Schleswig-Holstein

CDU: Regierung wollte „Friesenhof“-Affäre verschleiern

 Das „Friesenhof“-Jugendheim in Hedwigenkoog in Schleswig-Holstein

Das „Friesenhof“-Jugendheim in Hedwigenkoog in Schleswig-Holstein

Foto: Carsten Rehder / dpa

Der Friesenhof soll Jahre erniedrigende Erziehungsmethoden angewandt haben. Ein Ausschuss soll auch Behördenpannen aufarbeiten.

Kiel.  Über die Affäre um das inzwischen geschlossene Jugendheim Friesenhof im Kreis Dithmarschen hat der Landtag am Donnerstag heftig gestritten. Oppositionsführer Daniel Günther (CDU) hielt der Landesregierung vor, sie habe Sachverhalte verschleiern wollen. Deshalb sei der von der Opposition von CDU, FDP und Piraten durchgesetzte Parlamentarische Untersuchungsausschuss geboten.

Der Friesenhof soll über viele Jahre erniedrigende, inakzeptable Erziehungsmethoden angewandt haben. Gegen 13 frühere Mitarbeiter laufen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen unter anderem wegen Körperverletzung und sexuellen Missbrauchs. Der Untersuchungsausschuss soll strukturelle Schwächen der Heimaufsicht im Norden und Kommunikationspannen der Behörden aufarbeiten.

Streit entzündete sich im Parlament an einem Antrag der Regierungsfraktionen SPD, Grüne und SSW, den Untersuchungsauftrag des Ausschusses noch auszuweiten. Es sollten auch der gesetzliche Handlungsspielraum der Heimaufsicht beleuchtet und zudem geeignete pädagogische Konzepte bestimmt werden. CDU und FDP betonten, pädagogische Konzepte zu bewerten, sei nicht Aufgabe eines Parlamentarischen Untersuchungsausschusses. Günther regte an, dass sich der Sozialausschuss sofort mit dieser Thematik befassen könne.