French Open

Nach sechs Jahren: Kerber erstmals wieder im Viertelfinale

Angelique Kerber blieb gegen Caroline Garcia immer fokussiert

Angelique Kerber blieb gegen Caroline Garcia immer fokussiert

Foto: PASCAL ROSSIGNOL / REUTERS

Marterer schlägt sich gegen Sandplatzkönig Nadal achtbar. Zverev jetzt gegen Thiem. Match des Tages fällt aus.

Paris. Angelique Kerber ist bei den French Open nicht zu stoppen und kommt einem weiteren ganz großen Tennis-Coup immer näher. Die einstige Nummer eins steht auch im zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres im Viertelfinale und hat es zum zweiten Mal nach 2012 unter die letzten acht in Paris geschafft. Dort bekommt die 30 Jahre alte Norddeutsche nach dem unerwartet klaren 6:2, 6:3 über die Französin Caroline Garcia eine Revanche gegen die Rumänin Simona Halep. An der Weltranglistenersten war Kerber im Januar im Halbfinale der Australian Open nach zwei vergebenen Matchbällen knapp gescheitert.

„Ich bin einfach glücklich, weitergekommen zu sein. Ich werde versuchen, so wie in den letzten Tagen weiterzuspielen“, sagte Kerber. Die deutsche Damentennis-Chefin Barbara Rittner zeigte sich als TV-Expertin für Eurosport überzeugt: „Ich glaube, sie weiß, was sie zu tun hat.“

Kerber löst Görges ab

In ihrem ersten Duell mit Garcia zeigte Kerber von Beginn an einen extrem starken Auftritt und ließ damit auch das Publikum auf dem Court Suzanne Lenglen schnell verstummen. Auch im zweiten Durchgang führte die entfesselte Linkshänderin umgehend mit einem Break. Am Ende brachte sie den Sieg gegen eine fehlerhafte Gegnerin trotz vier vergebenen Matchbällen beim Stand von 5:1 locker ins Ziel.

Kerber ist die letzte im Turnier verbliebene Deutsche. Durch ihren Viertelfinal-Einzug wird sie in der kommenden Woche außerdem unter die Top Ten der Weltrangliste zurückkehren und Julia Görges (Bad Oldesloe), die in Runde drei gegen Serena Williams (USA) ausgeschieden war, als deutsche Nummer eins ablösen.

Marterer schlägt sich gegen Nadal achtbar

Maximilian Marterer hat in seinem Achtelfinale gegen Topfavorit Rafael Nadal die erwartet deutliche Niederlage kassiert. Der 22-Jährige verlor bei seiner Premiere auf dem Centre-Court von Roland Garros trotz einer insgesamt mehr als achtbaren Leistung nach 2:30 Stunden 3:6, 2:6, 6:7 (4:7).

„Der dritte Satz war wirklich hart. Maximilian ist ein sehr guter Spieler“, sagte Nadal nach dem Match: „Ich wünsche ihm alles Gute für die Zukunft.“ Tennislegende Boris Becker befand bei Eurosport: „Es war ein toller Auftritt von Maxi. Es war natürlich ein Mount Everest, den er heute besteigen musste. Im dritten Satz hat er das richtig stark gemacht.“

Für Nadal war es der 900. Erfolg als Profi und im vierten Match des Turniers der vierte Dreisatzerfolg. Der Rekordsieger, der schon im Vorjahr mit einer weißen Weste zu seinem zehnten French-Open-Titel marschiert war, hat nun 37 Sätze in Paris in Folge gewonnen. Lediglich der Schwede Björn Borg legte zwischen 1979 und 1981 eine bessere Serie hin (41).

Nadal setzt sich von Connors ab

Mit 234 Erfolgen bei Grand-Slam-Turnieren ist Nadal nun alleiniger Dritter dieser Rangliste hinter Roger Federer und Novak Djokovic und vor Jimmy Connors. Sein nächster Gegner ist am Mittwoch der Argentinier Diego Schwartzman, der den mehrere Köpfe größeren US-Open-Finalisten Kevin Anderson aus Südafrika nach einem 0:2-Satzrückstand noch niederrang. Der Weltranglisten-Zwölfte Schwartzman siegte 1:6, 2:6, 7:5, 7:6 (7:0), 6:2.

Marterer verbuchte mit dem Einzug ins Achtelfinale dennoch den bislang größten Erfolg seiner noch jungen Karriere. Nachdem er 2017 seine ersten 14 Erstrundenmatches auf der ATP-Tour allesamt verloren hatte, war dies zuvor der Drittrundeneinzug bei den Australian Open im Januar. In den ersten Runden von Paris hatte er gegen Ryan Harrison (USA), Denis Shapovalov (Kanada/Nr. 24) und Jürgen Zopp (Estland) gewonnen.

Serena Williams muss absagen

Damit steht als einziger der deutschen Herren Alexander Zverev im Viertelfinale. Der Weltranglisten-Dritte aus Hamburg trifft am Dienstag auf den Österreicher Dominic Thiem.

Die einstige Weltranglistenerste Serena Williams aus den USA zog wegen einer schmerzhaften Brustmuskelverletzung kurz zuvor für das mit Spannung erwartete Achtelfinale gegen die Russin Maria Scharapowa zurück. „Im Moment kann ich nicht aufschlagen. Ich bin mehr als enttäuscht“, sagte Williams (36), "so etwas hatte ich noch nie." Sie will sich nun in Paris genau untersuchen lassen.