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Muss der HSV in Duisburg ohne Kapitän Hunt auskommen?

Der HSV-Sieg gegen Paderborn in der Abendblatt-Analyse

Die Abendblatt-Reporter Kai Schiller und Henrik Jacobs über den 1:0-Erfolg des HSV gegen Paderborn.

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Podolskis Mitspieler im Volkspark. Neuer Trainer für einen der nächsten HSV-Gegner. Ambrosius bangt um Knie. Neues von Katja Kraus.

Hunt wackelt für Spiel in Duisburg

Bei feinstem hanseatischem Schietwetter haben die Profis am Vormittag ihre Vorbereitungen auf das nächste Abendspiel beim MSV Duisburg aufgenommen. Beim Training des Tabellenführers für die Partie am Freitag (18.30 Uhr/Sky und im Liveticker auf abendblatt.de) beim Tabellen-15. waren Kapitän Aaron Hunt (muskuläre Probleme) sowie Pierre-Michel Lasogga, Tatsuya Ito und Vasilije Janjicic (alle Belastungssteuerung) nicht mit auf dem Rasen.

Zu Hunt sagte Trainer Hannes Wolf nach der Einheit: "Er hat leichte muskuläre Probleme. Wir müssen von Tag zu Tag schauen, wann wir ihn wieder ins Training eingliedern können. Es kann schnell gehen, aber auch eng werden für Freitag."

Podolski-Kollege trainiert mit Torhütern

Dafür konnte Wolf im Volkspark einen Testspieler begrüßen. Der 24 Jahre alte japanische Torwart Daiya Maekawa von Lukas Podolskis und Andres Iniestas J-League-Verein Vissel Kobe absolviert bei den Hamburgern derzeit ein zehntägiges Fortbildungstraining.

Der 24-jährige Maekawa erkämpfte sich vier Spieltag vor Schluss einen Stammplatz bei Kobe, mit denen er in den anschließenden Partien sieben Treffer kassierte. Mit Ex-Kapitän Gotoku Sakai und Tatsuya Ito stehen beim HSV derzeit bereits zwei Japaner unter Vertrag.

Und Sakai führte seinen Landsmann bereits am Sonntag schon einmal über den Weihnachtsmarkt auf dem Rathausmarkt:

Erster Auswärtsgegner 2019 mit neuem Coach

Der HSV wird zum ersten Auswärtsspiel des neuen Jahres etwas umplanen müssen, denn Gegner Arminia Bielefeld wird dann von einem neuen Trainer betreut. Wie der Club am Montag bekannt gab, übernimmt Uwe Neuhaus, der Anfang der Saison noch bei Dynamo Dresden an der Seitenlinie stand, beim Zweitligisten. Zuvor hatten sich die Ostwestfalen von Coach Jeff Saibene getrennt. Der 50 Jahre alte Luxemburger musste nach zehn Pflichtspielen in Folge ohne Sieg gehen. Am Sonntag war die Arminia über ein 1:1 gegen den Tabellenvorletzten SV Sandhausen nicht hinausgekommen.

Saibene war 20 Monate auf der Alm tätig gewesen. Er bewahrte in seiner ersten Zeit in der Spielzeit 2016/17 als Retter die Arminia vor dem Abstieg und führte das Team in der vergangenen Saison überraschend auf den vierten Tabellenplatz, die Teilnahme an der Relegation zur Bundesliga wurde knapp verpasst.

In dieser Saison scheint hingegen wieder Abstiegskampf angesagt zu sein. Zurzeit belegt Bielefeld mit 15 Punkten den 14. Tabellenplatz. Das Hinspiel in Hamburg verlor Bielefeld mit 0:3, zum Rückspiel kommt es am Sonnabend, den 2. Februar (13 Uhr). Über Saibenes Nachfolge will Bielefeld zeitnah informieren.

Narey nahm sich Fan-Frage zu Herzen

Mit der Note 1,5 war Orel Mangala für den "Kicker" beim 1:0-Sieg gegen den SC Paderborn der Spieler des Spiels. Das dürfte auch Khaled Narey so eingeordnet haben, schließlich profitierte der Siegschütze bei seinem goldenen Treffer von der überragenden Vorarbeit seines belgischen Mannschaftskollegen.

