Fußball-Ticker

Wolfsburg trennt sich vor HSV-Spiel von Sportdirektor

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Wolfsburg und Sportdirektor Rebbe trennen sich

Jetzt ist es offiziell: Der VfL Wolfsburg und Sportdirektor Olaf Rebbe (39) gehen mit sofortiger Wirkung getrennte Wege. Wolfsburg sprach am Freitagabend von Trennung "in beiderseitigem Einvernehmen". Der Vertrag werde zum 30. Juni 2018 aufgelöst, Rebbe aber ab sofort freigestellt. Am Sonnabend ist in einem vorentscheidenden Duell um den Abstieg der HSV zu Gast in Wolfsburg. Rebbe, der sich "bei allen Beteiligten für eine intensive Zeit" bedankte, war seit März 2013 für den VfL tätig und im Januar 2017 in Wolfsburg offiziell als sportlich Verantwortlicher auf Klaus Allofs gefolgt. Seine Bilanz ist mit insgesamt drei verpflichteten Trainern, Ausgaben von 112 Millionen Euro für Neuzugänge und dem aktuellen Tabellenrang 14 dürftig.

Heynckes: WM-Teilnahme für Boateng nicht in Gefahr

Jérôme Boateng wird laut Bayern-Trainer Jupp Heynckes bei der WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) voll einsatzbereit sein. "Ich sehe überhaupt keine Gefahr für die WM", sagte Heynckes über seinen Abwehrspieler, der im Halbfinalhinspiel der Champions League gegen Real Madrid (1:2) eine strukturelle Verletzung der Adduktoren-Muskulatur im linken Oberschenkel erlitten hatte. "Jérôme wird, so wie ich ihn und unseren Arzt Doktor Müller-Wohlfahrt verstanden habe, natürlich bei der WM dabei sein und auch vorher schon trainieren können", sagte Heynckes.

Die "Sport-Bild" und der "Kicker" hatten über eine Pause von vier bis sechs Wochen berichtet. Boateng selbst hatte bei Instagram geschrieben: "Lebe, fühle, liebe, lache, weine, spiele, gewinne, verliere, stolpere, falle, aber stehe immer wieder auf. Jetzt heißt es kämpfen, um in Russland dabei zu sein. Dafür werde ich alles geben." Seine Bayern-Kollegen wolle er im Saisonendspurt "so gut es geht supporten".

Boateng war wegen einer schweren Oberschenkelverletzung erst im vergangenen Jahr von Mai bis September ausgefallen. Bei der EM 2016 hatte er sich einen Muskelbündelriss zugezogen und danach lange gefehlt. Zuletzt hatte er wieder an seine starken Leistungen anknüpfen können.

Nach Ausschreitungen: Rom verhängt Alkoholverbot

Nach den schweren Ausschreitungen am Rande des Halbfinalhinspiels der Champions League zwischen dem FC Liverpool und der AS Rom (5:2) wollen die italienischen Behörden ein dreitägiges Alkoholverbot in Roms Stadtzentrum und rund um das Olympiastadion verhängen. Vom 1. bis 3. Mai soll der Alkoholkonsum auf öffentlichen Plätzen verboten werden, um Ausschreitungen rund um das Rückspiel am Mittwoch in Italiens Hauptstadt zu verhindern. Dies berichteten italienische Medien.

Bei den Krawallen am Dienstag war ein Liverpool-Anhänger lebensgefährlich verletzt worden, zwei italienische Hooligans wurden festgenommen. Zudem arbeitet die Polizei in Rom bereits fieberhaft an einem Sicherheitskonzept. Ein Treffen zur Besprechung der Vorkehrungen, auch unter Beteiligung der beiden Clubs sowie der Uefa, fand am Freitag in Rom statt.

