Pinneberg
Floorball

Blau-Weiß 96 ärgert die Konkurrenz im Oberhaus

Floorball ist eine tempo- und actionreiche Sportart. Schenefelds Tobias Karnath (weißes Trikot)

Floorball ist eine tempo- und actionreiche Sportart. Schenefelds Tobias Karnath (weißes Trikot)

Foto: Michael Stemmer

Aufsteiger aus Schenefeld ist zurzeit Sechster der Floorball-Bundesliga. An diesem Sonnabend steigt das Pokalheimspiel gegen Eiche Horn

Schenefeld.  Nach der Hälfte der Hinrunde sind die Floorballer von Blau-Weiß 96 Tabellensechster in der 1. Bundesliga. Vier Mannschaften liegen derzeit noch hinter dem Aufsteiger aus Schenefeld. „Wir haben bewiesen, dass wir in der Bundesliga mithalten können. Die zwei Niederlagen waren quasi einkalkuliert“, sagt Spielertrainer Benedikt Fiedrich (23).

Schenefeld schnitt am besten gegen den Rekordmeister ab

6:15 unterlagen die Schenefelder dem Rekordmeister UHC Weißenfels, mit einem Unterschied von „nur“ neun Gegentoren verlor in dieser Serie bisher noch kein Team gegen die seit Jahren beste Floorball-Mannschaft Deutschlands, die auch schon auf internationaler Ebene Titel gewann. Zum Auftakt gab es für Blau-Weiß 96 zudem ein 1:7 bei den Red Devils Wernigerode. „Sie zählen auch zu den Top-Mannschaften der Liga“, so Fiedrich.

Ein Sieg (13:11 gegen TV Schriesheim) und ein Remis zuletzt im Heimspiel vor knapp 250 Zuschauern gegen den MFBC Leipzig (3:3 nach Verlängerung) brachten dem Aufsteiger immerhin schon vier Punkte. „Wir haben im Duell mit Leipzig 33 Sekunden vor Schluss noch den Ausgleich kassiert. Das ist zwar ärgerlich, aber das Unentschieden ist im Endeffekt schon leistungsgerecht“, sagte der Schenefelder, der alle drei Treffer für die Blau-Weißen erzielt hatte. Darunter das 1:1 nach Vorlage von Keeper Bennet Druminski, der damit schon seinen zweiten Assist in dieser Saison verbuchen konnte. In der zehnminütigen Verlängerung, die wie im Eishockey bei einem weiteren Tor einer Mannschaft sofort beendet ist (Sudden Death), vergaben beide Teams die Möglichkeit auf einen zweiten Punkt.

„Es ist einfach stark, wie sich unser junges Team in diesen vier Partien schon weiterentwickelt hat“, meint Fiedrich, Student im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen. Die Spieler des Schenefelder Kaders sind im Schnitt 21,5 Jahre alt und müssen sich weitgehend gegen erfahrenere Akteure in Liga eins durchsetzen. „Das Physische ist im Vergleich zur 2. Liga ein ganz anderer Schnack. Auch das Tempo ist in der Bundesliga noch einmal viel höher“, so Fiedrich. In der Aufstiegssaison zählte Blau-Weiß 96 noch zu den schnellsten Teams dieser Klasse im Spielaufbau, in der Bundesliga liegt das Team in dieser Kategorie weit hinten: „Daher setzen wir oft auf eine Kontertaktik.“

In der Bundesliga sind Spielertrainer keine Seltenheit

Unterstützt wird Fiedrich beim Coachen von Johannes Gebauer und Felix Irrgang, die ebenfalls selbst aktiv auf dem Feld stehen. „Da Floorball noch eine relativ junge Sportart ist, gibt es bundesweit einfach noch nicht so viele Akteure, die schon mit dem Spielen aufgehört haben. Ich würde schätzen, jeder zweite Bundesliga-Club hat einen Spielertrainer“, sagt der Topscorer des Teams (sieben Tore, fünf Vorlagen), der mit diesen Werten sogar derzeit viertbester Bundesliga-Spieler ist.

Am kommenden Wochenende ruht der Liga-Betrieb. Doch die Schenefelder sind als Erstligist in der zweiten Pokalrunde erstmalig am Sonnabend, 14. Oktober, gegen den Zweitliga-Absteiger TV Eiche Horn Bremen gefordert (15 Uhr, Sporthalle Achter de Weiden). Trotz des Klassenunterschieds weist Fiedrich die Favoritenrolle von sich: „Eiche Horn ist so etwas wie ein Angstgegner von uns. Gefühlt haben wir in einem Pflichtspiel noch nie gewonnen.“ Einen Test in der Sommerpause konnten die Schenefelder jedoch schon knapp für sich entscheiden.

Für das Erreichen der dritten Pokal-Runde hoffen die Schenefelder Floorballer wieder auf die Unterstützung der Zuschauer in der Halle. In den ersten beiden Heimspielen der Saison waren insgesamt knapp 500 Fans dabei. 170 aktive Spieler hat die Floorball-Sparte von Blau-Weiß 96, die in drei Erwachsenenteams und acht Jugendteams antreten, derzeit.

In der Bundesliga folgt der fünfte Spieltag am Sonnabend, 21. Oktober. Schenefeld tritt bei BAT Berlin an.