schwere Sanktionen, darunter auch Stadionverbote", so die Blues weiter. Manchester-City-Profi Sterling (24) war am Sonnabend beim 0:2 an der Stamford Bridge am Spielfeldrand von einigen Anhängern der Gastgeber lautstark beschimpft worden. Dies belegen im Netz kursierende Videos.

Der Angreifer erhielt am Montag Rückendeckung von der Spielervereinigung PFA. "Fußball ist ein Mikrokosmos der Gesellschaft, und Ereignisse wie diese unterstreichen das aktuelle politische Klima", sagte Simone Pound: "Wir stehen Schulter an Schulter mit ihm gegen Diskriminierung."

Bayern rückt in der Strafentabelle vor

Rekordmeister Bayern München ist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen Fehlverhaltens seiner Anhänger mit einer Geldstrafe von 13.000 Euro belegt worden. Das Urteil ist rechtskräftig.

Während des Bundesligaspiels bei Borussia Dortmund am 10. November (2:3) wurden im Münchner Zuschauerbereich mindestens zwölf pyrotechnische Gegenstände gezündet und in der Nachspielzeit zudem ein Feuerzeug auf das Spielfeld geworfen.

Mit einer Gesamtsumme von nun 43.000 Euro springen die Bayern in der unrühmlichen Bundesliga-Strafentabelle von Rang sechs auf vier. Spitzenreiter auch hier: Borussia Dortmund (68.000 Euro).

Schalkes Stürmernot: 18-Jähriger neu im Kader

Die Stürmernot bei Schalke 04 wird immer größer. Im letzten Gruppenspiel der Champions League am Dienstag (18.55 Uhr/Sky) gegen Lokomotive Moskau muss Trainer Domenico Tedesco auch auf Steven Skrzybski verzichten. Wegen eines Hämatoms im Brustbereich sei ein Einsatz zu riskant. "Bei gewissen Bewegungen hat er noch Schmerzen", sagte Tedesco am Montag.

Breel Embolo, Mark Uth und Franco Di Santo fallen ohnehin schon länger verletzt aus. Im Revierderby gegen Borussia Dortmund (1:2) musste zudem Guido Burgstaller mit Achillessehnenbeschwerden ausgewechselt werden.

Lediglich Cedric Teuchert steht zur Verfügung. "Bei ihm wird es aber nicht für 90 Minuten reichen", betonte Tedesco. Der Schalker Coach holte deshalb den 18-jährigen Ahmed Kutucu aus der U19 hoch.

"Er wird auf jeden Fall im Kader stehen", sagte Tedesco, ließ aber offen, ob ein Einsatz von Beginn an infrage kommt. Auch der U19-Mittelfeldspieler Benjamin Goller trainiert bei den Profis mit.

Sportlich geht es für Schalke gegen Moskau um nichts mehr. Platz zwei in der Gruppe D und damit das Achtelfinale in der Königsklasse sind bereits sicher. Dennoch will Tedesco "unbedingt gewinnen". Es gehe "auch um die Fünfjahreswertung" und darum, "den deutschen Fußball bestmöglich zu vertreten".

Krawalle bei KFC vs. Hansa haben ein Nachspiel

Nach den schweren Ausschreitungen beim Drittligaspiel zwischen KFC Uerdingen und Hansa Rostock am Sonnabend in Duisburg hat die Polizei die Ermittlungen unter anderem wegen Landfriedensbruch aufgenommen. Früheren Angaben zufolge war vor dem Spiel ein Bus mit 80 Rostocker Fußballfans falsch abgebogen und stand dann zufällig am Eingang für die Krefelder Zuschauer. Die beiden Fangruppen seien direkt aufeinander losgegangen und konnten von der Polizei nur mit dem Einsatz von Reizgas getrennt werden. Dabei wurden mehrere Personen leicht verletzt.

Von rund 170 Personen wurden die Personalien festgestellt, wie Jacqueline Grahl, Sprecherin der Polizei Duisburg, am Montag sagte. Hauptsächlich gehe es um den Vorwurf des Landfriedensbruchs. Es werde aber auch wegen Brandstiftung, Körperverletzung, Benutzung von Feuerwerk und Widerstand gegen Polizeibeamte ermittelt. Unter anderem soll geklärt werden, wie es zu dem Vorfall kommen konnte. „Wir geben zwar Anreiseinformationen raus, dies sind aber keine Verpflichtungen für die Busfahrer. Wie die Busse mit den Hansa-Rostock-Fans in den Heimbereich gekommen sind, müssen wir jetzt untersuchen“, sagte Grahl.