Möglicherweise hatte sich Mangala bei seinem unwiderstehlichen Marsch und dem Auge für den mitgelaufenen Rechtsaußen auch an einen gemeinsamen Auftritt mit Narey nur wenige Tage vor dem Spiel erinnert. Denn im dritten Video-Törchen des HSV-Adventskalenders hatte Mangala die Frage eines Fans an Narey weitergetragen, warum dieser immer nur auswärts treffe.

Die HSV-Einzelkritik gegen Paderborn

"Gute Frage, weiß ich nicht", antwortete Narey zunächst. Um dann nachzuschieben: "Ich bin froh, dass ich überhaupt treffe. Aber ich gebe mir Mühe, dass ich in den nächsten Heimspielen auch zuhause treffe." Mangala nahm diese Ansage stumm zur Kenntnis – und ließ mit seinem Assist am Freitag dann lieber Taten statt Worte folgen.

Genauso wie Narey, der nach zuvor vier Auswärtstoren und einer vergebenen Großchance zu Beginn des Spiel gegen Paderborn nun endlich auch einmal im Volksparkstadion jubeln durfte. In der aktuellen Adventskalener-Fragerunde verzichtete Josha Vagnoman unterdessen auf kernige Ansagen – verriet dafür aber zumindest, weshalb er die Rückennummer 27 trägt.

Josha Vagnoman beantwortet Fragen der Fans

Son und Beister glänzen

Erfolgreiches Wochenende für zwei ehemalige Hamburger Publikumslieblinge. In der Premier League wurde Heung-MIn Son mit einem Traumtor und einer Vorlage beim 2:0-Sieg von Tottenham Hotspur bei Leicester City zum Matchwinner. In der dritten Liga brillierte Maxi Beister für den KFC Uerdingen gegen Hansa Rostock (2:1), indem er das Spiel mit zwei Treffern fast im Alleingang entschied.

Die Son-Show gegen Leicester im Video:

Ambrosius bangt um sein Knie

Das Spiel zwischen der U 21 des HSV und Holstein Kiel II war schon einige Minuten vorbei, da humpelte Stephan Ambrosius als Letzter Richtung Kabine. "Mein Knie", sagte der 19-Jährige nur kurz, ehe er im Umkleideraum verschwand, damit sich der Mannschaftsarzt seine Verletzung noch einmal genauer anschauen konnte.

In der ersten Halbzeit gegen Kiel hatte sich der Verteidiger, den das Abendblatt in seiner ersten Saison als Lizenzspieler begleitet (Projekt Profi), sein rechtes Knie überdehnt. Schon mehrfach hatte er sich an seinem Problemknie verletzt.

Am Montag muss Ambrosius zur Kernspinuntersuchung, um eine schwerere Verletzung auszuschließen. Am Sonntagabend nach einem Adventsessen bei seiner Tante klang Ambrosius schon optimistischer. Die Hinrunde könnte für ihn aber gelaufen sein. "Jetzt wünsche ich mir trotzdem eine schöne Weihnachtszeit."

Stephan Ambrosius: Rückschlag im "Projekt Profi"
Stephan Ambrosius: Rückschlag im "Projekt Profi"

HSV II bastelt an toller Defensivserie

Gar nicht erst auflaufen für die zweite Mannschaft gegen Kiel konnte Fabian Gmeiner. Der 21 Jahre alte Österreicher musste wegen seines Ende November erlittenen Mittelhandbruchs noch einmal zusehen. Nach der Winterpause soll der Rechtsverteidiger aber wieder ins Training einsteigen können.

Steffen Weiß wehrt sich gegen Vorwürfe

Ein Rückkehrer hat indes großen Anteil an der stabilisierten Defensive: Seit Kapitän Sebastian Haut nach monatelangem Ausfall wegen einer Knöchelverletzung wieder mitmischt, ist der HSV II in vier der letzten sechs Spiele ohne Gegentreffer geblieben. Insgesamt hat die Mannschaft von Trainer Steffen Weiß nun seit 298 Minuten den Kasten sauber gehalten.

