Reiten

Darboven springt für Tchibo beim Springderby ein

Das Hamburger Traditionsunternehmen wird neuer Presenting-Sponsor des Deutschen Spring- und Dressurderbys. Nach zehn Jahren steigt Tchibo aus.

Hamburg. Den Rückzug eines geschätzten Sponsors verkünden zu müssen, das ist ein schwerer Gang. Dass die Laune beim ersten Derbytalk für das Deutsche Derby der Spring- und Dressurreiter, das im kommenden Jahr vom 29.Mai bis zum 1.Juni ausgetragen wird, dennoch gut war, lag nicht nur am gewohnt exquisiten Rahmen im Landhaus Scherrer an der Elbchaussee, sondern vor allem daran, dass Volker Wulff bereits passenden Ersatz gefunden hat. Nachdem das Kaffeeunternehmen Tchibo nach zehn Jahren als Presenting-Sponsor seinen Abschied angekündigt hatte, konnte der Chef von Derbyveranstalter En Garde am Mittwochabend die frohe Kunde überbringen, dass stattdessen mit dem Hamburger Traditionsunternehmen J.J. Darboven ein weiterer „Global Player“ des Kaffeehandels das Kultevent im Flottbeker Derbypark präsentieren wird.

„Darboven ist eine echte Marke mit unternehmerischem Gewicht. Dieses Engagement wird Signalwirkung entfalten“, freute sich Wulff, der sich mit Unternehmensleiter Albert Darboven zunächst auf eine dreijährige Partnerschaft geeinigt hat. Über die finanziellen Umfänge habe man Stillschweigen vereinbart. Dass man sich jedoch nicht verschlechtert hat, konnte man aus Wulffs Ankündigung heraushören, dass die Dotierung des Deutschen Derbys perspektivisch angehoben werden solle. 2014 sind weiterhin 100.000 Euro Preisgeld zu verdienen.

Für En Garde zahlt sich die neue Partnerschaft zudem bei weiteren Turnieren, die die in Uthlede bei Bremen ansässige Agentur veranstaltet, aus. So will Darboven auch das Weltcupturnier in Leipzig (16. bis 19. Januar), die DKB-Bundeschampionate in Warendorf (3. bis 7. September) und die Munich Indoors (6. bis 9. November) als Co-Sponsor begleiten. „Es freut uns besonders, mit einer Persönlichkeit wie Albert Darboven zu arbeiten, die über sehr viel Pferdeverstand verfügt, sich aber bislang nur im Galoppsport engagiert hat“, sagte Wulff. Der 77 Jahre alte Unternehmer hat sich besonders beim Deutschen Galoppderby in Horn als Finanzier verdient gemacht. Mit seinem 1970 gegründeten Gestüt engagiert sich Darboven auch in der Zucht.

Im sportlichen Bereich sind ebenfalls Neuerungen geplant. Der Springreit-Nachwuchs in der Altersklasse U25 erhält die Chance, sich vor dem fachkundigen Hamburger Publikum zu beweisen. Dafür wird das Finale um den Springpokal der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport in das Derbymeeting integriert. Diese neu geschaffene Serie beinhaltet Qualifikationsspringen in Braunschweig, Mannheim und Balve. Die besten 20 Teilnehmer aller Qualifikationen treten in Klein Flottbek zum Finale an. „Das ist eine tolle Gelegenheit für Talente, den Übergang in den internationalen Spitzensport zu schaffen“, sagte Wulff. In der Dressur wird der bislang als nationale Nachwuchsserie ausgetragene Louisdor-Preis international durchgeführt.

Durch diese sowohl quantitativen als auch qualitativen Aufwertungen kommen Derbychef Wulff und sein Team ihrem Ziel näher, das Derbymeeting von vier auf fünf Veranstaltungstage auszuweiten. Die U25-Springserie wird voraussichtlich am Mittwochmittag starten. „Der Mittwoch bleibt ein Schnuppertag, für den wir keine Karten verkaufen“, sagt Wulff, der mit En Garde als Ausrichter vertraglich noch bis 2024 an das Derby gebunden ist, „aber perspektivisch bleibt mittelfristig das Ziel, fünf Tage anzubieten.“

Die sportlich hochwertigste Prüfung bleibt auch 2014 die Global Champions Tour, die in Hamburg vertraglich noch bis mindestens 2017 Station macht. Das Preisgeld wird dort um rund 60.000 auf knapp eine halbe Million Euro angehoben. Der Gesamtumfang der zu verdienenden Prämien liegt somit bei rund 850.000 Euro. Zusagen von Spitzenreitern liegen noch keine vor. „Wir sind ein halbes Jahr vor dem Start, so weit im Voraus hat noch keiner einen Plan gemacht“, sagte Wulff.

Über die Modernisierung der maroden Anlage gibt es konstruktive Gespräche

Ein Stück weiter fortgeschritten sind dagegen immerhin die Planungen für die Modernisierung der maroden Tribünen. Nachdem sich Wulff in diesem Jahr vehement über den Zustand der Gebäude beklagt und die Stadt zum Handeln aufgerufen hatte, hat es mittlerweile Gespräche zwischen Vertretern der Stadt und En Garde gegeben, ein weiterer Termin ist für Januar vorgesehen. „Das ist alles sehr konstruktiv, darüber freuen wir uns sehr“, sagte Wulff. Allerdings müsse man 2014 erneut die gröbsten Missstände übertünchen und mit der vorhandenen Substanz vorliebnehmen. „Die Umbaumaßnahmen sind nicht kurzfristig umzusetzen, das war uns klar. Aber immerhin haben alle Seiten die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit erkannt.“ Und nachdem dank Darboven eine große Baustelle geschlossen werden konnte, kann man sich nun wieder anderen wichtigen Aufgaben widmen.