HBL lehnt Verlegung des Spiels ab

HSV-Handballer müssen heute nach Magdeburg

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Angesetzte Spiele müssen durchgeführt werden. Die Spielordnung lasse keinen Spielraum für andere Entscheidungen.

Hamburg. Der HSV erfuhr es offiziell um 14.15 Uhr, auf der Homepage des SC Magdeburg stand die Nachricht bereits vier Stunden früher: Die Hamburger Handballer müssen heute Abend (20.15 Uhr, Sport1 live) zum Bundesligaspiel in der Bördelandhalle antreten. Die Handball-Bundesliga (HBL) lehnte eine Verlegung der Begegnung ab. Angesetzte Spiele müssen durchgeführt werden, erklärte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. Die Spielordnung lasse keinen Spielraum für andere Entscheidungen, der aktuelle Fall sei zudem nicht geregelt.

"Das ist nicht schön, aber wir müssen den Beschluss wohl oder übel akzeptieren", meinte HSV-Handball-Präsident Andreas Rudolph nach einem Telefonat mit Bohmann. Auch die Magdeburger waren nicht bereit, dem HSV entgegenzukommen. Die dringliche Bitte der Hamburger um einen neuen Spieltermin lehnte der Klub mit Hinweis auf die verkauften Karten ab. "Fair Play sieht anders aus", sagte HSV-Trainer Martin Schwalb.

Darum geht es: Die französischen Nationalspieler des HSV, Bertrand und Guillaume Gille, trafen nach einem Länderspieltrip des Olympiasiegers nach Island aufgrund der Sperrung des europäischen Luftraums erst am Montagabend nach 20-stündiger Busfahrt durch Schweden und Dänemark übernächtigt in Hamburg ein. Die Franzosen hatten am Sonntag von Island aus nur ins norwegische Trondheim fliegen können. Dort charterten sie einen Bus, weil Züge und Fähren in Norwegen ausgebucht waren. HSV-Betreuer Mirko Großer holte sie in Puttgarden im Privatwagen von der Fähre aus Rödby ab. "Wir sind ganz schön gerädert", meinte Guillaume Gille nach der glücklichen Rückkehr.

Zeit zum Durchatmen gibt es nicht. Heute um 10.30 Uhr startet der HSV-Bus nach Magdeburg. Mit an Bord ist Rechtsaußen Stefan Schröder, der beim Tabellenzehnten zwei Monate nach seinem Mittelhandbruch sein Comeback gibt. Dagegen fällt der Halbrechte Krzysztof Lijewski mit Schulterbeschwerden erneut aus. Der Pole weilte am Montag zur Untersuchung in Heidelberg. Die Ärzte empfahlen ihm eine Schonung des Gelenks. Ob Lijewski am Sonntag (17.15 Uhr, O2-World) im Champions-League-Spiel gegen Ciudad Real eingesetzt werden kann, entscheidet sich am Spieltag.

Die U 23 des HSV hat nach einer 21:25-Niederlage in Esingen die Meisterschaft in der Oberliga Hamburg verpasst. Als Zweiter steigt das Team wie der Norderstedter SV und die SG Barmbek in neue Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein auf. Der Hamburger Meister und Pokalfinalist SG Hamburg Nord hat zudem die Chance, in zwei Relegationsspielen gegen Henstedt-Ulzburg sogar den Sprung in die Regionalliga Nord (3. Liga) zu schaffen.