Über 1000 Sicherheitskräfte sollen nach Polizeiangaben rund um das Stadion sowie im Stadtzentrum zum Einsatz kommen. Es wird mit rund 5000 Liverpool-Fans in Rom gerechnet. Roms Coach Eusebio Di Francesco verurteilte die Gewalt der AS-Rom-Anhänger und drückte dem verletzten Fan und seiner Familie seine Solidarität aus. "Ich hoffe, dass das Rückspiel ein Fest des Sports sein wird", sagte der Trainer.

Keine Halbzeitshow beim DFB-Pokal

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verzichtet nach der Kritik im Vorjahr beim DFB-Pokal-Finale am 19. Mai (20.30 Uhr/ARD) zwischen Bayern München und Eintracht Frankfurt auf einen Showact zur Halbzeit. "Wir stellen den Fußball absolut in den Mittelpunkt. Es wird keine Halbzeitshow und keine Pokallady geben", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel am Freitag bei der Pokalübergabe von Vorjahressieger Borussia Dortmund an die Austragungsstadt Berlin.

Grindel erklärte, dass es in diesem Jahr nur um Fußball gehen werde. "Die zwei Clublegenden Paul Breitner und Charly Körbel werden den Pokal ins Stadion tragen. Ich hoffe, die Stimmung wird wieder besser", sagte der DFB-Boss.

Im vergangenen Jahr hatte der Auftritt von Schlagersängerin Helene Fischer zur Pause für jede Menge Pfiffe und Kritik gesorgt. Der Pokal war in den vergangenen Jahren von einem weiblichen Star im goldenen Kleid ins Olympiastadion gebracht worden. Zudem hatte es lautstarke Wechselgesänge gegen den DFB durch beide Fangruppen gegeben. Es wäre schön, wenn „das, was an schlechter Stimmung verbreitet wurde“, nicht mehr passiere, sagte Grindel.

Emery verlässt PSG – weg frei für Tuchel?

Der aus Spanien stammende Trainer Unai Emery verlässt den bereits als Meister feststehenden französischen Spitzenclub Paris Saint-Germain (PSG). „Ich habe den Spielern meinen Weggang mitgeteilt“, sagte Emery am Freitag Medienvertretern in Paris. Emery hatte das Starensemble mit Neymar & Co. zwei Jahre lang trainiert.

Emerys Vertrag bei PSG läuft im Juni aus. Er bedankte sich bei Clubpräsident Nasser al-Khelaifi, Sportdirektor Antero Henrique, den Spielern und den Fans. Emery machte deutlich, dass er nicht im Streit scheidet: „Ich bin ruhig“, sagte er. „Ich bin zufrieden.“

Zuletzt hatte es immer wieder Medienberichte gegeben, wonach der frühere Dortmund-Trainer Thomas Tuchel bei den Pariser einen Zweijahresvertrag erhalten soll.

Niedersachsen führt neuen Pokalwettbewerb ein

Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) reformiert seinen Landespokal. Von der kommenden Saison an gibt es zwei Wettbewerbszweige mit jeweils einem Endspiel. Beide Sieger qualifizieren sich für den folgenden Wettbewerb im DFB-Pokal. Das teilte der NFV am Freitag mit.

In einem Wettbewerb spielen künftig die niedersächsischen Drittliga- und Viertligaclubs, im anderen die Vereine aus der fünftklassigen Oberliga sowie der Cupsieger der vier NFV-Bezirke. Niedersachsen entsendet zwei Vertreter unterhalb der 2. Bundesliga in den DFB-Pokal. Dies waren bislang die beiden Endspiel-Gegner des Niedersachsenpokals.

Fifa sperrt hohen Funktionär

Die Ethikkommission des Weltverbandes Fifa hat den früheren brasilianischen Verbandspräsidenten Marco Polo Del Nero lebenslang gesperrt. Der 77-Jährige, über Jahre einer der einflussreichsten Funktionäre im südamerikanischen Fußball, muss zudem eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Schweizer Franken zahlen. Ihm wird unter anderem Korruption vorgeworfen.

