Stormarn
Ahrensburg

Vor Disco niedergeschlagen: 22-Jähriger nach Not-OP zu Hause

Stefan Gäth aus Hoisdorf sucht per Facebook-Aufruf nach Zeugen, die eine Attacke auf seinen Sohn beobachtet haben.

Stefan Gäth aus Hoisdorf sucht per Facebook-Aufruf nach Zeugen, die eine Attacke auf seinen Sohn beobachtet haben.

Foto: Filip Schwen

Der Vater des Hoisdorfers sucht weiter nach dem Täter. Er überlegt jetzt, die Belohnung für Hinweise auf 2000 Euro zu verdoppeln.

Hoisdorf/Ahrensburg. Dem vor knapp zwei Wochen vor der Ahrensburger Diskothek „J’s Kella“ überfallenen Jan Gäth geht es besser. Der 22-Jährige, der durch einen Schlag auf den Hinterkopf schwer verletzt wurde, konnte am vergangenen Wochenende aus dem Krankenhaus entlassen werden und ist jetzt wieder zu Hause bei seiner Familie. Das berichtet sein Vater Stefan Gäth dem Hamburger Abendblatt. „Mein Sohn ist auf dem Weg der Besserung, jetzt steht eine Reha an“, sagt der Hoisdorfer.

Jan Gäth war in der Nacht zu Sonnabend, 28. September, gegen 4.30 Uhr vor der Disco an der Großen Straße in der Ahrensburger Innenstadt von einem bislang unbekannten Täter von hinten niedergeschlagen worden. Freunde fanden Gäth torkelnd und blutüberströmt. Der junge Mann war daraufhin von Medizinern in ein Krankenhaus nach Hamburg gebracht und notoperiert worden.

Nach dem Angriff setzte Vater Stefan Gäth eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise aus. „Ich überlege jetzt, die Belohnung zu verdoppeln, um den Fahndungsdruck weiter zu erhöhen. Ich will, dass einer der Freunde des Täters ihn verrät“, sagt Stefan Gäth. Er werde keine Ruhe geben, bis die Person gefasst sei, die seinem Sohn das angetan habe. Gäth: „Ich werde mich auch noch mal mit der Polizei zusammensetzen.“

Polizei verrät keine Details zum Stand der Ermittlungen

Auch politisch fordert Stefan Gäth Konsequenzen. Er will, dass Ahrensburg sicherer wird. Es ist nicht nur der Angriff auf seinen Sohn, durch den der Hoisdorfer die Stadt und die Umgebung in einem anderen Licht sieht. „Ein paar Tage später wurden mehrere Personen in Großhansdorf mit einem Messer angegriffen. Bei einem der beiden Opfer handelte es sich um den Bruder des besten Freundes meines Sohnes“, sagt Gäth. Ein unglaublicher Zufall.

In beiden Fällen sucht die Polizei weiterhin nach Zeugen, die etwas beobachtet haben. Zu aktuellen Erkenntnissen wollte sich Polizeisprecherin Rena Bretsch am Donnerstag nicht äußern: „Wir wollen die Ermittlungen nicht gefährden und geben deshalb keine Einzelheiten heraus. Aber es wird in alle Richtungen ermittelt.“

Messerangreif ereignete sich am 3. Oktober gegen 5.45 Uhr

Jan Gäth war laut Polizei „mit einem stumpfen Gegenstand“ niedergeschlagen worden. Die Tat muss sich zwischen 4.10 und 4.30 Uhr in nächster Nähe zur Diskothek „J’s Kellaa“ zugetragen haben. Gäth hatte dort auf seine Freunde und ein Taxi gewartet.

Der Messerangriff in Großhansdorf ereignete sich am Donnerstag, 3. Oktober, gegen 5.45 Uhr auf dem U-Bahnhof Schmalenbeck. Fünf junge Leute aus Ahrensburg und Umgebung im Alter zwischen 20 und 21 Jahren gerieten in der U-Bahn von Hamburg nach Großhansdorf mit drei anderen Männern in einen Streit. Einer der Männer soll im weiteren Verlauf ein Messer gezogen und zugestochen haben. Zwei Ahrensburger wurden verletzt, einer von ihnen überlebte nur knapp. Die Hintergründe sind weiterhin unklar.

Hinweise zu beiden Taten nimmt die Ahrensburger Kriminalpolizei (Telefon 04102/809-0) entgegen.