Pinneberg
Stadtentwicklung

18 Investoren gefällt der Tornescher See

So stellten sich die Planer den Kern des neuen Tornescher Wohnquartiers vor. Für die Gestaltung des Sees gibt es verschiedene Vorschläge

So stellten sich die Planer den Kern des neuen Tornescher Wohnquartiers vor. Für die Gestaltung des Sees gibt es verschiedene Vorschläge

Foto: Stadt Tornesch

Zahlreiche Firmen wollen an dem neuen Wohnquartier mitarbeiten. Es gibt zwei Konzepte für die Gestaltung des Naherholungsgebietes.

Tornesch.  Die Zukunft des Tornescher Sees ist weiter offen. Zwei sehr unterschiedliche Gestaltungsvorschläge für das in ein Wohnquartier integrierte Naherholungsgebiet liegen der Politik derzeit vor, außerdem eine leicht modifizierte Variante, die die CDU nun im Bauausschuss ins Spiel gebracht hat. Nun wollen die Parteien alle Gestaltungsoptionen, die die Stadt hat, kritisch prüfen. Trotz der zeitlichen Verzögerungen in den vergangenen Monaten geht die Stadt zurzeit davon aus, dass im Frühjahr 2018 die ersten Grundstücke verkauft werden könnten.

18 Investoren hätten bereits Interesse bekundet, das Wohnquartier mitzugestalten, sagt Luis David Lange von der Firma Drostconsult, die mit der Vermarktung des Areals beauftragt. Bei der Vermarktung könnten städtebauliche Zeichen für die Zukunft gesetzt werden. So könnten Carsharing-Angebote und Ladestationen für Elektroautos den Investoren als Zielvorgabe mitgegeben werden, um zukunftsweisende Mobilitätskonzepte in das Wohnquartier mit einzubringen. Bei der Vermarktung sollte daher, so Lange, die Qualität der Investorenkonzepte ein stärkeres Gewicht als die zu erzielenden Preise haben. Eine 70-zu-30-Relation wie in Hamburg sei sinnvoll. Lange schätzt, dass im April 2018 die Auswahl der Investoren vonseiten der Stadt erfolgen könnte.

Bis dahin hat die Politik eine Menge Hausaufgaben zu machen. Sie muss nun klären, welches Konzept für eine Seegestaltung, das den Zuschnitt der Baugrundstücke mitbestimmen wird, der Stadt am meisten dient. Ein im Juli vorgelegter erster Entwurf sieht vor, dass auch ein Aussichtshügel auf dem Areal entstehen könnten. Der Hügel würde zugleich das Wasser im See filtern. Es gäbe zwei unterschiedliche Uferbereiche, einen flachen und einen tiefen.

See könnte bis zu sechs Meter tief sein

Das nun vorgelegte zweite Konzept des Büros Zumholz/Wuttke sieht dagegen einen westlich gelegenen See vor, der klar erkennbar angelegt wäre, und einen nördlichen See, der naturnah gestaltet wäre und als Überlaufbecken nach Starkregen dienen sollte. „Wichtig ist uns, dass wir eine Weitläufigkeit in das Areal bekommen“, sagt Landschaftsplanerin Ursula Zumholz. Den Aussichtshügel, der wesentlicher Bestandteil des anderen Konzepts ist, empfindet sie als störend. Er blockiere die Sichtachse und wirke beengend. „Die Bürger sollten eine weitläufige Anlage erhalten“, meint Zumholz.

Egal, welches Konzept am Ende umgesetzt wird – zentral bleibt für die Stadt die Frage, wie das künstliche Gewässer langfristig am Leben erhalten werden kann. Die international tätige Firma Polyplan sieht hier keine allzu großen Probleme. „Die Stadt hat viel Glück mit dem Boden“, urteilt Hannes Kurzreuther von Polyplan. Die Bodenbeschaffenheit sei gut, eine kostenintensive Abdeckung nach unten mittels Folien sei daher nicht nötig.

Die Ausgangssituation sei sogar so gut, dass der See sechs Meter Tiefe haben könne. Diese Chance sollte genutzt werden, um einen möglichst intakten Wasserhaushalt zu erhalten. Wichtig sei, den Phosphorgehalt im Wasser niedrig zu halten. Das verhindere ein Umkippen des Sees. Mittels einer speziellen Filterstation könne das Phosphat bei Bedarf aus dem Seewasser entfernt werden.