Der brasilianische Verband hatte bereits Mitte April einen neuen Präsidenten gewählt. Del Nero war im vergangenen Dezember provisorisch gesperrt worden. Der bisherige Geschäftsführer Rogério Caboclo wird sein neues Amt satzungsgemäß erst im April 2019 antreten. Bis auf Weiteres besetzt Antonio Carlos "Coronel" Nunes (79) als ältester Vizepräsident den CBF-Chefstuhl.

Del Nero gilt als Günstling des im März 2012 auch aufgrund erwiesener Schmiergeldannahme als CBF-Präsident zurückgetretenen Ricardo Teixeira (70) sowie dessen in New York im Zuge des Fifa-Skandals inhaftierten Nachfolgers José Maria Marin.

Bundesrat billigt spätes Public Viewing

Mit Blick auf die WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) können sich die Fans in Deutschland auf nächtliches Public Viewing in Kneipen und Biergärten freuen. Der Bundesrat billigte am Freitag eine Verordnung, die das Public Viewing während der WM auch nach 22 Uhr zulässt. Bereits im Februar hatte das Bundeskabinett den Weg dafür frei gemacht.

Die Weltmeisterschaft sei eine "internationale Sportveranstaltung von herausragender Bedeutung", hieß es in der Begründung. Entsprechende Ausnahmeregelungen hatte es bereits bei den Weltmeisterschaften 2006, 2010 und 2014 sowie der Europameisterschaft 2008 und 2016 gegeben.

In den WM-Gruppenspielen trifft die deutsche Nationalmannschaft am 17. Juni auf Mexiko (17 Uhr), am 23. Juni auf Schweden (20 Uhr) und am 27. Juni auf Südkorea (16 Uhr).

Iniesta verkündet Abschied nach 22 Jahren

Andrés Iniesta hat unter Tränen seinen Abschied vom FC Barcelona nach 22 Jahren bestätigt. "Das ist meine letzte Saison hier. Danke an meine Mitspieler. Barça hat mir alles gegeben", sagte der 33 Jahre alte Kapitän auf einer emotionalen Pressekonferenz, bei der auch sein Trainer Ernesto Valverde und seine Teamkameraden um den deutschen Nationaltorwart Marc-André ter Stegen anwesend waren.

Den erwarteten Wechsel nach China zu Chongqing Lifan verkündete Iniesta jedoch noch nicht, deutete aber an, dass er "niemals" gegen Barça spielen werde.

"Ich hab lange darüber nachgedacht. Ich weiß, was es bedeutet, Kapitän von Barca zu sein. Es ist sehr hart, Tschüs zu sagen", sagte Iniesta: "Mein einziges Ziel war es, Erfolg mit diesem Verein zu haben – und das hatte ich." Im Anschluss an seine Worte applaudierten die Wegbegleiter im vollbesetzten Presseraum.

Der Weltmeister von 2010 entstammt Barças berühmter Talenteschmiede La Masia, für die Profimannschaft spielt er seit mehr als 15 Jahren. Noch im vergangenen Sommer hatte er einen Vertrag auf Lebenszeit unterschrieben.

Am vergangenen Sonnabend hatte Iniesta mit dem designierten Meister Barcelona das Finale um die Copa del Rey 5:0 gegen den FC Sevilla gewonnen und in Madrid aus den Händen von König Felipe VI. den Pokal entgegengenommen. Die Fans beider Lager hatten ihm in der Stadt des Erzrivalen bei seiner Auswechslung kurz vor dem Schlusspfiff mit Standing Ovations noch einmal die Ehre erwiesen. Sein Vater José Antonio hatte auch der Tribüne mit Tränen zu kämpfen.

Bayern wechselt gegen Frankfurt durch

Trainer Jupp Heynckes wird die Aufstellung in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt ganz dem Rückspiel in der Champions League unterordnen. Am Sonnabend könnten beim Gastspiel des künfrigen Bayern-Trainers Niko Kovac mehrere Nachwuchsakteure beim deutschen Meister zum Einsatz kommen.

