Pinneberg
Floorball

Wieder gut gespielt und plötzlich doch Tabellenletzter

Marius Schwartz (l.) – hier im ersten Aufeinandertreffen mit dem TV Schriesheim – trifft zweimal im Rückspiel gegen die Baden-Württemberger und verzeichnet einen Assist

Marius Schwartz (l.) – hier im ersten Aufeinandertreffen mit dem TV Schriesheim – trifft zweimal im Rückspiel gegen die Baden-Württemberger und verzeichnet einen Assist

Foto: Michael Stemmer

Bundesligist Blau-Weiß 96 Schenefeld rutscht nach 5:6 in Schriesheim auf Rang zehn ab. Training wird in der Ligapause intensiviert

Schenefeld.  600 Kilometer angereist, in Heidelberg übernachtet, gut gespielt, hart gekämpft – und dann doch wieder mit leeren Händen die Heimreise angetreten. Kein ungewohntes Bild für die Bundesliga-Floorballer von Blau-Weiß 96 Schenefeld.

Das 5:6 (2:1, 1:3, 2:2) beim bisherigen Tabellenschlusslicht TV Schriesheim – es ist schon die dritte Niederlage mit nur einem Tor Differenz – hat den Erstliga-Aufsteigern aus Schenefeld gleich mehrere Erkenntnisse bestätigt. Diese hatten sich im bisherigen Verlauf der höchsten deutschen Spielklasse dieser dynamischen Hallenhockey-Variante herauskristallisiert.

Erstens: Die Blau-Weißen können mithalten. Tempo, Spielanlage und individuelle Fertigkeiten reichen aus, um sich gute Szenen zu erarbeiten und auch ganze Spielabschnitte für sich zu entscheiden. „Das knappe Resultat in Schriesheim zeigt, dass wir als Aufsteiger nicht chancenlos sind“, sagte Justus Karnath, Teamsprecher der Schenefelder. „Wir haben ein offenes Spiel aufziehen können; klar, dass die Enttäuschung nach der Niederlage gegen einen Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt groß war.“

Die zweite, weniger erfreuliche Erkenntnis: Die gute Leistung kann oft nicht über die volle Spieldauer stabilisiert werden. Nicht zum ersten Mal bringt ein Doppelschlag des Gegners die Blau-Weißen in einer bis dahin gut verlaufenen Partie ins Hintertreffen.

In Schriesheim starten die Gäste stark, lassen mit kompakter Defensive die Badener nicht zur Entfaltung kommen und bringen sich durch Treffer von Nationalspieler Felix Irrgang sowie Marius Schwartz mit 2:0 in Front.

Dann der erste Knacks: Die Hausherren verkürzen Sekunden vor der Schluss-Sirene auf 1:2, um nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff dann besagten Doppelschlag zur eigenen 3:2-Führung zu landen. Ein Negativfaktor auf Seiten der Gäste: „Da konnten wir unsere Zweikampfstärke aus dem ersten Drittel nicht aufrecht erhalten“, sagte Tobias Karnath, „als Konsequenz daraus fielen beide Tore auch sehr unglücklich aus Situationen heraus, die eigentlich schon geklärt erschienen.“

Zwar finden die Gäste im Anschluss wieder zu ihren Tugenden zurück – Karnath: „Kampfgeist und unermüdlicher Einsatz“ –, doch die Hypothek dreimaliger Zwei-Tore-Führungen der Schriesheimer wiegen zu schwer.

Aber keine Resignation nach dem Sturz auf den letzten Platz. „Die Rückrunde hat erst begonnen, Platz sechs und das Vermeiden der Play-downs bleiben das Ziel“, sagt Karnath. „Jedenfalls wollen wir uns in der Ligapause bis zum 10. Februar spielerisch weiterentwickeln und auch an unserer Physis arbeiten. Schließlich gilt es, bei der hohen Belastung und dem Tempo der ersten Liga konkurrenzfähig zu bleiben.“

TV Schriesheim – Blau-Weiß 96 6:5.
0:1/9:47 Minuten Spieldauer Felix Irrgang (Assist: Tim Ole Sonntag), 0:2/14:44 Marius Schwartz (Johannes Gebauer), 1:2/19:46 Linus Braune // 2:2/4:08 Braune (Robert Eidenmüller), 3:2/5:19 Stefan Ardeleanu (Patrick Schellhase), 4:2/16:24 Nicolas Burmeister (Felix Künnecke), 4:3/17:16 Tobias Karnath (Irrgang) // 5:3/5:01 Künnecke (Schellhase), 5:4/8:53 Schwartz, 6:4/9:09 Eidenmüller (Künnecke), 6:5/18:15 Irrgang (Schwartz).