Draxler: Tuchel kann sehr wütend werden

Der deutsche Trainer Thomas Tuchel führt beim französischen Meister Paris St. Germain ein strenges Regiment. Nationalspieler Julian Draxler berichtete in einem Interview mit den Internetportalen spox.com und goal.com, dass sein Coach anders als bei öffentlichen Auftritten intern ohne Rücksicht auf große Namen von Superstars wie des Brasilianers Neymar und des französischen Weltmeisters Kylian Mbappe Klartext spricht.

Obwohl der 45 Jahre alte Coach "nach außen immer die positiven Aspekte eines Spiels in den Vordergrund" stelle, könne man "sicher sein, dass Thomas Tuchel in der Kabine auch ganz anders sein kann", sagte Draxler: "Er fordert sehr viel von seinen Spielern – und wenn wir keine gute Leistung abliefern, ist er auch gnadenlos ehrlich zu uns. Jeder Spieler weiß, was er auf dem Platz zu tun hat. Und wenn einer seinen Job nicht erledigt, kann der Trainer sehr wütend werden."

Hinsichtlich des eingeleiteten Umbruchs in der deutschen Nationalelf nach einem "schrecklichen Jahr" schloss sich Draxler den schon zahlreichen Empfehlungen für eine sanften Generationswechsel an. "Wir hatten Probleme in der Mannschaft. Es gab viele Dinge, die nicht gut gelaufen sind. Wir müssen jetzt eine neue Mannschaft aufbauen. Es ist aber auch wichtig, die Spieler zu respektieren, die schon lange dabei sind und jetzt 30 oder 31 Jahre alt sind", sagt der 25 Jahre alte Weltmeister von 2014.

Islands Held geht nach Katar

Heimir Hallgrimsson, der Island als Nationaltrainer erstmals zu einer WM geführt hat, wechselt in die Wüste. Der 51-Jährige übernimmt den Club Al-Arabi aus Katar. Details der Verpflichtung sollen voraussichtlich am Dienstag bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben werden.

Hallgrimsson hatte sich mit Island für die WM in Russland qualifiziert, die Wikinger blieben dort in der Gruppenphase aber ohne Sieg und schieden aus. Danach erklärte der gelernte Zahnarzt seinen Rücktritt.

Zwei Jahre zuvor zog Island mit Hallgrimsson und Lars Lagerbäck auf der Trainerbank sensationell ins EM-Viertelfinale ein, nachdem der Fußball-Zwerg im Achtelfinale 2:1 gegen England gewonnen hatte.

Ermittlungen gegen Ärzte wegen Astoris Tod

Die Staatsanwaltschaft von Florenz hat Ermittlungen gegen zwei Ärzte in Zusammenhang mit dem Tod des AC-Florenz-Kapitäns Davide Astori im März dieses Jahres aufgenommen. Dies berichteten italienische Medien am Montag.

Die Ärzte, die im Krankenhaus von Florenz und von Cagliari tätig sind, sollen fahrlässig gehandelt haben. Sie hatten Astori ein medizinisches Attest ausgestellt.

Laut diesem sei der Spieler gesund gewesen, obwohl sie Extrasystolen, Herzschläge, die außerhalb des physiologischen Herzrhythmus' auftreten, festgestellt hatten. Gemäß des Autopsieberichts hat eine abnormal erhöhte Herzfrequenz zum Tod des italienischen Nationalspielers geführt.

Der 31-jährige Astori war am 4. März 2018 vor dem Auswärtsspiel in Udine tot in seinem Hotelzimmer gefunden worden. Für Italien bestritt der Verteidiger 14 Länderspiele.

Rassismus: Klopp lobt Sterlings Reaktion

Teammanager Jürgen Klopp vom FC Liverpool hat nach den angeblichen rassistischen Beleidigungen gegen den englischen Nationalspieler Raheem Sterling (Manchester City) Sanktionen gegen die Pöbler gefordert. "Solange die Leute dumm genug sind, so etwas zu tun, müssen sie bestraft werden", sagte Klopp am Montag.

