Pinneberg
Stadtentwicklung

Torneschs Seeprojekt wird nochmal überprüft

So sollte der neue Tornescher Stadtteil einmal aussehen, doch über das künstliche Gewässer wird diskutiert

So sollte der neue Tornescher Stadtteil einmal aussehen, doch über das künstliche Gewässer wird diskutiert

Foto: Stadt Tornesch

Die SPD will das Hamburger Planungsbüro wieder an den Tisch holen. Doch die Christdemokraten warnt vor einem fatalem Signal.

Tornesch.  Die Gestaltung des geplanten Tornescher Sees als Naherholungsgebiet ist wieder offen. Die SPD-Fraktion hat im Bauausschuss durchgesetzt, dass ein weiteres Planungsbüro Ideen für die Gestaltung des Areals vorstellen soll. Die CDU kritisiert das Vorgehen der SPD und befürchtet eine weitere Verzögerung bei dem Projekt.

Weil Planung, Bau und Pflege eines künstlichen Gewässers nicht unproblematisch sind, haben Mitglieder des Bauausschusses kürzlich in Bremerhaven ein ähnliches Projekt besichtigt. Die Firma Polyplan hat den Politikern dort erklärt, wie ein Projekt für einen künstlichen, aber natürlich wirkenden See umgesetzt und dieser langfristig ökologisch intakt gehalten werden könne.

Ausschussvorsitzender Henry Stümer (CDU) war angetan. „Der See funktioniert dort seit zehn Jahren anstandslos. Für den etwa halb so großen See in Bremerhaven liegen die Erhaltungskosten bei etwa 7000 Euro pro Jahr. Das Konzept ließe sich aus meiner Sicht eins zu eins übernehmen“, urteilt Stümer. Anders die SPD. Sie will dem Konzept noch keinen Freibrief erteilen und sich nicht in einen zu engen Zeitrahmen zwängen lassen, „nur damit die Grundstücke am See schnell vermarktet werden können. Wir wollen, dass es Hand und Fuß hat. Der bisher vorgelegte Plan hat das für uns nicht“, sagt SPD-Chef Manfred Mörker. Daher soll auf der nächsten Ausschusssitzung das Landschaftsplanungsbüro Zumholz & Partner ebenfalls ein See-Konzept vorlegen.

Warnung vor zeitlichen Verzögerungen

Bürgermeister Roland Krügel sieht das mit Bauchschmerzen. Das Hamburger Planungsbüro war bei den ersten Planungen für das Viertel „Am See“ entscheidend beteiligt, ist jedoch nicht mehr dabei. „Zumholz hatte einen Plan vorgelegt und gefordert, dass wir das so umsetzen, wie die das wollen, oder sie seien raus“, sagt Krügel. Die Stadt sei aber nicht bereit gewesen, die Planungshoheit abzugeben. „Wir haben daher die Zusammenarbeit mit Zumholz beendet“, sagt Krügel.

Nun wird die Firma auf Druck der SPD wieder zu den Planungstischen zurückgeführt. Die CDU sieht das als kontraproduktiv an. Es sei nicht klar, was die SPD damit bezwecken wolle. Wie das Areal gestaltet werden könne, darüber sei über Jahre diskutiert und beraten und ein vielseitiges Gestaltungsgutachten vorgelegt worden, das eine Vielzahl von Optionen biete.

„Uns war das zuviel Wünsch-dir-was“, konstatiert Mörker. Eine klare Richtungsvorgabe fehle. Vor allem wolle die SPD verhindern, dass im Schnellverfahren Fehler begangen würden, die später teuer korrigiert werden müssten, etwa bei der Verkehrsführung oder ökologischen Instandhaltung der Anlage.

Die Union sieht das alles mit Sorge. Sie fürchtet, dass der Zeitplan nicht mehr eingehalten wird, dass Neubürger im Viertel noch länger als schon jetzt auf das Erholungsgebiet warten müssten. Es sei ein fatales Signal an die Tornescher und Investoren.

Zudem stehe, so Stümer, bald die Kommunalwahl an. Ein neu zusammengesetzter Ausschuss müsste sich wieder mühevoll in das Thema einarbeiten. Auch Krügel warnt vor weiteren zeitlichen Verzögerungen. Denn nicht nur die Kommunalwahl stehe bevor, auch Hans Krohn, der die Planungen im Tornescher Rathaus federführend begleitet hat, gehe dann in den Ruhestand. Ein Nachfolger müsste sich monatelang in das Thema einarbeiten.

Trotz allen Protests setzte die SPD ihre Forderung mit ihren fünf zu drei Stimmen im Ausschuss durch. Heide-Marie Plambeck von der CDU enthielt sich der Stimme.