Basketball

SC Rist will zweite Kraft im Hamburger Basketball werden

Rist Wedels Basketballer sind erfolgreich in die neue Zweitligasaison gestartet. Die Pläne der Hamburg Towers stören den Club nicht. Manager Fechner: „Wir können unabhängig von den Towers existieren.“

Wedel. Wenn auch hochklassiger Basketball in Hamburg und Umgebung noch Utopie ist, ansehnlich ist es schon, was der SC Rist Wedel in der Zweiten Bundesliga Pro B zu bieten hat. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Gleim, 29, startete mit einem 82:77-Erfolg in Herten in die neue Saison der dritten Liga und will am Sonnabend (19 Uhr, Steinberghalle in Wedel) gegen die Herzöge Wolfenbüttel ein weiteres Zeichen der Stärke setzen. „Wir haben unsere Abgänge gut kompensiert und wollen ganz vorne mitspielen“, sagt Gleim.

In den Internetforen wird das Team als Aufstiegskandidat in die Pro A gehandelt, doch Gleim warnt: „Der Schritt käme wohl zu früh. Uns fehlen die professionellen Strukturen.“ Und das Geld. 150.000 Euro hat Marketingmanager Thorsten Fechner, 50, auch in diesem Jahr bei Sponsoren und Mäzenen eingesammelt, eine Klasse höher wäre der doppelte Etat erforderlich und eine Halle für mindestens 1500 Besucher. Am Steinberg ist Platz für maximal 1000. In der vergangenen Serie sahen im Schnitt 680 Zuschauer die Spiele.

Angesichts der ambitionierten Pläne der neu gegründeten Hamburg Towers, die 2014 mit einer Wildcard in die Erste Bundesliga wollen, hat sich der SC Rist klar positioniert. „Wir sehen unsere Rolle als Partnerteam, das mit den Towers auf verschiedenen Ebenen kooperieren kann. Wir können Spieler ausbilden und ihnen Spielpraxis geben“, sagt Fechner. Den Vorgesprächen im März mit den sportlichen Leitern der Towers, den ehemaligen Nationalspielern Marvin Willoughby, 35, und Pascal Roller, 36, sind zwar bis heute noch keine Vereinbarungen gefolgt, doch erfolgreich zusammengearbeitet wird schon seit Jahren – mit den Jugend-Bundesligateams der Piraten Hamburg, die von Willoughby betreut werden. Wedel beteiligt sich sogar finanziell an dem Nachwuchsprojekt.

„Wir betrachten die Towers als Zugpferd, nicht als Konkurrenten. Können sich die Towers als Spitzenmannschaft etablieren, wird der gesamte Hamburger Basketball davon profitieren“, glauben Fechner und Gleim. Unabhängig vom Werdegang der Towers werde der SC Rist weiter seinen Weg gehen. Fechner: „Wir haben uns in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt, wir sind eine feste lokale Größe und können unabhängig von den Towers existieren.“

Der Erfolg schafft aber auch Probleme. Den 40 Mannschaften des SC Rist, darunter 25 Jugendteams, gehen die Hallenzeiten fürs Training aus. Gespräche über eine neue Arena gibt es, Pläne noch nicht. Dass Gleims Männer nur dreimal pro Woche gemeinsam üben können, hat andere Gründe. Bis auf die Profis Davey Hopkins, 25, und Diante Watkins, 23, gehen die Spieler zur Schule, studieren oder arbeiten. Bislang ist es dem Trainer gelungen, aus dieser Konstellation das Optimum an Leistung herauszuholen.