Grüße aus Mallorca

Gesunde Wälder, große Oper - und ein HSV-Idol zu Gast

Liebe Mallorca-Freunde, im November macht die Insel Ferien. Sie atmet tief durch, erholt sich von der Saison...

Liebe Mallorca-Freunde, im November macht die Insel Ferien. Sie atmet tief durch, erholt sich von der Saison. Es gibt keine verstopften Straßen, die Strände sind leer, nur ein paar Kitesurfer trainieren am Strand Es Trenc. Geöffnet haben fast nur die Stadthotels und die mallorquinischen Restaurants in den Dörfern. Ich genieße diese Zeit, sitze in einer Bar, treffe Freunde, gehe mit ihnen am Abend irgendwo in Palma essen. Ein schönes Leben.

Im Szeneviertel Santa Catalina von Palma treffe ich Ulli Beckmann (51). "Ich habe mir hier nach über 20 Stress-Jahren meinen Lebenstraum erfüllt", sagt der gelernte Hotelkaufmann lächelnd: "Ein kleines Restaurant mit einem exzellenten Koch und einem Top-Service." Das "Sambal" am Plaza Progreso ist (noch) ein echter Geheimtipp. Eine Küche mit Gefühl und Gewürzen wie Rosenblüten, Safran, Koriander und Ingwer, die nach Empfehlungen des Sternekochs Schubeck verwendet werden. Ein Highlight: die asiatische Variante der Küche. Die Gemüsepfanne mit Hühnchen und Gambas, süßsauer, und Safranreis ist ein Gedicht. Und das zu bezahlbaren Preisen. Vorspeisen kosten zwischen drei und sechs Euro, Hauptgerichte höchstens 15 Euro (Tel. 0034/971/22 01 22, mittags und abends geöffnet).

Rudi Kargus, der legendäre Torhüter des HSV, ist heute ein Maler. Ich hatte ihn auf einer Vernissage kennengelernt, ihm von Mallorca vorgeschwärmt und ihn eingeladen, mich mal auf der Insel zu besuchen. Jetzt war er mit seiner Frau da. Wir saßen auf der Terrasse meiner Finca bei Porreres und plauderten. "Stellen Sie sich vor", erzählte mir Rudi, "als ich das Hotel 'Sa Placa' in dem Dörfchen Petra anrief und ein Zimmer reservierte, fragte mich der Inhaber nach meiner Adresse. Als ich 'Quickborn bei Hamburg' sagte, fing er an zu lachen und rief: 'Hamburg? It's my team!' Ich mache jetzt Urlaub bei einem mallorquinischen HSV-Fan!"

Das kleine Finca-Hotel "Ca's Sant" versteckt sich in einem großen Orangengarten in Soller, zehn Minuten vom Ortszentrum entfernt. Alle acht Zimmer sind ausgestattet mit modernster Technik und kostbaren Möbeln aus dem 18. Jahrhundert. So mancher prominente Zeitgenosse aus Deutschland hat hier schon Urlaub gemacht: Jörg Pilawa, Moritz Bleibtreu und Volker Rühe zum Beispiel. "Jeder Gast kann Eigentümer eines Apfelsinenbaums werden und seine eigenen Früchte ernten", erzählt mir Jaime (26), Juniorchef des Familienhotels. Für den Winter bietet das "Ca's Sant" einen Spezialpreis. 149 Euro für zwei Personen inkl. Frühstück ( www.cas-sant.com , Tel. 0034/971/63 02 98).

An den langen dunklen Abenden im November sollen auch die Opernfreunde auf Mallorca zu ihrem Genuss kommen. Das Auditorium von Palma wird zu seiner 23. "Temporada de Opera" gleich vier beliebte Stücke aufführen. Den Auftakt macht "La Traviata" von Giuseppe Verdi am Mittwoch nächster Woche (5. November). Danach folgen "Tosca" von Puccini am 6. November, "Der Liebestrank von Donizetti" am 7. November und "Carmen" von Bizet am 8. November. Alle Vorstellungen beginnen um 21 Uhr.

Eine gute Nachricht: Mallorcas Wälder sind gesund. Die Zahl der Bäume auf den Balearen hat sich in den vergangenen 40 Jahren verfünffacht. Auf den Inseln gibt es jetzt 62 Millionen Bäume. "Solche Wälder wie heute hat es hier schon seit vielen Jahrhunderten nicht mehr gegeben", stellte Luis Berbiela, Chef der Forstschutzbehörde, in einem Interview mit der "Mallorca Zeitung" fest.