Hamburg Towers

„Air Canada“ begeistert Wilhelmsburg und die Promis

Beim 86:73-Erfolg der Hamburg Towers gegen Baunach ragte Terry Thomas mit seinen Dunkings heraus. Es herrschte Partystimmung bei der offiziellen Eröffnung der Inselparkhalle in Wilhelmsburg.

Hamburg. Zur offiziellen Eröffnung der Inselparkhalle saß der frühere Fußballnationalspieler Dennis Aogo in der ersten Reihe, und Johannes B. Kerner gab den Promi-Ansager bei den Hamburg Towers. „Das ist supercool hier. Dieses Projekt ist nicht so ein Retortenclub mit zugekauftem Namen“, sagte Kerner. Er kam, trotz eines gebrochenen Fußes, auf Krücken zum Basketball nach Wilhelmsburg, mit Familie im Schlepptau. Und auch Sportsenator Michael Neumann war zum vierten Zweitliga-Heimspiel der „Türme“ am Sonntag wieder da, man munkelt, er habe schon eine Dauerkarte.

Was diese bekannten Gesichter und die restlichen 2997 Fans in der wieder ausverkauften Arena sahen, waren eine Flugshow von „Air Canada“ Terry Thomas und der bisherige Towers-Rekordsieg mit 86:73 (37:35) gegen Bike-Café Messingschlager Baunach, den Pro-A-Aufsteiger mit dem unsäglichen Namen, „Farmteam“ des Erstligisten Brose Baskets Bamberg.

„Das fühlt sich an wie Weihnachten“, sagte Towers-Chefcoach Hamed Attarbashi über das erlösende Erfolgserlebnis nach zuletzt drei Niederlagen. Sein Team ist nun Fünfter mit 6:4 Siegen. Was denn das Erfolgsgeheimnis gewesen sei? Attarbashi: „Intensität, Intensität, Intensität, von der ersten Sekunde an.“ Im Gegensatz zu dem bisher schlechtesten Saisonspiel zuletzt gegen Nürnberg (74:99) starteten die Towers mit einem brillanten ersten Viertel (27:13), in dem sich Publikumsliebling Thomas nach zweieinhalb verpassten Partien (Bänderverletzung am Knöchel) zurückmeldete.

Und wie! Sein Alley-oop nach Vorlage von Shooting Guard Will Barnes zum 19:12 ließ die Inselparkhalle kollektiv aufspringen. „Ich liebe einfach Dunkings“, sagte der 23 Jahre alte Guard später, nachdem er auch in der zweiten Spielhälfte mit zwei Slam Dunks seine Energie direkt auf die Publikumsränge übertragen hatte. „Im Training wollte er mir schon die Wände hochgehen“, sagte Trainer Attarbashi über „TT“. Nur im zweiten Viertel agierten die „Türme“ zeitweise wieder etwas fahrig und nervös, sodass die Baunacher noch einmal bedrohlich nahe kamen (37:35) – auch ohne Ex-Nationalspieler Steffen Hamann, der angeschlagen in Zivil erschien („Ich hab nichts Schlimmes“).

Nach der Pause waren die Towers aber nicht mehr zu stoppen. Insgesamt stimmte diesmal die Zweipunkte-Treffsicherheit (68 Prozent), die Freiwurfquote (68 Prozent), die Rebound-Arbeit war verbessert, und diese Terry-Thomas-Energie belebte das ganze Offensivspiel: Neben ihm überzeugten Vincent Kittmann (17), Barnes (16) und auch der 20-jährige Alsterdorfer „Bazou“ Koné (12). Es war die gelungene Generalprobe für das Gastspiel am kommenden Sonnabend in Würzburg beim Tabellenersten (9:1 Siege). Coach Attarbashi: „Das ist das überragende Team der Liga, mit Abstand.“