Friedrichskoog/Kiel. Wie sich das Jungtier infiziert haben könnte und was der Befund für die Seehundstation Friedrichskoog bedeutet.

Bei einem toten Seehund in der Seehundstation Friedrichskoog (Kreis Dithmarschen) wurde das Geflügelpest-Virus festgestellt. Das Friedrich-Loeffler-Institut hatte am Freitag eine Infektion mit dem Influenzavirus des Subtyps H5N1 bestätigt, nachdem ein H5-Nachweis durch das Landeslabor Schleswig-Holstein erfolgt war, teilte das Landwirtschaftsministerium am Dienstag mit.

Ein sporadisches Überspringen von Geflügelpest-Viren auf Säugetiere konnte bereits früher beobachtet werden, hieß es weiter. Weltweit betraf dies fleischfressende Landtiere und Meeressäuger – unter anderem Füchse, Ottern, Seehunde und andere Robben, die sich vermutlich über die Aufnahme oder den Kontakt zu infizierten Wildvögeln angesteckt haben.

Geflügelpest bei totem Seehund – Station Friedrichskoog bleibt geöffnet

Nach dem H5-Nachweis wurden Proben von allen Seehunden aus dem Umfeld des erkrankten Tieres genommen und zur Analyse gegeben – alle Befunde seien bisher negativ. Die Station sei über den Befund informiert worden, die üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen würden umgesetzt. Die Seehundstation bleibe geöffnet, der Betrieb laufe normal weiter.

Beim Geflügelpest-Geschehen 2021/2022 wurde das Influenzavirus bei drei toten Seehunden aus dem schleswig-holsteinischen Wattenmeer nachgewiesen. Im März 2023 wurde das Virus bei einer Kegelrobbe aus der Seehundstation nachgewiesen. Außerdem wurde bei einem Fuchs aus einem Tierpark das Virus als Nebenbefund festgestellt.

Im Moment ist die Hochphase der Seehundgeburten im Wattenmeer. In der Seehundstation Friedrichskoog werden zurzeit 155 junge Seehunde aufgepäppelt.

Jungtiere, die kurz nach der Geburt von ihren Müttern getrennt werden, werden Heuler genannt. Die Geburten- und Säugezeit der Seehunde im Wattenmeer dauert noch bis in den August.