Pinneberg
Stadtentwicklung

Wasserspiele für den neuen Tornescher See

Foto: Grafik: Stadt Tornesch/Jörn Wagner / HA

Landschaftsplaner stellt im Tornescher Bauausschuss Ideen für Gestaltung des neuen Stadtquartiers vor. Luxuswohnungen sind ein Muss.

Tornesch.  Er ist das Herzstück des Neubaugebietes: Der See für das Tornescher Viertel „Am See“. Seit Jahren erwarten Bürger und mögliche Investoren mit Spannung, was in dem Bereich zwischen Ahrenloher Straße und Kleinem Moorweeg erschaffen werden soll. Nun liegen erste Ideenskizzen vor.

Rund 7500 Quadratmeter Wasserfläche soll der See besitzen. Und er soll sich möglichst selbst mit sauberem Wasser speisen. Daher ist ein Kreislaufsystem mit integrierter, automatischer Wasserreinigung geplant, das mittels eines Hügels als Wasserfilter funktioniert. Anhand dieser Rahmenbedingungen hat sich der Kieler Landschaftsarchitekt Jörn Wagner Gedanken gemacht, wie das See-Areal von landschaftlicher Seite her aussehen könnte.

Exklusive Wohnbereiche unabdingbar für Finanzierung

Mehrere Entwürfe hat er erarbeitet. In seiner Präsentation im Bauausschuss ist am Montagabend aber eines deutlich geworden: Es gibt eine Vielzahl von Ideen, die die Stadt und der Ausschuss umsetzen lassen könnten, um aus dem Viertel ein Vorzeigestück mit Wohlfühlcharakter zu schaffen. Nur: Günstig wird das alles nicht. Das weiß auch Wagner, auch wenn er keine konkreten Zahlen nannte: „Es hängt stark davon ab, was die Stadt von den Ideen am Ende umsetzen will. Das, was ich erarbeitet habe, ist quasi ein Katalog, aus dem das Passende für das endgültige Konzept herausgesucht wird.“

Sein Gestaltungsgutachten sei kein festgezurrter Plan für eine bauliche Umsetzung. Es gehe einzig darum, aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es gebe, um bestimmte Erwartungen an einen Stadtteil mit Naherholungscharakter zu erfüllen. Die Ideen, die Wagner präsentiert, sind ambitioniert, modern, pfiffig – aber auch teils kontrovers.

Wasserspiele findet Wagner gut. Eine nachts beleuchtete Fontäne in der Mitte des Sees, ein stufig gestalteter, zwölf Meter hoher Aussichtshügel mit Nebelanlagen, die bei Dämmerung buntes Licht ausstrahlen, kleine Wasserspiele im Bereich von Seeterrassen, das habe Stil und wirke elegant. Der Aussichtshügel selbst könnte mit Lichtbeton gestaltet werden, sodass auch dieser nachts leuchtet. An Wänden und Sitzmauern könnten literarische Zitate und Ähnliches eingearbeitet werden, um dem Raum auch eine emotionale Tiefe zu geben.

„Auch Fitnessgeräte könnten im Park aufgebaut werden“, sagt Wagner. Zwei Spielplätze würden ebenfalls sinnvoll sein, ebenso die Schaffung von kleinen Ruheoasen.

„Wichtig ist aus meiner Sicht, einerseits eine ruhige, parkähnliche Anlage zu schaffen und auf der anderen Seite einen Erlebnisbereich“, sagt der Landschaftsarchitekt.

Das bedeutet, in östlicher Richtung würde ein klassischer Erholungspark geschaffen. Mit Stauden, Bäumen und Rasenflächen, im Westen beispielsweise Wasserterrassen, die zum Flanieren einladen und für Gastronomie oder Veranstaltungen jeder Art genutzt werden könnten.

Im Nordbereich sieht Wagner es als wichtig an, dass dort exklusive Wohnbereiche geschaffen werden. Denn Luxuswohnungen seien nötig, um das Projekt finanziell tragbar zu machen. Mit dieser Einschätzung steht er nicht allein. Uwe Drost von der D&K Consult GmbH, die eine Vermarktung des Areals an Investoren vorantreiben soll, sieht ebenfalls den Bau von Luxuswohnungen als immens wichtig für das Projekt an. „Das Areal braucht bei Exklusivbauten ein bisschen Fleisch an die Knochen. Sonst ist es für Investoren unattraktiv“, meint Drost. Das Umfeld müsse zudem stimmen. Die Idee des Tornescher Bauausschusses, in jenem Bereich Gastronomie anzubieten, hält er für verkehrt. Das würde exklusives Wohnen dort unmöglich machen.

Politiker wollen nach dem Sommer die Weichen stellen

Wagner sieht das Westufer hierfür als sinnvollere Adresse an. Dort wiederum, so fürchtet die CDU, könnte es zu Konflikten mit Autofahrern kommen. Wagner erkennt das an; die Stadt sollte sich Gedanken machen, wie die Verkehrsführung erfolgen könnte. „Ohne eine Lösung kann es Konfliktpotenzial geben“, so der Landschaftsplaner.

Egal, welche Optionen die Stadt am Ende für sich herauspickt – SPD-Ratsherr Klaus Früchtenicht sieht hohe Kosten auf die Stadt zukommen. Diese würden sich, so Wagner und Drost, aber rechnen, denn hohe Attraktivität locke Investoren an.

„Wichtig ist, dass die Stadt klar und präzise formuliert, was sie will, damit Investoren wissen, woran sie sind“, urteilt Drost. Was die Stadt will, das will der Ausschuss nach dem Sommer diskutieren.