Hamburg

US-Angreiferin bringt neue Energie ins Volleyball-Team

Elizabeth Culpepper auf dem Weihnachtsmarkt
am Rathaus.

Elizabeth Culpepper auf dem Weihnachtsmarkt am Rathaus.

Foto: Witters

Elizabeth Culpepper hat ihre spontane Entscheidung, nach Hamburg zu kommen, nicht bereut. Mit Erfolgsdruck kann sie umgehen.

Hamburg.  Als Ende Oktober der Anruf ihres Agenten kam, musste Elizabeth Culpepper nicht lange überlegen. Weil mit Jasmin Belguendouz und Annalena Grätz zwei Außenangreiferinnen wegen Knieschäden bis Saisonende ausfallen, hatten die abstiegsbedrohten Zweitligafrauen des Volleyball-Teams Hamburg Ersatz gesucht. Culpepper hatte kein Team, das sie im Stich lassen musste, auch ihr Job als Aushilfslehrerin in ihrer kalifornischen Heimat San Luis Obispo hielt sie nicht zurück. Also stieg die 24-Jährige bereits am nächsten Tag ins Flugzeug, um im fernen Deutschland die Notfallhelferin zu geben.

Team hat sie super aufgenommen

Ein Monat und drei Spiele sind seitdem vergangen. Zeit genug für die US-Amerikanerin, um ihre spontane Entscheidung als goldrichtig einzustufen. „Mein Team hat mich super aufgenommen, die Liga hat ein gutes Niveau, Hamburg ist eine sehr hübsche Stadt – ich bin sehr zufrieden mit allem“, sagt die Angreiferin, deren Aufgabe es ist, den starken Zuspielerinnen Luise Klein und Lisa Senger als adäquate Anspielstation zur Verfügung zu stehen und die Punkte abzuschließen. „Natürlich ist es nicht leicht, sich sofort zurechtzufinden, wenn man die Sprache nicht spricht und die Liga nicht kennt“, sagt sie, „aber ich bin ein sehr kommunikativer Mensch, liebe meinen Sport und bin froh, dass ich mit meiner Energie helfen kann.“

Studienzeit auf Hawaii

Diese Energie versprüht die 183 Zentimeter große Athletin, die mit 13 Jahren schon ausgewachsen war und deshalb zum Volleyball geschickt wurde, auch im Gespräch. Sie beschäftige sich viel mit Psychologie, habe gelernt, Erfolgsdruck und Versagensängste nicht mehr an sich herankommen zu lassen. „Früher habe ich Verlieren mehr gehasst als Gewinnen geliebt. Heute bin ich viel relaxter“, sagt sie. Zur Entspannung trage bei, dass sie viel zeichnet, malt und wandern geht. Vor allem aber habe sie die Studienzeit auf Hawaii geprägt. „Dort habe ich gelernt, dass Perfektion eine Illusion ist und zu hohe Erwartungen nur enttäuscht werden können“, sagt sie. Im Heimspiel am Sonnabend (19 Uhr, CU-Arena) gegen Stralsund einen Sieg zu erwarten sei indes nicht vermessen. „Wenn wir alle unser Können abrufen, sind wir stark genug dafür.“