Schleswig-Holstein

Rückstau von Transit-Flüchtlingen in Flensburg bleibt aus

Flüchtlinge steigen am Bahnhof von Flensburg in einen Zug nach Kopenhagen (Archivbild)

Flüchtlinge steigen am Bahnhof von Flensburg in einen Zug nach Kopenhagen (Archivbild)

Foto: Carsten Rehder / dpa

Flensburg bleibt Knotenpunkt für Transit-Flüchtlinge nach Skandinavien. Schwedische Grenzkontrollen verursachen keine Probleme.

Flensburg.  Der befürchtete Rückstau von Transitflüchtlingen wegen der neuen schwedischen Grenzkontrollen bleibt in Schleswig-Holstein weiterhin aus. „Es hat von den Fährhäfen im Norden eine deutliche Ausweichbewegung nach Flensburg gegeben“, sagte der Sprecher der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt, Matthias Menge, am Montag.

Dort seien überdurchschnittlich viele Flüchtlinge am Wochenende nach Dänemark weitergereist. Die dänische Polizei habe ihr Verhalten nicht geändert und lasse die meisten Flüchtlinge passieren. Und Schweden habe noch keine Flüchtlinge zurückgeschickt. Am Wochenende seien aus dem skandinavischen Land etwa 30 Flüchtlinge freiwillig nach Deutschland zurückgekommen.

Nach Angaben der Hilfsorganisation „Refugees Welcome - Flensburg“ fuhren am Sonnabend 1500 Menschen mit 12 Bussen Richtung Schweden und am Sonntag nochmals 1000 mit 7 Bussen. Alle Busse seien in der dänischen Stadt Fredericia angekommen und die Flüchtlinge hätten ihre Reise nach Malmö (Schweden) fortsetzen könne, sagte Nicolas Jähring „Refugees Welcome - Flensburg“ am Montag. Schweden nehme weiterhin Asylsuchende auch ohne Pass auf. Eine Bestätigung schwedischer Behörden hierfür liegt nicht vor.

Keine schärferen Kontrollen nach Pariser Anschlägen

„Nach den Terroranschlägen in Paris können wir keine schärferen Polizeikontrollen in Dänemark oder Deutschland feststellen“, sagte Jähring. „Wir rechnen aber damit, dass es in Dänemark schärfere Kontrollen geben wird, hoffen aber, dass eine Durchreise nach Schweden weiterhin gewährleistet wird.“

Thomas Teschendorf, Sprecher der Stadt Flensburg sagte, „die Lage ist immer noch übersichtlich“. In den Nächten zum vergangenen Sonnabend, Sonntag und Montag übernachteten in zwei als Turnhallen genutzten Notunterkünften 350 Flüchtlinge, 492 und 349. Die Zahl in der Nacht zum Sonntag sei die bisher höchste Übernachtungszahl gewesen.

Vergangenen Donnerstag hatte Schweden Grenzkontrollen eingeführt. Die Fähren von den Häfen Kiel und Lübeck in Schleswig-Holstein oder Sassnitz und Rostock in Mecklenburg-Vorpommern nehmen nur noch Flüchtlinge mit gültigen Papieren mit.