Pinneberg
Pferdesport

Janne Meyers wilde Jagd am Mittelmeer

Janne Friederike Meyer und ihre talentierte Stute Anna, die beim Training am Strand der Costa Blanca sichtlich Spaß am Wasser hat und viel Laufvermögen an den Tag legt

Janne Friederike Meyer und ihre talentierte Stute Anna, die beim Training am Strand der Costa Blanca sichtlich Spaß am Wasser hat und viel Laufvermögen an den Tag legt

Foto: K-HFRIELER / K.H. Frieler

Schenefelder Profi-Reiterin nimmt erfolgreich an Turnieren in Oliva Nova teil. Zeitgleich herrscht in Friedrichshulde Massenandrang an Startern.

Schenefeld.  Manchmal ist auch das Reiterleben eher ungerecht. Während Dutzende Reiter ihre Pferde im strömenden Regen über die Straßen ins Pferdesportzentrum Friedrichshulde transportierten, um dort zu trainieren, stand das Schenefelder Reiter-Ass Janne Friederike Meyer eindeutig auf der Sonnenseite des Lebens. Die 36-Jährige hatte ihre Vierbeiner nach Spanien in die Nähe von Valencia bringen lassen. In Oliva Nova an der Costa Blanca trainierte sie unter urlaubsreifen Bedingungen: reichlich Sonne, Palmen, feiner Sandstrand.

Und die Schenefelderin nahm auch gleich mit Erfolg an einem Turnier teil. Ganz knapp verfehlte die Amazone im Großen Preis der „Mediterranean Equestrian Tour“ den Sieg. Der französische Springreiter Nicolas Deseuzes aus Rambouillet war einige Sekundenbruchteile schneller als die WM-Titelträgerin mit der Nationalequipe von 2010 und amtierende Gewinnerin der Gesamtwertung bei der Riders Tour. Janne Meyer sicherte sich somit ein Preisgeld in Höhe von 30.150 Euro. Die Amazone ist stolz auf ihre Stute Chloe und kein bisschen enttäuscht angesichts des zweiten Platzes. „Chloe soll Routine bekommen, dafür ist diese Tour perfekt“, sagt Meyer. „Die Stute war in Aachen schon spitze und bester Youngster in Neumünster 2015. Wir haben sie am Saisonende schon in der Mittleren Tour eingesetzt.“ Ihre neun Jahre alte Stute ist mit viel Qualität und Springvermögen ausgestattet.

Die Amazone freute sich auch über den acht Jahre alten belgischen Wallach Indi, der in Oliva Nova mit zwei perfekten Runden in der mit 5000 Euro dotierten zweiten Prüfung der Gold-Tour glänzte. Der Terminkalender ist bei Janne Meyer übrigens dicht. Sie fliegt nun zurück in den Norden und wird bei den Löwen Classics in Braunschweig vom 11. bis 14. Februar und ein Wochenende später bei den VR Classics in Neumünster starten.

Ende März bezieht Janne Meyer ihre neuen Stallungen am Klövensteen

Nach diesen Turnieren reist die Schenefelderin erneut an die östliche Mittelmeerküste und trainiert mit der Option von Turnierteilnahmen bis April unter spanischer Sonne. Zwischenzeitlich werden ihre Pferde Ende März neue Stallungen in Waldenau beziehen. Ihr Hauptsponsor, Jürgen Fitschen, der noch bis Mai dieses Jahres Co-Vorstandsmitglied der Deutschen Bank ist, erwarb für Meyer den Neuen Eichenhof von Susann Schieferdecker.

Derweil gab es in Friedrichshulde, wo Janne auch häufig startet, einige Misstöne. Zwölf Reiter waren in der Abreitehalle im Pferdesportzentrum vor dem Start im Parcours zugelassen, kaum ein Reiter hielt sich danach aber an die Anweisungen – sehr zum Ärger des Aufsichtsrichters Klaus Hupfeld aus Hamburg. Seine Richterkollegin Ginny Brenneke aus Elmshorn forderte eine Springreiterin mehrmals auf, die Startfolge zu beachten und erst später zum zugewiesenen Termin zu erscheinen, wenn die Halle nicht mehr so voll ist. „Weil die Reiterin die richterliche Anweisung ignorierte, haben wir sie des Platzes verwiesen“, sagt Brenneke. Aus gutem Grund: Mit zunehmender Teilnehmerdichte steigt die Unfallgefahr in der Halle. Letztlich geht es um die Sicherheit der Teilnehmer. Viele Sportler waren froh, dass endlich mal eine klare Ansage erfolgte, denn gerade in der Winterzeit wird in der Halle jeder Quadratmeter benötigt.

Für vier Tage Pferdesport mit 1019 Nennungen waren alle Prüfungen ausgebucht, die Reiter mussten sehr diszipliniert sein. 19 unterschiedliche Prüfungen waren im Schnitt mit 80 Reitern komplett ausgebucht. Sie wurden daher in zwei Abteilungen bewertet. Veranstalterin Sylva Kuhrt hatte für diese Prüfungen ein Preisgeld von fast 4000 Euro ausgeschrieben. Für diese Sporttage meldeten sich Reiter aus dem Raum Schleswig-Holstein und aus Niedersachsen an. Für Kristin Kirchner, Christian Straub und Lilly Matthes aus dem Pferdesportzentrum Friedrichshulde wie ein Heimspiel.

Kristin Kirchner stand vor einem zweiten Sieg, verpasste ihn jedoch

„Der ganze Aufwand, Pferde zu verladen und längere Anfahrtswege absolvieren zu müssen, entfällt hier zum Glück“, sagt Kirchner. Allerdings weiß die Schenefelderin auch, dass in anderen Hallen auch unter anderen Bedingungen geritten werden muss. Kristin Kirchner hatte sechs Pferde am Start. Ihre Bilanz kann sich sehen lassen: Sie erzielte einen Sieg und sechs vordere Platzierungen.

„Allerdings hätte ich gerne auch noch das M*-Stilspringen mit meiner Stute Zelina gewonnen“, erklärt Kirchner. „Platz zwei ist unter 60 Startern gut, ein Sieg wäre noch besser gewesen“, ergänzt die ehrgeizige Reiterin. Für die abschließende Prüfung der Klasse M* mit Stechen hatte Kirchner den achtjährigen Wallach Aretino für eine Trainingsrunde gesattelt. „Für mich sind Starts mit zwei Pferden bei den VR Classics in Neumünster vom 18. Februar an wichtig“, so Kirchner.