Pinneberg
Floorball

1. Bundesliga: Pokal-Aus dient Aufsteiger als Mutmacher

Foto: Michael Stemmer

Männerteam von Blau-Weiß 96 nimmt aus Viertrunden-Niederlage Erkenntnisse ins Punktspiel mit. Am Sonnabend kommt der Tabellendritte

Schenefeld.  Ob es wohl klappen wird mit der vorgezogenen Weihnachtsbescherung? Die Floorballspieler von Blau-Weiß 96 Schenefeld haben sich zumindest fest vorgenommen, mit einer gelungenen Revanche und einem Erfolgserlebnis in ihre bis zum 13. Januar währende Ligapause zu gehen.

Am kommenden Sonnabend um 15 Uhr (Halle Achter de Weiden) wollen sich die Schenefelder selbst beschenken. Zum Rückrundenauftakt ist der Tabellendritte Red Devils Wernigerode zu Gast. Beim Saisonstart am 16. September hatte es gegen die Mannschaft aus dem Nordharz eine deutliche 1:7-Niederlage gegeben. Aber trotz 13 Punkten und vier Plätzen Rückstand auf die „roten Teufel“ in der Tabelle sieht Spieler und Teamsprecher Justus Karnath die Trauben für Blau-Weiß 96 im Rückspiel nur hoch, aber noch lange nicht unerreichbar hängen.

Dabei spricht die Papierform klar gegen den Underdog. Erst zur laufenden Saison war die junge Schenefelder Truppe erstmals in die 1. Bundesliga dieser noch jungen Hallenhockey-Variante aufgestiegen, die im Regelwerk eher dem Eishockey angelehnt ist. Und die Neulinge schlagen sich bislang achtbar in der höchsten deutschen Spielklasse. Zwar stehen auch fünf Niederlagen nach regulärer Spielzeit (60 Minuten) zu Buche, doch mit zwei Siegen, einem Remis sowie einer Niederlage nach Verlängerung dokumentieren die Blau-Weißen ihre Ligatauglichkeit.

Genug für den Überraschungssieg? „Klar, Wernigerode liegt mit nur zwei Niederlagen auf dem dritten Platz und wartet mit einem sehr stark besetzten Kader auf, in dem auch einige Finnen stehen“, sagt Justus Karnath. „Allerdings straucheln die Red Devils ein wenig. Vor zwei Wochen verlieren sie beim Achten BAT Berlin mit 3:6, dann gewinnen sie im Pokal bei Regionalligist SG Seebergen/Lilienthal wegen einiger erkrankter oder verletzter Spieler ,nur‘ mit 8:4. Wernigerode kann zurzeit als schlagbar betrachtet werden.“

Damit dieses hochgesteckte Ziel greifbar bleibe, müsse vor allem eine stabile Abwehr aufgeboten werden, weiß der Mannschaftssprecher. Man dürfe sich allerdings auch nichts vormachen. „Um am Sonnabend zu siegen, müssen wir wohl unsere Saisonbestleistung abrufen.“ Den Glauben daran, dass dieses möglich ist, holt sich der Aufsteiger kurioserweise auch aus der aktuellen und überdeutlichen 2:11-Niederlage im Pokal-Heimspiel (4. Runde) gegen den UHC Sparkasse Weißenfels. „Immerhin der Serienmeister der 1. Floorball-Bundesliga und auch amtierender Pokalsieger“, ordnet Karnath das Ausscheiden aus dem Cupwettbewerb sogleich ein.

Da hatten die Schenefelder nach frühem Rückstand (1:5 und 0:4 in den ersten Vierteln) nicht aufgesteckt und sich mit der Schlussphase des Mittelabschnitts von besserer Seite gezeigt. Zuvor waren den Gästen gleich drei Doppelschläge binnen jeweils 20 Sekunden gelungen. „Unser Spielertrainer Benedikt Fiedrich hat dann mit Erfolg kurz vor der zweiten Drittelpause eine Auszeit genommen. Von da an haben wir mehr Zweikämpfe gewonnen und uns Chancen herausgespielt“, sagte Karnath. „Und so haben wir im Schlussdrittel gegen ein Spitzenteam wie Weißenfels auch weitergemacht. Leider konnten wir nur eine der Chancen zum Tor ummünzen.“ Aber wenn das dann auch noch klappt, sollte am Sonnabend etwas möglich sein...