Der Sieg gegen Paderborn in Bildern:

Katja Kraus für Frauenquote im Fußball

Ex-Vorstandsmitglied Katja Kraus hat sich für eine Frauenquote im Männerfußball stark gemacht. "Ich bin überzeugt, das würde nicht nur den Fußball, sondern den gesamten Sport nach vorne bringen", sagte die 48-Jährige dem Nachrichtenportal t-online.de. Es sei Frauen derzeit "nur durch Druck von außen, durch eine Quote" möglich, bei Clubs in verantwortungsvolle Positionen zu kommen.

Kraus war von 2003 bis 2011 Vorstandsmitglied des HSV, von 2010 bis 2011 zweite Vorsitzende. Vorbild für eine Frauen-Quote im Fußball könnte ihrer Ansicht nach die Wirtschaft sein. "Man könnte eine Quote für die Aufsichtsräte und Präsidien festlegen. Das operative Management folgt dann mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung", sagte die einst mächtigste Frau im deutschen Fußballgeschäft.

Kraus, die als Torhüterin sieben Länderspiele für Deutschland bestritt und an den Olympischen Spielen 1996 teilnahm, hat zudem ein Sexismus-Problem im Fußball ausgemacht: "Schon weil das Revier so umkämpft ist. Es gibt diese archaische Symbolik. Das Trikot vom Leib reißen, um den muskulösen und tätowierten Oberkörper zu zeigen, zählt dazu. Sprache vor allem. Aussagen wie 'schwule Pässe' oder 'wir sind doch keine Frauen' sind Beispiele dafür."

Inzwischen arbeitet Kraus als geschäftsführende Gesellschafterin der Sportmarketingagentur Jung von Matt und Mitglied des adidas-Aufsichtsrates. Den Fußball hat sie weiter im Blick. Ihr Fazit: "Frauen können das Land führen und Wirtschaftsunternehmen, aber Fußballmanagement wird zur Geheimwissenschaft erklärt. Erstaunlicherweise stellt das niemand infrage."

PK nach dem HSV-Sieg gegen Paderborn

Verhinderter HSV-Profi Seppel Weiß ist tot

Er hätte eine durchaus große Karriere starten können an der Seite von Uwe Seeler & Co., doch eine Knieverletzung machte Werner "Seppel" Weiß im Jahr 1952 trotz bereits unterschriebenen Vertrags beim HSV einen Strich durch die Rechnung. Der Profi-Kontrakt wurde nur ein Jahr später in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst.

Einen bemerkenswerten Werdegang legte der talentierte Außenstürmer anschließend dennoch hin – als Spieler beim Harburger Turnerbund, vor allem aber als Trainer. Als solcher führte er etliche Mannschaften aus Harburg sowie dem dazugehörigen Landkreis zu Meitsertiteln.

Große soziale Verdienste erwarb sich Weiß außerdem als Coach von Häftlingen der JVA Fuhlsbüttel, die er 25 Jahre lang in dem Projekt "Fußball für Strafgefangene" betreute. Unter den zahlreichen Auszeichnungen findet sich auch die "Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes", die Weiß von dem damaligen Bürgermeister Ole von Beust überreicht wurde.

Jetzt ist Seppel Weiß auf tragische Weise ums Leben gekommen. Am vergangenen Freitag wurde der 91-Jährige im Anschluss an eine Seniorenfeier in Meckelfeld auf einem Fußgängerüberweg von einer Autofahrerin übersehen und von ihrem Wagen erfasst. Weiß starb im Beisein seiner 73 Jahre alten Lebensgefährtin noch an der Unfallstelle.

Wehmeyers Almuth feiert groß

HSV-Clubmanager Bernd Wehmeyer ließ am Sonntag seine Ehefrau Almuth hochleben. Im Altonaer Restaurant "Fischereihafen" feierte das "Best Ager"-Model seinen 65. Geburtstag – mit illustren Gästen wie Jörg Wontorra oder Mike Krüger. "Ich würde sie sofort wieder heiraten", sagte Bernd Wehmeyer (drei deutsche Meisterschaften mit dem HSV) der "BIld"-Zeitung über seine Frau, die er 1991 beim Stuttgarter Weindorf (damals noch auf dem Hamburger Rathausmarkt) kennengelernt hatte.