Der frühere Liverpool-Profi Sterling soll am Wochenende im Auswärtsspiel beim FC Chelsea (0:2) von einzelnen Heimfans beleidigt worden sein. Der 24-Jährige reagierte darauf mit einem ungläubigen Schmunzeln.

"Seine Reaktion war brillant", sagte Klopp, "diese Leute verdienen keinen Respekt. Ich bin nicht überrascht, dass so etwas immer noch passiert. Aber mir gefällt, dass wir darauf mit dem Finger zeigen."

Sterling selbst hatte am Sonntag zur Kritik gegen die Medien ausgeholt, die dabei helfen würden, "Rassismus zu befeuern". Konkret warf der Nationalspieler den Zeitungen vor, über Jungprofis abhängig von der Hautfarbe zu berichten. Zum Vorfall an der Stamford Bridge schrieb er bei Instagram: "Ich musste lachen, weil ich nichts Besseres erwartet habe."

Van der Vaart zerlegt Schalke nach Revierderby

Der 109-malige niederländische Nationalspieler Rafael van der Vaart hat kein gutes Haar an der Vorstellung von Schalke im Revierderby gegen Borussia Dortmund (1:2) gelassen. "Kämpfen kann jeder. Aber bei Schalke kann kaum einer den Ball stoppen und weiterspielen. Das ist so erschreckend", sagte der 35 Jahre alte ehemalige HSV-Kapitän bei Sky90.

Auch S04-Mittelfeldspieler Nabil Bentaleb musste sich harsche Kritik vonseiten des einstigen Weltklassespielers van der Vaart, Vize-Weltmeister von 2010, anhören: "Der Bentaleb hat die Nummer 10 auf dem Rücken, gibt aber jeden Ball weg. Da ist jeder Ball weggesprungen."

Sky-Experte Didi Hamann befürchtet Schlimmes für die Königsblauen: "Es wird mit Sicherheit eng, wenn du bis Weihnachten keine fünf, sechs Punkte mehr holst. [...] Die Sache wird mit Sicherheit nicht einfacher, und ich glaube, man hat das komplett unterschätzt."

Arminia Bielefeld trennt sich von Saibene

Achter Trainerwechsel in dieser Saison in der 2. Bundesliga: Arminia Bielefeld hat sich von Coach Jeff Saibene getrennt. Dies gaben die Ostwestfalen am Montag bekannt. Der 50 Jahre alte Luxemburger musste nach zehn Pflichtspielen in Folge ohne Sieg gehen. Am Sonntag war Bielefeld über ein 1:1 gegen den Tabellenvorletzten SV Sandhausen nicht hinausgekommen.

"In dieser Spielzeit ist die erhoffte sportliche Entwicklung leider ausgeblieben. Wir sehen das Erreichen unserer Ziele als gefährdet an", sagte Samir Arabi, Geschäftsführer Sport bei der Arminia: "Nach intensiven Gesprächen mit allen Verantwortungsträgern des Klubs sind wir gemeinsam zu der Überzeugung gelangt, eine Veränderung auf der Position des Chef- sowie Co-Trainers vornehmen zu müssen." Über die Nachfolge will Bielefeld zeitnah informieren.

Saibene war 20 Monate auf der Alm tätig gewesen. Er bewahrte in seiner ersten Zeit in der Spielzeit 2016/17 als Retter die Arminia vor dem Abstieg und führte das Team in der vergangenen Saison überraschend auf den vierten Tabellenplatz, die Teilnahme an der Relegation zur Bundesliga wurde knapp verpasst. In dieser Saison scheint hingegen wieder Abstiegskampf angesagt zu sein. Zurzeit belegt Bielefeld mit 15 Punkten den 14. Tabellenplatz.

Abriss der Darmstädter Kulttribüne läuft

Mit dem Abriss der traditionsreichen Stehplatz-Gegengerade hat Zweitligist SV Darmstadt 98 am Montag den bislang größten Schritt zu einem neuen Stadion gestartet. Entstehen soll bis Ende des kommenden Jahres eine überdachte Tribüne mit Sitz- und Stehplatzrängen. Die Stehplätze sollen bereits ab Beginn der nächsten Saison nutzbar sein. Die Kosten belaufen sich aktuell auf rund 19 Millionen Euro. Danach soll die Haupttribüne neu gebaut werden, was mit bis zu 22 Millionen Euro kalkuliert ist.

