Eishockey: Freezers unterliegen Wolfsburg 2:3 nach Penaltyschießen

Holpriger Start für Gardner

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Auch der neue Coach kann in seinem ersten Spiel die Serie von Heimpleiten der Hamburger nicht stoppen. Sarno verletzt vom Eis.

Hamburg. Um kurz nach zehn Uhr begann am Freitag eine neue Ära in der überschaubaren Geschichte der Hamburg Freezers. Der Kanadier Paul Gardner betrat erstmals das Eis der Color-Line-Arena, um eine kurze Übungseinheit der "Eisschränke" zu leiten. Wenige Stunden später stand der 52-jährige Coach, der erst Tags zuvor präsentiert worden war, schon im Alltag der Deutschen Eishockey-Liga hinter der Bande. Er sah ein ausgeglichenes Spiel gegen den EHC Wolfsburg, das die Freezers mit 2:3 (1:0, 1:1, 0:1, 0:0, 0:1) nach Penaltyschießen verloren.

Alles neu macht der Dezember, konnte man angesichts der fünften Pleite in Serie in eigener Halle nicht konstatieren. Die Freezers bemühten sich, zeigten jedoch über weite Strecken alte Schwächen. Beispielsweise im Überzahlspiel, in dem so gar nichts zusammenlief. Insbesondere im ersten Drittel konnten sich Gardners Mannen bei den Gästen aus Niedersachsen bedanken, die zu wenig aus ihren Möglichkeiten machten.

Auf der Gegenseite brachten die Freezers das vom ehemaligen Hamburger Ersatzgoalie Daniar Dshunussow gehütete Tor nur selten in Gefahr. Nach 15 Minuten vergab Richard Mueller die bis dato beste Chance bei einem Konter. Wenig später machte es der deutsche Nationalspieler besser, nachdem Stürmerkollege Travis Brigley sich die Scheibe in Unterzahl erkämpft hatte, zurückspielte und Mueller nur noch einzunetzen brauchte (18.).

Brigley legte zu Beginn des zweiten Drittels mit einem Abstauber nach (23.). Doch wer unter den 6772 Zuschauer hoffte, dass die Freezers die zuvor sechs Mal sieglosen Wolfsburger nun aus der Arena schießen könnten, wurde enttäuscht. Im Gegenteil: Milley verkürzte nach 34 Minuten, Johnson sorgte später für den Ausgleich (49.). Im Penaltyschießen traf nur noch Wolfsburgs Regan.

Der zuletzt in Minsk tätige Gardner hatte schon vor der Partie auf die Euphoriebremse gedrückt. "Wunder kann ich auch keine vollbringen", sagte der ehemalige Profi aus der nordamerikanischen Eliteliga NHL. Er verzichte zunächst auf größere personelle Änderungen im Team, musste nach acht Minuten aber umstellen, nachdem Stürmer Peter Sarno mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgeschieden war.

In einer Teamsitzung vor dem Vormittagstraining hatte Gardner das Team zu mehr Geschlossenheit aufgerufen. "Im ersten Meeting waren die Spieler sehr still. Ich habe es lieber, wenn sie sich ein wenig mehr beteiligen", sagte der Vater von fünf Kindern. Vor allem mehr spielerische Beteiligung wird nötig sein, wenn die Freezers tatsächlich die von Geschäftsführer Boris Capla geforderte Aufholjagd starten wollen. Der Boss selbst blieb derweil nach der kurzfristigen Trainerverpflichtung von Protesten seitens der Fans verschont. Viele Anhänger hatten nach der Entlassung von Gardners Vorgänger Bill Stewart auch eine neue Ära in der Freezers-Führung gefordert.


Tore: 1:0 (17:40) Mueller (Brigley 4-5, 2:0 (22:02) Brigley (Morrison, Delmore), 2:1 (33:53) Milley (Papineau, Magowan), 2:2 (48:22) Johnson (Green, Regan), 2:3 Regan (Penalty). Strafminuten: 14/8. Schiedsrichter: Jablukov (Berlin). Zuschauer: 6772