Pinneberg
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Stadtwerke-Entscheidung fällt erst in Ratsversammlung

84 Gewerkschaftsangehörige besuchten den Hauptausschuss.

84 Gewerkschaftsangehörige besuchten den Hauptausschuss.

Foto: Andreas Riedl

Mitglieder des Hauptausschusses brauchen mehr Informationen, um über die Vertragsverlängerung von Sven Hanson zu entscheiden.

Pinneberg.  Sie sammelten sich vor dem Rathaus, und später im Sitzungsraum standen sie bis weit auf den Flur hinaus: 84 Gewerkschafter waren am Mittwochabend gekommen, um zur Sitzung des Hauptausschusses Flagge zu zeigen, 60 davon aus Pinneberg. Bis fast 23 Uhr tagten Pinnebergs Politiker, um in nichtöffentlicher Sitzung eine Entscheidung über die Vertragsverlängerung des umstrittenen Stadtwerkechefs Sven Hanson herbeizuführen. Das Ergebnis: Vertagung in die Ratsversammlung am Donnerstag, 23. Januar.

Das war zu erwarten, denn die meisten Ausschussmitglieder haben noch immer, wie berichtet, das Gefühl, zu wenig zu wissen, um eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen zu können. Wie aus dem Kreis der am Mittwochabend Anwesenden zu erfahren war, habe auch die umfangreichen Diskussions- und Fragerunden im Ausschuss nicht die gewünschte Klarheit gebracht. Die Argumente, die ausgetauscht wurden, waren wohl im Wesentlichen bekannt.

Sven Hanson wollte den Verlauf der Sitzung nicht kommentieren

„In nichtöffentlicher Sitzung sind einige Sachkundige angehört worden“, sagt der Ausschuss-Vorsitzende Joachim Dreher (Grüne/Unabhängige). Zugegen waren auch Ratsmitglieder außerhalb des Hauptausschusses. Sven Hanson wollte den Verlauf der Sitzung am Donnerstag nicht kommentieren.

Andreas Riedl von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Stadtwerke-Chef Sven Hanson hatten gesprochen, außerdem Bürgermeisterin Urte Steinberg, Mitglieder des Aufsichts- und des Betriebsrates. „Jeder hatte mehr als genug Zeit, um seine Argumente vorzubringen“, so Dreher. Er hält es für möglich, dass auch die Ratsversammlung am 23. Januar keinen Beschluss fasst, sondern die Angelegenheit um zwei Monate verschiebt. Dazu bedarf es allerdings der Zustimmung von Sven Hanson. Drehers Fazit: „Es war konstruktiv.“

Gewerkschafter Riedl wünscht sich, dass der Vertrag nicht verlängert wird

Gewerkschaftler Riedl hatte die Gelegenheit primär genutzt, um die Ernsthaftigkeit seines Einschreitens zu betonen: „Wir haben uns diesen Fall weitaus länger als ein Jahr angeguckt. Denn wir überlegen uns sehr genau, bevor wir so einen Schritt wagen.“ Riedl wünscht sich, dass der Vertrag nicht verlängert wird. Weil aber auch er den Eindruck hat, dass die Ausschuss- und Ratsmitglieder zu wenig wissen, empfiehlt er, den Beschluss zu verschieben: „Sollte sich die Entscheidung für eine Verlängerung nämlich als falsch herausstellen, wird das sehr teuer.“ Auf die Frage, warum kein Pinneberger die Einwohnerfragestunde genutzt habe, sagt Riedl: „Weil in den Stadtwerken ein Klima der Angst herrscht.“

Ähnliches berichtet der ehemalige Pinneberger Stadtwerke-Mitarbeiter Wilfried Eggerstedt, der noch immer regen Kontakt zu seinen früheren Kollegen hat. Eggerstedt: „Die Stimmung dort ist unter aller Sau.“