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) erinnerte daran, dass die ersten Überlegungen für ein neues Stadion vor fünfeinhalb Jahren mit einer Machbarkeitsstudie unternommen wurden - zu einem Zeitpunkt, da der Verein vor dem Abstieg in die 4. Liga stand. Viele Elemente, die das bisherige Stadion ausgemacht hätten, blieben erhalten. Vor allem aber bleibe die Arena am angestammten Ort.

Lilien-Geschäftsführer Michael Weilguny bekräftigte, dass ein Umbau unabdingbar sei, um künftig im Profifußball spielen zu können. Der Verein hatte das Stadion Anfang des Jahres in Erbpacht von der Stadt übernommen, die sich aber mit bis zu 21 Millionen Euro an den gesamten Baukosten beteiligen will.

Hinrunde für Weltmeister Pavard gelaufen

Für Weltmeister Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart ist die Hinrunde vorzeitig beendet. Der 22-jährige Franzose habe sich beim 0:3 bei Borussia Mönchengladbach am Sonntag einen Muskelbündelriss an der Rückseite des rechten Oberschenkels zugezogen, teilte der VfB am Montag mit. Der Abwehrspieler werde damit mehrere Wochen ausfallen und vor der Winterpause nicht mehr zum Einsatz kommen. Pavard war in Gladbach in der 84. Minute wegen der Verletzung ausgewechselt worden.

Auch die Ex-Nationalspieler Dennis Aogo und Andreas Beck verletzten sich bei der Auswärtsniederlage. Aogo habe eine Muskelverhärtung in der Wade, die in den kommenden Tagen intensiv behandelt werde, heißt es in der Mitteilung weiter. Rechtsverteidiger Beck, der wegen Knieproblemen zur Halbzeit ausgewechselt worden war, kann dagegen möglicherweise schon im nächsten Heimspiel am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) gegen Hertha BSC wieder spielen.

Höwedes: Seele des Fußballs wird verkauft

Ex-Nationalspieler Benedikt Höwedes hat die Einführung weiterer internationaler Wettbewerbe und die verschiedenen TV-Übertragungen scharf kritisiert. „Es ist einfach zu viel. Ich habe das Gefühl, dass momentan die Seele des Fußballs verkauft wird“, sagte der 30-Jährige dem „Westfälischen Anzeiger“ in einem Interview. Höwedes, der bis zum Sommer 2017 für Schalke 04 spielte, kehrt am Dienstag (18.55 Uhr/Sky) in der Champions League mit Lokomotive Moskau nach Gelsenkirchen zurück.

Angesichts unterschiedlicher Sendezeiten und TV-Sender bei europäischen Wettbewerben sagte der Weltmeister von 2014: „Es dürfte auch immer schwieriger für den Fußball-Fan sein, größtes Interesse zu zeigen, wenn jetzt zum Beispiel mit der Europa League 2 noch ein weiterer Wettbewerb dazu kommt. Sogar von uns Spielern wissen ja einige gar nicht mehr, auf welchem Sender man denn jetzt noch einzelne Spiele der Champions League im Fernsehen sehen kann. Irgendwie geht ein bisschen die Freude am Fußball verloren.“

Kritik der Fans könne er daher nachvollziehen. „Es geht schließlich um die Fans. Der Profi-Fußball ist doch etwas so Besonderes, weil wir fast stets in ausverkauften Stadien spielen“, sagte Höwedes. „Warum also jene vergraulen, die ein normales Spiel zu einem besonderen machen? Dafür sehe ich keinen Grund.“

Robben liebäugelt mit Karriereende

Arjen Robben (FC Bayern München) wird seine Karriere möglicherweise schon nach dieser Saison beenden. Es sei noch nicht "100-prozentig klar“, ob er weiter Fußball spielen wolle, sagte der 34-Jährige im „Kicker“-Interview und stellte fest: „Vielleicht höre ich ganz auf.“

Robben hatte am Sonntag vor einer Woche das Ende seiner Zeit beim FC Bayern verkündet. „So etwas ist natürlich ein großer Schritt. Das entscheidest du nicht an einem Tag, einfach mal so“, sagte Robben. „Ich habe viel und gut darüber nachgedacht. Ich bin jetzt aber sehr glücklich, dass ich diese Entscheidung getroffen und sie mitgeteilt habe. Dass es jetzt so feststeht, fühlt sich gut an, gerade gegenüber den Fans und dem Verein. Es war der richtige Zeitpunkt.“ Robben spielt seit 2009 bei den Münchnern.