Neben dem vom HSV umworbenen Abwehrspieler Lukas Mai (18), der bereits gegen Hannover zum Einsatz gekommen war, werden auch die Mittelfeldspieler Niklas Dorsch (20) und Meritan Shabani (19) zum Aufgebot gehören. Womöglich werde ein weiteres Talent dazu kommen, sagte Heynckes am Freitag. „Die nächste große Aufgabe steht am Dienstag in Madrid bevor“, sagte Heynckes. Das Halbfinalhinspiel gegen Real haben die Münchner 1:2 verloren.

Neben Jérôme Boateng (Knie) werden gegen Frankfurt auch die gegen Real ebenfalls verletzt ausgewechselten Arjen Robben (Muskel) und Javi Martínez (Schädelprellung) fehlen. Zumindest mit Martínez plant Heynckes fest für Madrid. Der zuletzt fehlende David Alaba soll bis Dienstag gezielt aufgebaut werden. Angeschlagen sind auch Thomas Müller und James Rodríguez, die am Sonnabend geschont werden dürften.

Götze lässt Auto aufbrechen

Weltmeister Mario Götze hat auch in der sportlichen Krise seinen Sinn für Humor nicht verloren. Der Offensivspieler von Borussia Dortmund hatte sich am Rande eines Termins mit dem Hamburger WM-Fotografen Paul Ripke aus seinem Wagen ausgeschlossen. Der ADAC musste kommen, um den Wagen aufzubrechen. Götze teilte das Video dazu in den sozialen Medien.

Finaltorschüttze Götze kämpft aktuell um das Ticket für die WM. Im März hatte Bundestrainer Joachim Löw den Siegtorschützen des Finales 2014 nicht nominiert.

Real will Ronaldo für Bayern schonen

Superstar Cristiano Ronaldo von Real Madrid wird vor dem Halbfinalrückspiel in der Champions League gegen den deutschen Rekordmeister Bayern München in Watte gepackt. Wie mehrere spanischen Medien am Freitag berichten, wird der portugiesische Europameister am Wochenende in der Meisterschaft geschont und kann sich das Ligaspiel am Sonnabend gegen CD Leganés entspannt auf der Tribüne ansehen.

Real-Trainer Zinédine Zidane erhofft sich von dieser Maßnahme, dass sein 33 Jahre alter Torjäger im Rückspiel gegen die Bayern am kommenden Dienstag wieder topfit ist. Beim 2:1-Erfolg des Titelverteidigers am Mittwoch in München war Ronaldo erstmals wieder leer ausgegangen, nachdem er bei seinen vorherigen elf Auftritten in der Königsklasse jeweils getroffen hatte.

Zidane, der mit den Königlichen als Tabellendritter in der Meisterschaft nichts mehr ausrichten kann, plant angeblich, außer Ronaldo gegen Leganés auch weitere Stammspieler für das Bayern-Match zu schonen.

Trump droht Gegnern der WM-Bewerbung

US-Präsident Donald Trump hat Gegnern der nordamerikanischen Bewerbung um die Austragung der WM 2026 indirekt politische Konsequenzen angedroht. In einem Tweet lobte der Staatschef die gemeinsame Kampagne mit Kanada und Mexiko. Nationen, die dagegen sind, müssen offenbar mit Trumps Groll rechnen.

"Es wäre eine Schande, wenn Länder, die wir immer unterstützen, gegen die Bewerbung der USA Lobbyarbeit leisten. Warum sollten wir diese Länder unterstützen, wenn sie uns nicht unterstützen (auch nicht bei den Vereinten Nationen)?", schrieb Trump. Die amerikanische Bewerbung bezeichnete er als "stark". Einziger Kontrahent der Kampagne ist Marokko.

