Basketball

3000 Zuschauer sehen zweite Heimniederlage der Towers

Die „Türme“ zeigten am Sonntag beim 74:99 (31:56) gegen rent4office Nürnberg ihr bislang schlechtestes Saisonspiel in der 2. Basketball-Bundesliga ProA.

Hamburg. Wischer-Kind Paul, 11, wurde im „Wohnzimmer“ der Hamburg Towers wie ein Popstar gefeiert und fand das „irre“. Auch Sportsenator Michael Neumann genoss in lässigem Look mit neongelben Laufschuhen die Atmosphäre in der Wilhelmsburger Inselparkhalle, die auch nach der Eröffnung der Kopftribünen mit nun 3000 Zuschauern wieder ausverkauft war. „Ich bin total begeistert, obwohl ich ja von Hause aus Handballer bin. Die Towers werden super angenommen“, schwärmte Neumann über die jüngste Event-Attraktion der Hansestadt.

Und das, obwohl die „Türme“ am Sonntag beim 74:99 (31:56) gegen rent4office Nürnberg ihr bislang schlechtestes Saisonspiel in der 2. Basketball-Bundesliga ProA gezeigt hatten.

„Unsere Fans sind sehr freundlich mit uns umgegangen, egal wie es stand. An denen lag es heute garantiert nicht“, konstatierte Towers-Trainer Hamed Attarbashi nach der dritten Niederlage in Serie, mit der sein Team mit nun 5:4 Siegen auf Rang acht in der Tabelle zurückfiel. „Ich möchte noch nicht von einer Krise sprechen“, sagte er zwar, „aber ich ärgere mich sehr über die erste Halbzeit. Wir waren mental zu langsam und haben einen Schlamassel zusammengespielt.“ Just die Abwehr, im bisherigen Saisonverlauf das Prunkstück der Hamburger, war diesmal in den ersten 30 Minuten katastrophal. Da halfen auch die bereits zum Kult gewordenen „Deeeeeeefense“-Rufe des Publikums mit den zwei Klatschern nichts.

Dabei legten die Towers in ihrem „new Home“ brachial los – nach dem Tip-off sorgte der 2,10-Hüne Michael Wenzl mit einem Dunk für das 2:0 – es sollte die einzige Hamburger Führung bleiben. Während bei den Franken „fast jeder Wurf ein Treffer war“, wie der Sportsenator analysierte, riefen die Towers ihr komplettes Fehlerrepertoire ab – es hätte nur noch ein Eigenkorb gefehlt. Mal beging Forward Vincent Kittmann einen Schrittfehler, mal scheiterte Point Guard Bazoumana Kone mit einem No-Look-Pass durch drei Gegenspieler, und ein anderes Mal tickten die 24 Sekunden der Shot Clock einfach so runter, ohne dass den Towers im Angriff eine Idee gekommen wäre.

Von der Freiwurflinie hatten sie eine miese 40-Prozent-Quote, die abgeklärten Nürnberger 85 Prozent. Und wer sich von den Franken 40 Rebounds vor der Nase wegschnappen lässt und selbst nur 24 sichert, muss sich dann nicht über eine so klare Niederlage gegen einen Tabellennachbarn wundern. Will Barnes wieder mal als Topscorer (15 Punkte) reichte da nicht aus. „So etwas darf uns nie, nie, nie wieder passieren“, schimpfte Center Wenzl.

Das nächste Heimspiel am kommenden Sonntag gegen Baunach sei eine „Must-Win-Partie“. Zugleich wollte er die jüngste Negativserie nicht überbewerten: „Wir sind ein ganz neues Team, wir sind jung und die Saison ist auch noch jung.“ Aber die ganz große Anfangseuphorie ist verflogen.