Pinneberg
Kreis Pinneberg

Pinnebergs Postkarten zeigen Eselreiten, Maskenbälle, Rudern

Das waren noch Zeiten: Die Badeanstalt Osterholder Quellental in den 1930er-Jahren. Dort mischten sich Einheimische und Besucher.

Das waren noch Zeiten: Die Badeanstalt Osterholder Quellental in den 1930er-Jahren. Dort mischten sich Einheimische und Besucher.

Foto: Ina Duggen-Below / HA

Familientag im Museum gewährt Einblick in Hamburgs Top-Erholungsort: Pinneberg – mit historischen Motiven.

Pinneberg.  Erst ins Weihnachtsdorf und dann ins Museum. Oder umgekehrt. Beide Optionen bieten sich Familien am Sonnabend im Pinneberger Zentrum. Denn das Weihnachtsdorf ist ja ohnehin da, aber der Familientag im Museum ist nur am Sonnabend. Und dieses Mal mit einem stadtgeschichtlich erstaunlichen Schwerpunkt. Denn im Museum an der Dingstätte können Eltern und Kinder erfahren, dass Pinneberg nicht immer der leicht belächelte Vorort Hamburgs war, sondern ein gern genommenes und sehr beliebtes Ausflugsziel der Großstädter.

Bummel über Pinneberger Weihnachtsmarkt

Was liegt da näher, als den Bummel über den Pinneberger Weihnachtsmarkt mit einem Besuch im Museum zu verbinden, um dort von 15 bis 17 Uhr die speziellen Angebote für die ganze Familie in Anspruch zu nehmen oder sich einfach nur durch die historischen Ansichten zu gucken. Ein Glanzpunkt bei diesem Familientag ist nämlich die passende aktuelle Sonderausstellung „Ohne Eile, verweile!“ – Pinneberg als Ausflugsort.

Im Museum wird dabei gezeigt, wie attraktiv Pinneberg einst für die vielen Besucher der nahe gelegenen Großstädte Altona und Hamburg war. Zur Sommerfrische ging es ab ins Grüne, und dieses Grüne war oftmals Pinneberg. Im ersten Raum des Museum etwa hängt eine große Wanderkarte, dort geht es um den Weg nach Pinneberg. Was als anstrengende Wanderung, früher Fußreise genannt, begann, erhielt noch mal einen großen Aufschwung durch den Bau einer Eisenbahnverbindung von Altona nach Kiel. Pinneberg war nach Altona dabei die zweite Station der neuen Strecke. Durch die erschwinglichen Ticketpreise musste ab jetzt niemand mehr laufen, was die Besucherzahl Pinnebergs auf jährlich 100.000 Menschen erhöhte.

Postkarten zeigen Eselreiten und Radrennen

Auf den in der Ausstellung gezeigten Bildern und Postkarten kann man zudem entdecken, was die Familien so reizvoll fanden und in Pinneberg alles unternehmen konnten. Neben Schwimmen im Quellental (siehe Ansichtskarte) und Rudern stand etwa auch Eselreiten, Radrennen und so einiges mehr auf dem Ausflugsprogramm des kultivierten Großstädters. Auch Spaziergänge im Fahlt – wie eine weitere Ansichtskarte aus der Zeit der Jahrhundertwende zeigt – wurden offenbar sehr genossen.

Die Museumsausstellung ist in drei Bereiche eingeteilt, jeder zeigt einen anderen Aspekt der Reise. Beispielsweise mit den Übernachtungsmöglichkeiten der Touristen oder den Aktivitäten. Unter anderem waren das – damals vor allem als „Lustbarkeiten“ bekannt – Maskenbälle, Konzerte, Lesungen sowie Operettenaufführungen oder Zirkusaufführungen. Im 1985 erschienenen Buch „Pinneberg als ,Pensionopolis‘ – Ein Fremdenführer aus der Zeit der Jahrhundertwende“ heißt es zur Erklärung: „Von jener Zeit ab fluteten allsonntags aus den Toren der Stadt unzählige Hamburger und Altonaer zu Fuß die Landstraßen entlang, um sich in Pinneberg zu erfrischen und zu vergnügen.“

Vergnügen ist auch in der Gegenwart das richtige Stichwort. Am Familientag können etwa mithilfe von Rätseln und Fragebögen die unterschiedlichen Abteilungen der Dauerausstellung des Museums erkundet werden – für richtige Lösungen gibt es sogar Gewinne. Neben den Modellen von Schloss und Bahnhof gibt es den ältesten Film von Pinneberg zu sehen, er wurde 1925 gedreht. Exotik aus aller Welt bietet das Kabinett von Johannes Görbing, dort schillert und funkelt es.

Familientag im Museum: Sa 7.12., 15– 17 Uhr, Museum Pinneberg, Dingstätte 25. Aktuelle Ausstellung: „Ohne Eile, verweile!“ – Pinneberg als Ausflugsort