Stormarn
Hoisdorf

Gemeindevertreter ebnen Weg für Schweinemastanlage

Geplante Schweinemast. Drohungen gegen Bauer Jörg Elbers

Geplante Schweinemast. Drohungen gegen Bauer Jörg Elbers

Foto: Ewelina Berger

Die Gemeindevertreter haben Landwirt Elbers einen Ansiedlungsvertrag vorgelegt. Aber: Er muss die Kosten für den Straßenausbau tragen.

Hoisdorf. Ein weiterer Schritt zum Bau einer Schweinemastanlage in Hoisdorf ist getan. Die Gemeindevertreter haben Landwirt Jörg Elbers jetzt einen sogenannten Ansiedlungsvertrag vorgelegt. Inhalt dieses Vertrags ist unter anderem, wie der Verkehr in der Gemeinde künftig geregelt werden müsse. Hoisdorfs Bürgermeister Dieter Schippmann sagt: „Wir müssen sicherstellen, dass der Schwerverkehr nicht über den Wastenfelder Redder, sondern über den Sieker Berg führt.“

Die Kosten für den Straßenausbau soll der Investor der Anlage tragen

Die Mitglieder des Bauausschusses hatten den Gemeindevertretern deshalb vorgeschlagen, den Wastenfelder Redder für Autos zu sperren. Die Straße solle auf eine Breite von 1,5 Metern verengt werden und nur für Radfahrer und Fußgänger passierbar sein. Diesem Vorschlag stimmten die Gemeindevertreter zu und setzten ihn als Bedingung in den Ansiedlungsvertrag. Die anfallenden Kosten müsste demnach Investor Jörg Elbers übernehmen. Nach bisherigen Schätzungen würde der Ausbau der Straße laut Bürgermeister Schippmann Kosten in sechsstelliger Höhe verursachen. „Die Gemeinde übernimmt diese Kosten natürlich nicht“, sagt Schippmann.

Landwirt Elbers will den Vertrag unterschreiben. Er sagt: „Das ist zwar eine hohe Geldsumme, aber ich habe den festen Willen, dorthin umzuziehen.“ Diese Ziel werde er weiterhin verfolgen. Außerdem könnten, so Elbers’ Hoffnung, die Kosten auch geringer ausfallen. „Es wird eine Ausschreibung geben, sodass der genaue Aufwand unbekannt ist.“

Wenn Elbers den Vertrag unterschrieben hat, wird seine Bauvoranfrage von der Unteren Naturschutz- sowie der Unteren Wasserbehörde in Bad Oldesloe geprüft. Und zwar darauf, ob die geplante Schweinemastanlage für knapp 1500 Tiere umweltverträglich sei. Erst wenn das geklärt ist, kann Jörg Elbers einen Bauantrag stellen, der den Gemeindevertretern vorgelegt wird. Dieter Schippmann: „Das Thema wird uns noch öfter beschäftigen.“

Bürgerinitiative will weiter gegen das Bauvorhaben vorgehen

Die Bürgerinitiative „Keine Schweinereien in Hoisdorf“ will weiter gegen den Bau der Anlage protestieren. Sie hatte, wie berichtet, 800 Unterschriften gegen das Bauvorhaben gesammelt. Vertreter der Bürgerinitiative warfen den Politikern vor, sich über den Willen der Bürger hinwegzusetzen. Sie befürchten unter anderem eine zu starke Belastung durch Keime und Gülle. Ende April hatte Jörg Elbers einen Brief mit Morddrohungen gegen seinen Sohn erhalten, sofern er seine Pläne weiterverfolge. Der Landwirt erstattete Anzeige gegen Unbekannt.