Nun wartet der Niederländer auf das optimale Angebot. „Die Lage ist für mich so: Wir schauen und warten, was es an Möglichkeiten gibt.“ Jeder wisse, dass er bei Bayern aufhöre. „Wenn ein Angebot vorbeikommt, von dem ich wirklich zu 100 Prozent überzeugt bin und sage, das ist noch mal was Schönes, das will ich machen, dann spiele ich weiter. Wenn das ideale Angebot nicht kommt, dann kann auch Schluss sein.“ Auch eine Rückkehr in die Heimat sei für ihn vorstellbar.

Pfannenstiel neuer Sportvorstand in Düsseldorf

Weltenbummler Lutz Pfannenstiel wird neuer Sportvorstand bei Fortuna Düsseldorf. Der 45 Jahre alte ehemalige Torhüter verlässt mit sofortiger Wirkung Champions-League-Teilnehmer 1899 Hoffenheim und wechselt zu den Rheinländern, wie beide Vereine am Montag mitteilten. Pfannenstiel wird den Vorstand um Robert Schäfer, Sven Mühlenbeck und Ex-DFB-Trainer Erich Rutemöller erweitern.

"Bereits im ersten Gespräch habe ich gespürt, dass Fortuna Düsseldorf ein spannender Verein ist, in dem sich sehr viel bewegen lässt“, sagte Pfannenstiel in der Mitteilung. Er soll seine Arbeit beim Aufsteiger am 16. Dezember aufnehmen. In Hoffenheim war der Ex-Profi Torhüter „Leiter Internationale Beziehungen“. In seiner Karriere spielte Pfannenstiel für mehr als 20 Vereine in 14 verschiedenen Ländern. Er war damit der weltweit erste Spieler, der in jedem der sechs anerkannten Kontinentalverbände Profifußball spielte. Er war zudem als Experte für diverse TV-Sender tätig gewesen.

Fortunas Aufsichtsratsvorsitzender Reinhold Ernst meinte: "Wir sind gut aufgestellt, wollen aber jetzt den nächsten Schritt gehen und uns auch strukturell weiterentwickeln." Man habe in den letzten Monaten viele Gespräche mit möglichen Kandidaten geführt, so Ernst: "Lutz Pfannenstiel hat uns dabei mit seiner Fachkompetenz und seiner Persönlichkeit überzeugt. Zusammen mit Erich Rutemöller, der weiter ehrenamtlich für die Fortuna im Vorstand tätig sein wird, wird Lutz Pfannenstiel gemeinsam mit Fortunas Verantwortlichen im sportlichen Bereich ein starkes Team bilden."

BVB ohne etliche Stars nach Monaco

Borussia Dortmund muss im letzten Gruppenspiel der Champions League am Dienstag bei AS Monaco auf zahlreiche Stars verzichten. Beim Abflug der Mannschaft am Montagmorgen aus Dortmund fehlten Thomas Delaney (Wadenverletzung), Marco Reus (Oberschenkelverletzung), Jacob Bruun Larsen und Lukasz Piszczek (beide Knieprobleme) sowie Dan-Axel Zagadou (Fußstauchung). Auch Jadon Sancho flog wegen eines Trauerfalls in der Familie nicht mit und Axel Witsel wird geschont. „Das Spiel bei Schalke 04 hat viel Kraft gekostet. Einige Spieler sind angeschlagen. Viele von ihnen mussten wir schon in den letzten Wochen durchschleppen“, sagte Sebastian Kehl, Leiter der BVB-Lizenzspielerabteilung.

Dortmund ist jedoch schon für das Achtelfinale qualifiziert. Gelingt Tabellenführer Atlético Madrid (12 Punkte) beim Dritten FC Brügge (5) kein Sieg, würde der BVB (10) sogar mit einem Erfolg über das bislang sieglose Schlusslicht Monaco (1) noch an den Spaniern vorbeiziehen.