Die Endrunde soll am 13. Juni beim Fifa-Kongress in Moskau vergeben werden. Die Verbände dürfen sich dabei aber nicht nur zwischen Marokko und der Dreierbewerbung entscheiden, ausdrücklich ist auch die Option "Keiner von beiden" vorgesehen. Dann würde die WM neu ausgeschrieben werden.

Der Präsident des afrikanischen Fußballverbandes (CAF), Ahmad Ahmad, hatte zuletzt öffentlich die Unterstützung Europas für Marokkos WM-Bewerbung gefordert. Als Gegenleistung würde der afrikanische Verband einen zukünftigen europäischen Bewerber unterstützen. "Stimmt für uns, und wir werden das nächste Mal für euch stimmen", sagte Ahmad der französischen Nachrichtenagentur AFP.

"Zeitzonen, Entfernung, Fans, das alles ist im Interesse von Europa", sagte Ahmad und betonte den Gegensatz zu der nordamerikanischen Bewerbung. Er erklärte zudem, dass Afrika und der CAF fest hinter Marokkos Bewerbung stünden. Dennoch gilt die nordamerikanische Kampagne als Favorit.

Verfassungsgericht: Stadionverbote zulässig

Bundesweite Stadionverbote für Fußballfans sind nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zulässig. Diese dürften aber mit Blick auf das Gleichheitsgebot nicht willkürlich festgesetzt werden und müssten auf einem sachlichen Grund beruhen, entschied der Erste Senat in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss vom 11. April. Für ein Stadionverbot reiche aber schon die Sorge, dass von einer Person die Gefahr künftiger Störungen ausgehe. (1 BvR 3080/09)

Ein Anhänger des FC Bayern München hatte die Verfassungsbeschwerde eingereicht. Er hatte 2006 im Alter von 16 Jahren ein Heimspiel des MSV Duisburg gegen Bayern München besucht. Nach Abpfiff kam es zu Auseinandersetzungen unter den Fangruppen, in denen sich auch der Jugendliche befand. Gegen den 16-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch eingeleitet und später eingestellt. Der MSV Duisburg sprach ein bundesweites Stadionverbot bis Ende 2008 aus.

Real bangt um zwei Spieler

Vor dem Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Bayern München bangt Titelverteidiger Real Madrid um den Einsatz der angeschlagenen Dani Carvajal und Isco. Der rechte Außenverteidiger Carvajal werde wegen der Oberschenkelverletzung, die er sich beim 2:1-Sieg am Mittwoch in München zugezogen hatte, wohl zwei bis drei Wochen pausieren müssen und deshalb am Dienstag (1. Mai) im Bernabéu nicht spielen können, berichteten die Zeitung „El Mundo“ und andere Medien am Freitag unter Berufung auf Vereinsärzte. Auch Mittelfeldmann Isco, der sich in München eine Verletzung an der linken Schulter zuzog, werde höchstwahrscheinlich fehlen.

Mehr wird man nach den medizinischen Untersuchungen wissen, die im Laufe des Freitags durchgeführt werden sollten. Carvajal hofft aber noch. „Ich habe nur leichte Schmerzen“, sagte er am Donnerstagabend am Rande einer Werbeveranstaltung in Madrid. Falls der frühere Leverkusener tatsächlich nicht eingesetzt werden kann, würde er durch Nacho oder aber durch Stürmer Lucas Vázquez ersetzt werden, der am Mittwoch nach dem Ausfall von Carvajal in der ungewohnten Position eine gute Leistung zeigte.

Beckenbauer: "Wir haben einen Real-Komplex!"

Für Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer wird Champions-League-Sieger Real Madrid langsam zu einem Angstgegner. „Ich fürchte, wir haben einen Real-Komplex!“, sagte der 72-Jährige der „Bild“-Zeitung nach der 1:2-Hinspielniederlage seines FC Bayern im Halbfinale der Königsklasse, die Beckenbauer live im Stadion verfolgt hatte.

