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Theo Zwanziger - Neuer DFB-Außenminister bei der Fifa

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Marc Schmidt

Foto: dpa / dpa/DPA

Am Freitag will der Boss des DFB seine Kandidatur für das Exekutivkomitee des Weltverbandes bekannt geben - als Nachfolger Franz Beckenbauers.

Frankfurt/Main. DFB-Präsident Theo Zwanziger wird neuer „Außenminister“ des deutschen Fußballs: Bei der Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Freitag in Frankfurt/Main wird der 65 Jahre alte Jurist aus Altendiez nach SID-Informationen offiziell seine Kandidatur für das Exekutivkomitee des Weltverbandes Fifa (Fifa-Exko) bekannt geben.

Zwanziger würde in der „Regierung“ des Weltfußballs als deutscher Vertreter auf den scheidenden Franz Beckenbauer folgen. „Ich habe immer gesagt: Es ist wichtig, dass der deutsche Fußball in den beiden Spitzengremien der Uefa und der Fifa vertreten ist. Wir werden eine Lösung finden“, sagte Zwanziger.

Der DFB-Präsident hat seit 2009 bereits einen Sitz im Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (Uefa) inne. Sollte Zwanziger als europäischer Vertreter in das Fifa-Exko gewählt werden, drohen allerdings Reibungsverluste. Denn der Verbandschef wäre dann rund drei Monate im Jahr im Auftrag der internationalen Gremien unterwegs, das Tagesgeschäft in der DFB-Zentrale müsste in dieser Zeit wohl DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach übernehmen. Nichtsdestotrotz will Beckenbauer in den Reihen der Uefa dafür werben, dass Zwanziger definitiv in das Fifa-Exko gewählt wird.

„Es ist nicht so: Ein Deutscher ist weg, ein Deutscher kommt nach. Es gibt viele, die in dieses Gremium mit rein wollen. Das ist mit der gesuchteste Job, den Du überhaupt im Weltfußball haben kannst. Da kann man sich vorstellen, wer da alles hineindrängt. Das ist kein Selbstgänger. Der Einzige, der es schaffen würde, ist Theo Zwanziger“, sagte Beckenbauer, der zu diesem Thema auch noch ein Gespräch mit Fifa-Boss Joseph S. Blatter führen will.

Auch Zwanziger plant noch ein Telefonat mit Blatter, ehe er dann seine Kandidatur erklären will. Die Aufforderung von Beckenbauer nahm Zwanziger ohnehin wohlwollend zur Kenntnis. „Wenn Franz Beckenbauer so etwas sagt, dann ehrt mich das. Er ist die große Sport- und Fußballpersönlichkeit in Deutschland, die ich selbst sehr verehre. Und es ist in Ordnung, wenn er nach seinen vielen erfolgreichen Jahren in der Exekutive, in der er ja großartig für uns gewirkt hat, und überhaupt im Weltfußball, einen Vorschlag macht“, sagte Zwanziger.

Am 22. März 2011 wird der Uefa-Kongress den vakanten Posten im Fifa-Exko neu besetzen. Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte das Amt bereits abgelehnt. Ernsthafte Alternativen wären wohl nur DFB-Generalsekretär Niersbach und Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball gewesen.

Uefa-Boss Michel Platini bevorzugt als europäische Vertreter in der Regierung des Weltfußballs allerdings alleine Verbands-Präsidenten. „Wenn die Deutschen einen starken Kandidaten stellen, wird er gute Chancen haben, gewählt zu werden“, hatte Uefa-Chef Platini zuletzt erklärt. Beckenbauer, Ehren-Präsident von Bayern München, steht derweil aus privaten Gründen nicht für eine weitere Amtszeit im Fifa-Exko zur Verfügung.

Bei der Präsidiumssitzung steht aber nicht nur das Thema Zwanziger auf der Agenda. So soll Ex-Nationalspielerin Steffi Jones dem DFB auch im Anschluss an die Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland in wichtiger Funktion erhalten bleiben. Die aktuelle OK-Präsidentin soll im Spätsommer Direktorin für den Frauenfußball beim DFB werden. Dem Antrag wird das Präsidium zustimmen. Zudem wird die Mediendirektion umstrukturiert und der Rahmenterminkalender für die Spielzeit 2011/2012 verabschiedet.

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