96 fordert Videobeweis-Nachbesserung

Die Verantwortlichen von Hannover 96 fordern von DFB und DFL Nachbesserungen beim Streitthema Videobeweis. "Die Verantwortlichen sollten die Saison vollumfänglich analysieren. Es müssen reproduzierbare Entscheidungen kommen. So wie es jetzt läuft, ist es nicht akzeptabel", sagte Clubchef Martin Kind im NDR-Sportclub.

Noch deutlicher wurden Manager Horst Heldt und Trainer Andre Breitenreiter, die ihrem Frust über den Einsatz des technischen Hilfsmittels nach dem Aufreger-Spiel am Sonntag beim FSV Mainz 05 (1:1) Luft machten. Dabei kam der Videobeweis dreimal zum Einsatz, zweimal waren die Entscheidungen äußerst umstritten.

"Es geht mir nicht um den Schiedsrichter, der etwas falsch bewertet. Das passiert. Was nicht funktioniert, ist der Ablauf der Korrektur", sagte Heldt: "Das ist nicht mehr nachvollziehbar. Die auf dem Platz - der Schiri und die Spieler - sind die Ärmsten. Ich mache dem System einen Vorwurf."

Breitenreiter zeigte sich "wütend und total frustriert" - vor allem aufgrund der Foulelfmeter-Entscheidung gegen Hannover, die zum Ausgleich für den FSV führte (89.).

"So können wir den Videobeweis abschaffen. So macht es keinen Sinn, einen Assistenten einzusetzen, der für Gerechtigkeit sorgen soll", äußerte der Trainer: "Wenn solche Dinge nicht gesehen werden, stellt sich die Qualitätsfrage. Ich erwarte, dass der Video-Assistent das sieht - wir haben doch angeblich die besten Schiedsrichter der Welt."

Direkt im Anschluss an die Partie waren Heldt, Breitenreiter und die Profis wie Niclas Füllkrug ("Ein Skandal") noch wesentlich aufgebrachter. Erst nach Gesprächen mit Schiedsrichter Robert Hartmann (Wangen) in dessen Umkleide beruhigten sich die Gemüter etwas.

Ob der DFB-Kontrollausschuss als Folge der heftigen Schelte Ermittlungen aufnehmen wird, ist noch offen.

Villareal feuert Trainer Calleja

Der spanische Erstligist FC Villarreal hat sich am Montag von Trainer Javier Calleja (40) getrennt. Der Klub zog nach dem 2:3 gegen Celta Vigo am Sonnabend die Reißleine, eine Entscheidung über die Nachfolge ist noch nicht getroffen worden.

Villarreal belegt mit 14 Punkten nur den 17. Tabellenplatz in La Liga und schwebt in akuter Abstiegsgefahr.

Ibrahimovic nicht zurück zu Milan

Zlatan Ibrahimovic wird nicht zum AC Mailand zurückkehren. Milans Sportdirektor Leonardo bestätigte den Verbleib des 37 Jahre alten Superstars beim US-Club Los Angeles Galaxy. "Er hat LA Galaxy sein Wort gegeben und wird Wort halten. Wir haben über eine Rückkehr nachgedacht und er auch, aber er wird bleiben", sagte Leonardo bei Sky Sport Italia.

Zuletzt war in den Medien über ein Intermezzo Ibrahimovics auf Leihbasis für sechs Monate bis zum Beginn der neuen Saison in der nordamerikanischen Profiliga MLS spekuliert worden. "Es wäre eine wundervolle Geschichte gewesen und ein starkes Signal, aber es wird nicht möglich sein", ergänzte Leonardo, der sich nun mit einem Kauf des Spaniers Cesc Fabregas (31/FC Chelsea) beschäftigt. Vor dem Abschluss steht der Transfer des Brasilianers Lucas Paqueta (21/Flamengo) für 35 Millionen Euro.

Der Deal für Publikumsliebling Ibrahimovic, der schon von 2010 bis 2012 für die Rossoneri auf Torejagd gegangen war, sollte nach dem Vorbild von Mailands Leihgeschäften von 2009 und 2010 mit dem englischen Superstar David Beckham ablaufen. Er hätte angeblich eine Option für den Stürmer nach Ablauf seines bis Ende 2019 gültigen Vertrags in den USA beinhaltet.

