Frankfurt vs. Hoffenheim

Schiedsrichter entgleitet hitzige Nullnummer am Freitag

Schiedsrichter Christian Dingert (l.) hatte beim Spiel Eintracht Frankfurt gegen TSG Hoffenheim einen schweren Stand

Schiedsrichter Christian Dingert (l.) hatte beim Spiel Eintracht Frankfurt gegen TSG Hoffenheim einen schweren Stand

Foto: Imago/Jan Hübner

Christian Dingert behielt im Südwest-Duell Eintracht gegen TSG nicht immer den Überblick. Sandro Wagner mit erstaunlichem Appell.

Frankfurt/Main. Keine Tore im giftigen Spitzenspiel: Eintracht Frankfurt und 1899 Hoffenheim haben durch eine Nullnummer am 14. Spieltag den Sprung auf einen Champions-League-Platz in der Fußball-Bundesliga verpasst. 47.000 Zuschauer sahen am Freitagabend ein umkämpftes Duell zwischen den punktgleichen Rivalen, in dem zumindest beide Erfolgsserien hielten. Der Tabellenfünfte aus Frankfurt ist seit nunmehr acht Spielen ohne Niederlage, Hoffenheim auf Rang vier (beide 26 Punkte) neben Tabellenführer RB Leipzig weiter das einzige ungeschlagene Team in dieser Bundesligasaison.

Beide Teams gingen von Beginn an entschlossen in die Zweikämpfe und attackierten den Gegner früh. Es entwickelte sich ein ruppiges Spiel mit vielen Fouls. Trotzdem verzichtete Schiedsrichter Christian Dingert in der ersten Halbzeit komplett auf Verwarnungen. Erst nach der Pause griff der Referee härter durch, in der Schlussphase sah Frankfurts Timothy Chandler noch die Rote Karte (82.) - obwohl der US-Nationalspieler an der Rudelbildung wohl eher nicht entscheidend beteiligt war. "Ich hoffe, dass der DFB ihn nicht lange sperrt", sagte Hoffenheims Sandro Wagner nach dem Spiel bemerkenswert großzügig bei "Sky". Zuvor hatte bereits Frankfurts David Abraham Glück, nach einem Ellenbogenschlag gegen Wagner keinen Platzverweis zu kassieren (32.).

Schiedsrichter flachst mit Nagelsmann

"Dazu muss man nicht viel sagen", urteilte Frankfurts Bastian Oczipka zu dieser Szene bei "Sky". In Richtung Dingert sagte er: "Aus meiner Sicht waren von Anfang an einige Fehlentscheidungen dabei, weshalb es sich gegen Ende hochgeschaukelt hat", sagte Frankfurts Bastian Oczipka bei "Sky". Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner sagte: "Ich glaube, dass es der Schiedsrichter verpasst hat, rechtzeitig eine Gelbe Karte zu ziehen." Auch Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann haderte mit dem Unparteiischen: "Der Schiedsrichter hat zugegeben, dass er in der ersten Halbzeit den Zugriff auf die Partie verloren hatte." Außerdem habe er zu ihm im Scherz gesagt, "dass ich ihn in der Halbzeit hätte auswechseln müssen."

Ex-Frankfurter Süle am gefährlichsten

Eintracht-Torjäger Alex Meier hatte nach einer Viertelstunde die erste große Chance des Spiels. Seine Direktabnahme nach Flanke von Haris Seferovic landete jedoch in den Armen von Baumann (16.). Die Gäste wurden nach einer Ecke durch einen Kopfball über das Tor von Verteidiger Niklas Süle erstmals wirklich gefährlich (18.).

Einen Tag nach der Vertragsverlängerung von Trainer Niko Kovac war die Eintracht nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit das etwas zielstrebigere Team. Omar Mascarells Schuss aus 18 Metern parierte erneut Baumann (24.). Hoffenheim präsentierte sich spielerisch etwas reifer, die Eintracht kämpfte sich aber immer besser in die Partie.

Für die Gäste hatte nach einem Freistoß erneut Süle eine gute Gelegenheit, sein Versuch wurde jedoch geblockt (31.). Der Innenverteidiger, der in Frankfurt geboren wurde und von 2006 bis 2009 für den Eintracht-Nachwuchs spielte, war in der Anfangsphase der gefährlichste Mann bei der TSG. Abwehrspieler Jeremy Toljan traf nur das Außennetz (36.). Kurz vor der Pause parierte der gute Baumann auf der anderen Seite noch einmal stark gegen Meier (42.).

Hoffenheim insgesamt zu einfallslos

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie umkämpft. Alex Meiers Schuss nach einem groben Fehlpass von Hoffenheims Kevin Vogt wurde abgeblockt (64.). Nach einer Ecke zielte der Eintracht-Kapitän wenig später über das Tor (66.). Ein Schlenzer des eingewechselten Ante Rebic wurde noch abgefälscht (71.). Die Drangphase der Gastgeber überstanden die Kraichgauer auch mit etwas Glück unbeschadet.

Hoffenheim spielte nach vorne zunehmend einfallslos, ein Freistoß von Nadiem Amiri aus aussichtsreicher Position landete in den Armen von Eintracht-Torhüter Lukas Hradecky (74.). Auch die Eintracht spielte sich in der Schlussphase kaum noch klare Möglichkeiten heraus, weshalb es letztendlich beim torlosen Remis blieb.