„Dabei war es noch nie so leicht wie diesmal, sie zu schlagen. Die waren ja nicht überragend“, erklärte der frühere Weltmeister als Spieler und Trainer, der sich öffentlich zuletzt rar gemacht hatte. Bayern hat die vergangenen sechs Partien gegen die Königlichen verloren und muss nun das Rückspiel am kommenden Dienstag (20.45 Uhr) in Madrid gewinnen, um doch noch ins Finale einziehen zu können.

Hugo Sánchez attackiert Mexiko-Trainer

Mexikos Idol Hugo Sánchez hat in einer Presserunde die Arbeit von Nationaltrainer Juan Carlos Osorio in Frage gestellt. Der einstige Torjäger von Real Madrid warf dem Coach des deutschen WM-Auftaktgegners (17. Juni in Moskau) vor, keinen klaren Spielstil zu haben. "Seine Ideen mögen modern und innovativ sein, aber das soll er dann mit der Nationalelf Kolumbiens machen, nicht mit der mexikanischen", kritisierte der 59-Jährige.

Seit der Kolumbianer Osorio im Oktober 2015 "El Tri" übernommen hat, gehört Sánchez zu seinen größten Widersachern. "Ein so symbolträchtiges Amt wie das des Nationaltrainers sollten wir Mexikaner nicht einfach so hergeben, denn wir haben hier fähige Trainer, die das machen können", erklärte der dreimalige WM-Teilnehmer, der zwischen 2006 und 2008 Nationaltrainer seines Heimatlandes war, aber seit der Entlassung im November 2012 beim heimischen Erstligisten Pachuca CF auf eine neue Traineraufgabe wartet.

Sánchez, der in Spanien gleich fünfmal Torschützenkönig wurde, glaubt dennoch fest daran, dass die Mexikaner im sechsten Anlauf in Folge endlich das Achtelfinale erfolgreich hinter sich lassen. "Das fünfte WM-Spiel würde mich für die Spieler freuen, aber ich habe kein Vertrauen in den Trainerstab. Ich vertraue jedoch dem Talent und der Qualität der Spieler", so die "El Tri"-Legende.

Hummels unterstützt Mertesacker

Mats Hummels hat den Aussagen seines einstigen Nationalmannschaftskollegen Per Mertesacker über den Leistungsdruck im Profi-Fußball zugestimmt. „Vielen Spielern geht es so, nicht allen. Es gibt verschiedene Charaktere in der Mannschaft. Es gibt Spieler, die das mehr empfinden. Per ist bei Weitem nicht allein in dieser Hinsicht. Das ist beileibe kein Einzelphänomen“, sagte der Verteidiger des FC Bayern München dem "Focus".

„Über Empfindungen kann man nicht diskutieren. Wenn einer Druck empfindet, dann ist das eben so. Das gilt es dann auch zu respektieren. Punkt“, erklärte Hummels weiter. Der 63-fache Nationalspieler selber habe mit solchen Problemen nicht zu kämpfen, dafür aber Verständnis. „Es ist vielleicht auch ein bisschen Glück, dass es bei mir so ist. Ich habe das Gefühl, ich kann immer die Ruhe bewahren, auch wenn es hektisch wird und andere ihre Nerven verlieren“, erklärte Hummels.

Anfang März hatte Weltmeister Mertesacker (FC Arsenal) in einem „Spiegel“-Interview über den enormen Druck der Fußball-Profis berichtet und seine eigenen Probleme bis zum Brechreiz beschrieben. Der 33-Jährige beendet nach dieser Saison seine aktive Laufbahn und wird danach Leiter der Arsenal-Akademie. Mertesacker bestritt 104 Länderspiele für den DFB. Sein Abschiedsspiel findet am 13. Oktober im Stadion seines einstigen Clubs Hannover 96 statt.