Stadtentwicklung

Bargteheider diskutieren über weniger Verkehr im Zentrum

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Der Ortsvorsitzende Hans-Werner Harmuth moderierte den CDU-Stammtisch im "Utspann" Bargteheide.

Der Ortsvorsitzende Hans-Werner Harmuth moderierte den CDU-Stammtisch im "Utspann" Bargteheide.

Foto: Lutz Kastendieck

CDU hinterfragt Situation an der Rathausstraße. Die Polizei sagt: Kein Unfallschwerpunkt. Handel befürchtet Umsatzeinbußen

Bargteheide. Wie geht es weiter mit der Rathausstraße in Bargteheide? Diese Frage treibt offenbar nicht nur die Grünen um, sondern nun auch die CDU. Jedenfalls widmete deren Ortsverband seinen jüngsten Stammtisch im Restaurant „Utspann“ allein diesem Thema.

Bargteheider für Verkehrsberuhigung, Handel bangt um Umsatz

„Es beschäftigt aus verschiedenen Gründen anscheinend viele Menschen in Bargteheide. Deren Meinung ist uns wichtig und wir wollen die Erkenntnisse in unsere politische Arbeit einbinden“, so der CDU-Ortsvorsitzender Hans-Werner Harmuth.

Im Vorfeld hatte es dazu eine Umfrage und eine Podiumsdiskussion der Grünen gegeben. Ausgangspunkt war eine Analyse der vier Unfallschwerpunkte in der Innenstadt, von denen zwei in der Rathausstraße liegen. In der Umfrage hatten sich rund 64 Prozent der mehr als 100 Rückmelder eine Verkehrsberuhigung der wichtigsten Einkaufsmeile gewünscht. Entweder durch Umwandlung in einen Tempo-30-Bereich, in eine Einbahnstraße, oder sogar in eine reine Fußgängerzone.

Gezielte Falschmeldungen zu Unfallschwerpunkten?

Die von den Grünen vorgelegten Ergebnissen erfüllen die Christdemokraten der Stadt offenkundig mit viel Skepsis. Gibt es überhaupt Unfallschwerpunkte im Innenstadtbereich? Sind es vielleicht nur „subjektive Eindrücke“? Oder gar „gezielte Falschmeldungen“? Mit diesen Fragen konfrontierte Harmuth am Stammtisch-Abend neben Dirk Willhoeft und Hans-Jürgen Zimmermann von der Verkehrsaufsicht des Kreises auch Frank-Stephan Simon, den Chef des örtlichen Polizeireviers.

„Nein, es gibt in Bargteheide keinen einzigen Unfallschwerpunkt“, gab Willhoeft schließlich zu Protokoll. Jedenfalls nicht gemäß einer bundesweit einheitlichen Definition. Der zufolge müsste es innerorts innerhalb von 300 Metern oder an einer Straßenkreuzung zu mindestens zwei Unfällen mit schweren Personenschäden, drei Unfällen des gleichen Typs oder sechs unterschiedlichen Unfällen kommen.

Innerhalb von drei Jahren 200 Unfälle mit 20 Verletzten

Tatsächlich habe es in den vergangenen drei Jahren in der Stadt zwar rund 200 Unfälle gegeben. „Von denen sind aber nur 30 mit insgesamt 20 Verletzten, davon drei Schwerverletzten, überhaupt aufgenommen worden“, ergänzte Simon. Das Gros der Fälle seien Parkrempler, die aber in keiner relevanten Statistik auftauchen würden. So gesehen sei die Rathausstraße aus polizeilicher Sicht mitnichten sonderlich auffällig.

Dennoch artikulierte sich auch beim CDU-Stammtisch eine gewisse Unzufriedenheit mit den Verhältnissen dort. Parkflächen lägen etwa „gefährlich“ nah an den Zebrastreifen und sollten generell parallel zur Fahrbahn angeordnet sein, statt „schräg“. Der Schwerlastverkehr müsse weitgehend ferngehalten werden. Zudem werden mehr Kontrollen gefordert. Sowohl hinsichtlich „wilder“ Rad-, als auch zu schneller Autofahrer.

Tempo-30-Zone ist kein Tabu im CDU-Klientel

Sogar die Einführung einer Tempo-30-Zone ist im CDU-Klientel kein Tabu. Solch eine Ausweisung könnte laut Willhoeft allerdings dazu führen, dass die beliebten Zebrastreifen wieder entfernt werden müssten. Das hält CDU-Stadtvertreter Sven Meding allerdings für eine Auslegungsfrage der entsprechenden Paragrafen.

Vor einer völligen Verbannung des Verkehrs aus der Rathausstraße warnte derweil Wolfgang Sarau. Die Umwandlung in eine Fußgängerzone würde den Fortbestand vieler Geschäfte massiv gefährden, so der Vorsitzende des Rings Bargteheider Kaufleute: „Dann wäre es in der Rathausstraße bald sehr still, um nicht zu sagen, totenstill.“

( luka )

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