Kraftwerk Wedel

Ätzender Partikelregen in Wedel: Vorwürfe an Hamburger Senat

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Martin Balasus, CDU-Landtagskandidat im Wahlkreis Pinneberg-Elbmarschen, vor Kraftwerk Wedel

Martin Balasus, CDU-Landtagskandidat im Wahlkreis Pinneberg-Elbmarschen, vor Kraftwerk Wedel

Foto: Martin Balasus

CDU-Landtagskandidat gibt Hamburg die Schuld für den ätzenden Partikelregen in Wedel. Was er vom Senat fordert.

Wedel.  Schwere Fehler in der Energie- und Umweltpolitik wirft Martin Balasus, CDU-Kandidat für den Landtagswahlkreis Pinneberg-Elbmarschen, dem rot-grünen Senat in Hamburg vor. „Wer das sauberste Kohlekraftwerk Deutschlands vom Netz nimmt und eines der dreckigsten weiterbetreibt, macht keine glaubwürdige, effektive und nachhaltige Umweltpolitik, sondern veranstaltet schlichtweg eine Show. Eine echte Klimawende endet nicht an der Stadtgrenze“, teilte Balasus mit.

Kraftwerk Wedel soll bis 2025 am Netz bleiben

Hintergrund der Kritik ist das Eingeständnis von Hamburg Wärme, der Betreibergesellschaft des Kraftwerks Wedel, die versprochene Reduzierung der Kohleverfeuerung um 100.000 Tonnen pro Jahr nicht halten zu können. Martin Balasus: „Die Verantwortung dafür liegt eindeutig beim rot-grünen Senat in Hamburg. Anfang 2021 ließ er mit dem Kraftwerk Moorburg die modernste und effizienteste Anlage abschalten, während nur knapp 20 km Luftlinie entfernt das Kraftwerk Wedel die Luft weiterhin mit 1,4 Millionen Tonnen CO² belastet.“

Moorburg war erst 2015 in Betrieb genommen worden und sollte die fast 60 Jahre alte Wedeler „Dreckschleuder“ zumindest teilweise ersetzen. Das ist aber nie geschehen – Moorburg wurde abgeschaltet, die Hamburger Luft wurde sauberer, aber die Wedeler behielten den Dreck.

Die unter anderem durch den Partikelausstoß aus den Schloten des Wedeler Meilers gebeutelten Anwohner hätten es also dem Hamburger Senat zu verdanken, dass weiterhin ätzende Partikel auf sie herabregnen. „Der damalige grüne Umweltminister Schleswig-Holsteins Robert Habeck nahm sich dann zwar des Themas vollmundig an – aber ließ letztlich Wedel im Stich, denn das Kraftwerk lief weiter. Dasselbe galt für Habecks Nachfolger und Parteifreund Jan Philipp Albrecht, der, obwohl ihn der Koalitionsvertrag dazu aufgefordert hat, auch nichts bewegt hat“, so Balasus.

Kraftwerk Wedel: Balasus fordert Abschaltung 2022

Damit und mit der dicken Luft müsse Schluss sein. „Eine echte Klimawende endet nicht an der Stadtgrenze Hamburgs. Daher fordere ich die Stadt Hamburg als Besitzerin von Hamburg Wärme auf, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Hamburgs grüner Umweltsenator Jens Kerstan soll endlich sein Versprechen halten, dass er vor gut einem Jahr gegeben hat, nämlich eine sofortige Kohlereduktion im Wedeler Kraftwerks-Dino“, so Balasus. Die Abschaltung des Kraftwerkes Wedel sei überfällig.

Nach derzeitigen Planungen soll es erst Ende 2025 vom Netz gehen, später als ursprünglich angekündigt. Balasus: „Hamburg muss alle Mittel und Hebel in Bewegung setzen, um Ende 2022 die aus der Zeit gefallene Technik endlich abzuschalten.“ Martin Balasus habe das Thema auf seine Prioritäten-Liste gesetzt, die er abarbeiten möchte, sobald er ein Landtags-Mandat habe.

( ade )

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