1. Fussball-Bundesliga

Kießling gegen Ibisevic: Duell der Torjäger endet 2:2

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Lars Becker

Stuttgart trennte sich von Bayer Leverkusen mit 2:2-Unentschieden. Für die Schwaben waren es die ersten Heimtore seit über fünf Monaten.

Stuttgart. Vedad Ibisevic erzielte die ersten Bundesliga-Heimtore seit über Monaten, auf den ersten Heimsieg der Saison muss der VfB Stuttgart aber weiter warten. Die Schwaben kamen über ein 2:2 (1:1) gegen Bayer Leverkusen nicht hinaus und hängen weiter in der Abstiegszone fest. Die Gäste blieben dagegen das vierte Spiel hintereinander in der Eliteklasse in Folge ungeschlagen und machten Chefcoach Sami Hyppiä das passende Geschenk zum 39. Geburtstag. Die Torjäger Stefan Kießling (13. und 59.) und Ibisevic (19./Foulelfmeter und 55.) trafen jeweils doppelt.

„Wir haben jetzt unseren Rhythmus in der Meisterschaft gefunden. Wir waren die reifere Mannschaft“, sagte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler: „Mit den letzten beiden Wochen sind wir nicht unzufrieden und können auch mit dem 2:2 leben.“

Beide Teams hatten unter der Woche mit ganz unterschiedlichem Erfolg Europa-League-Dienstreisen nach Norwegen absolviert. Während Leverkusen mit 1:0 bei Rosenborg Trondheim triumphierte, reiste Stuttgart mit einer 0:2-Pleite vom FK Molde wieder heim. Als Folge des Spiels fehlte VfB-Kapitän Serdar Tasci wegen Achillessehnenproblemen, Leverkusen musste auf den am Knie lädierten Nationalspieler Lars Bender verzichten. Das Zauberwort hieß Rotation - auf beiden Seiten gab es fünf Veränderungen in der Startelf gegenüber den internationalen Auftritten am Donnerstag.

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Besser zurecht kamen damit in der mit 47.400 Fans erneut nicht ausverkauften Arena zunächst die Gäste. Die schnellen Ballstafetten wirkten durchdacht und zeigten schnell die Verwundbarkeit der Stuttgarter Hintermannschaft. Nach 13 Minuten war es dann passiert - Karim Bellarabi flankte von rechts in den Strafraum, VfB-Keeper Sven Ulreich faustete den Ball unglücklich direkt an die Füße von Kießling. So kam das dritte Bundesliga-Saisontor für den Stürmer mit gütiger Mithilfe des Gegners zustande.

Erster Bundesliga-Heimtreffer für die Schwaben seit Mai

Im Gegensatz zum vorangegangenen Heim-0:3 gegen 1899 Hoffenheim brachen die Gastgeber nach dem neuerlichen Rückstand jedoch nicht auseinander. Im Gegenteil: Nur kurz danach drang Ibrahima Traore in den Strafraum ein und fiel über das Bein von Bayer-Kapitän Simon Rolfes. Ibisevic, der im ersten Saisonspiel gegen den VfL Wolfsburg noch einen Elfmeter verschossen hatte, verwandelte sicher zu seinem dritten Saisontreffer in der Eliteklasse.

Es war zugleich der erste Bundesliga-Heimtreffer für die Schwaben seit dem 5. Mai 2012 (3:2 gegen den VfL Wolfsburg). Dieses Tor beflügelte die Gastgeber, bei denen immer wieder der 19 Jahre junge Raphael Holzhauser Akzente setzte. Nach 31 Minuten war er aber bei einer Überzahlsituation nicht mutig genug und verschenkte so die mögliche Führung. Auf der Gegenseite rettete Ulreich bei einem Freistoß von Gonzalo Castro mit einer tollen Reaktion. Es entwickelte sich bis zur Pause ein unterhaltsames Spiel auf Augenhöhe mit vielen Torszenen auf beiden Seiten.

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Nach der Pause erwischten wieder die flinker und wacher wirkenden Leverkusener den besseren Start. Vor allem Bellarabi drehte jetzt richtig auf und sorgte mit drei gefährlichen Schüssen zwischen der 47. und 52. Minute für höchste Gefahr.

Doch das Tor fiel auf der anderen Seite nach einer tollen Kombination der beiden besten Stuttgarter. Holzhauser flankte nach einem tollen Solo von links in den Strafraum und „Knipser“ Ibisevic schoss mit Saisontor vier zur umjubelten Führung ein. Doch diese hatte nur kurz Bestand – dann köpfte Kießling ebenfalls mit dem vierten Saisontreffer nach Flanke von Michal Kadlec zum 2:2 ein.

Danach bemühten sich beide Teams um den Siegtreffer, dem die konditionell fitteren und im Kopfballspiel überlegenen Gäste gegen die wacklige Stuttgarter Hintermannschaft wesentlich näher waren. In der 72. Minute rettete Georg Niedermeier nach einer weiteren Chance für den besten Leverkusener Kießling kurz vor der Linie.