Liverpool verlängert mit verletztem Profi

Der FC Liverpool hat den Vertrag mit Nationalspieler Joe Gomez bis 2024 verlängert. Der aktuell verletzte 21-Jährige kam 2015 von Charlton Athletic zu den Reds. Er bestritt sechs Länderspiele für die Three Lions. Die WM 2018 in Russland hatte der Abwehrspieler verletzungsbedingt verpasst.

Ronaldo gesteht Enttäuschung wegen Modric

Cristiano Ronaldo (Juventus Turin) hat persönliche Enttäuschung eingeräumt, weil der kroatische Vize-Weltmeister Luka Modric (Real Madrid) in diesem Jahr bei allen großen Wahlen vorne war, zuletzt beim Ballon-d'Or-Votum von France Football.

"Natürlich bin ich enttäuscht, doch das Leben geht weiter, und ich werde weiterhin hart arbeiten. Ich gratuliere Luka Modric, der den Preis verdient hat, doch nächstes Jahr werden wir uns wiedersehen und ich werde alles tun, um wieder den Preis zu erobern", sagte der 33 Jahre alte Portugiese im Interview mit der Gazzetta dello Sport.

Ronaldo hatte teilweise bei den Ehrungen durch Abwesenheit geglänzt und war dafür heftig kritisiert worden. Modric hatte in 2018 auch die Wahlen zum Weltfußballer durch die Fifa und zu Europas Fußballer des Jahres durch die Uefa für sich entschieden.

Er denke, "dass ich jedes Jahr den Goldenen Ball verdiene, ich arbeite für dieses Ziel, doch wenn ich ihn nicht erhalte, ist dies nicht der Weltuntergang". Er respektiere die Entscheidungen. Ronaldo: "Auf dem Spielfeld habe ich alles getan, um den Goldenen Ball zu gewinnen, Zahlen lügen nicht. Doch ich bin nicht weniger glücklich, wenn ich nicht gewinne. Ich habe wunderbare Freunde und eine Familie, ich spiele in einem der besten Klub. Denken Sie, dass ich nach Hause gehe und zu weinen anfange?"

Den Vergleich mit Argentiniens Genius Lionel Messi vom FC Barcelona mag CR7 nicht. "Das ist nicht ein Wettkampf zwischen mir und Messi. Ich tue meine Arbeit, ich habe in jedem Club Erfolg gehabt, und das ist das Wichtigste. Ich mag es nicht, wenn man mich mit anderen vergleicht, das ist nicht richtig", betonte der fünfmalige Weltfußballer.

Er habe in diesem Jahr durch seinen Wechsel von Real zu Juventus sein Leben grundlegend geändert, "ich habe meine Komfort-Zone verlassen und diese Herausforderung hier in Turin angenommen. Alles ist gut gelaufen. Ich habe bewiesen, dass ich immer noch ein unglaublicher Spieler bin", betonte der Juve-Torjäger.

Auf die Frage, ob ihm Messi fehle, antwortete Ronaldo: "Nein, vielleicht fehle ich ihm. Ich habe in England, Spanien, Italien und Portugal, sowie in der portugiesischen Nationalmannschaft gespielt, während er immer nur in Spanien war. Für mich ist das Leben eine Herausforderung."

Es wäre schön, "wenn Messi eines Tages nach Italien käme. Er sollte wie ich die Herausforderung annehmen. Wenn er aber so glücklich ist, respektiere ich ihn. Er ist ein wunderbarer Spieler und ein guter Junge", äußerte der Europameister.

Ex-Coach Redknapp gewinnt Dschungelcamp

Der frühere Premier-League-Trainer Harry Redknapp hat mit 71 Jahren die britische Version des Dschungelcamps gewonnen. „Ich bin erstaunt, dass ich die drei Wochen überlebt habe“, meinte die Fußball-Legende am Sonntagabend im Programm des Senders ITV. Redknapp musste zuvor im australischen Dschungel Schafshirn und Fischaugen verspeisen.

Während seiner Zeit im Camp amüsierte der Brite die Fernsehzuschauer mit Anekdoten aus seiner Trainerlaufbahn und seiner über 50 Jahre dauernden Ehe. Die Ekelshow habe er zuvor nie gesehen, meinte er zum Einzug.

Redknapp trainierte in seiner langen Karriere unter anderem Clubs wie die Tottenham Hotspurs, den FC Portsmouth und die Queens Park Rangers. Zuletzt saß er auf der Bank des Zweitligisten Birmingham City und wurde im Sommer 2017 entlassen.

In Deutschland beginnt im Januar die neue Staffel der RTL-Show „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“. Dort kämpfen Medienberichten zufolge C-Promis wie Bob-Olympiasiegerin Sandra Kiriasis, „Alf“-Stimme Tommi Piper und „Eis am Stiel“-Star Sibylle Rauch um die Dschungelkrone. Offiziell bestätigt hat RTL die Namen noch nicht.

Frankfurts da Costa denkt nicht an DFB-Team

Eintracht Frankfurts Dauerbrenner Danny da Costa verschwendet trotz seiner starken Leistungen in der Bundesliga und der Europa League keine Gedanken an einen Sprung ins DFB-Team. "Ich bin froh darüber, wie es momentan läuft, dass ich viele Spiele machen kann. Doch mit dem Thema Nationalmannschaft beschäftige ich mich nicht. Um dahin zu kommen, muss man über einen längeren Zeitraum sehr, sehr konstant gewesen sein“, sagte da Costa in einem Interview dem „Kicker“ (Montag).

Der 25-Jährige hat nach einer langen Verletzung von Teamkollege Timothy Chandler in dieser Saison bisher jedes Pflichtspiel absolviert. Er spielt als Rechtsverteidiger auf einer Position, in der es auch im Nationalteam nach der Versetzung von Joshua Kimmich ins Zentrum durchaus eine Vakanz gibt.

Die Eintracht sieht da Costa nach dem Trainerwechsel von Niko Kovac zu Adi Hütter deutlich offensiver aufgestellt. „Unser Spiel ist risikoreicher geworden. Das sieht man an den Ergebnissen. Letztes Jahr war unser Aushängeschild, dass wir oft zu null gespielt haben. Jetzt schießen wir deutlich mehr Tore und zeigen in der Offensive eine noch größere Entschlossenheit“, erklärte er.

Gago im Copa-Finale der Pechvogel deluxe

Unglaubliches Verletzungspech: Bei der Final-Niederlage in der Copa Libertadores hat Fernando Gago (Boca Juniors) sich zum dritten Mal in seiner Karriere einen Achillessehnenriss zugezogen – und das zum dritten Mal in einem Spiel gegen den am Sonntag in Madrid mit 3:1 nach Verlängerung siegreichen Erzrivalen River Plate.

Der erst in der 89. Minute eingewechselte Ex-Nationalspieler erlitt die Verletzung ohne Fremdeinwirkung kurz vor dem Ende der Nachspielzeit am rechten Fuß. In den Duellen gegen den Lokalkonkurrenten aus Buenos Aires am 13. September 2015 und am 24. April 2016 war jeweils das linke Bein betroffen gewesen.

Der 32-Jährige, der zwischen 2007 und 2011 das Trikot von Real Madrid trug, hatte sich am 5. Oktober des vergangenen Jahres auch einen Kreuz- und Innenbandriss im rechten Knie zugezogen. Dies aber nicht gegen River Plate, sondern in einem Länderspiel gegen Peru.

VfB-Ultras prügeln auf Gladbacher ein

Nach gewaltsamen Angriffen auf Fans von Borussia Mönchengladbach haben mehr als 100 Stuttgarter Ultras die Auswärtspartie ihres VfB bei den Fohlen verpasst. Sie bewarfen die Ultras ihres Bundesliga-Rivalen am Sonntagnachmittag in der Nähe des Stadions in Mönchengladbach mit Flaschen und schlugen auf sie ein, wie die Polizei mitteilte.

Die Auseinandersetzungen gingen allein von den Stuttgartern aus, wie ein Polizeisprecher gestützt auf Zeugenaussagen sagte. Beamte konnten die kämpfenden Fans mit Pfefferspray und herbeigerufenen Verstärkungskräften trennen. Dann zwangen sie die Stuttgarter Ultras, noch vor Spielbeginn mit ihren Bussen den Heimweg anzutreten und begleiteten sie bis zur nordrhein-westfälischen Landesgrenze.

Beim Gerangel wurden vier Polizisten leicht verletzt. Gegen die prügelnden Stuttgarter wird wegen schweren Landfriedensbruchs und Körperverletzung ermittelt.