Pinneberg
Halstenbek

Gemeinderat streitet über die Greve-Fläche

Geht es nach der Verwaltung soll auf dem Greve-Areal schon bald etwas passieren, die CDU ist strikt dagegen

Geht es nach der Verwaltung soll auf dem Greve-Areal schon bald etwas passieren, die CDU ist strikt dagegen

Foto: Marvin Mertens

Bürgermeisterin will weitere Zugeständnisse, CDU die Zusammenarbeit mit dem Investor beenden. Beide Anträge sind voraussichtlich nicht mehrheitsfähig

Halstenbek.  Wenn Halstenbeks Gemeindevertreter heute (19 Uhr, Grund- und Gemeinschaftsschule an der Bek) zur Sitzung zusammenkommen, liegen ihnen gleich zwei Anträge zur Greve-Fläche vor. Und die könnten unterschiedlicher nicht sein: Während die Verwaltung für weitere Zugeständnisse an die Hamburger Investorenfamilie plädiert, um am Rande der Wohnmeile endlich Gewerbe ansiedeln zu können, will die CDU das Kapitel Greve schließen. Die Union möchte alle bisherigen Beschlüsse aufheben und das Areal im Extremfall zur landwirtschaftlichen Fläche zurückstufen.

„Für uns ist der Punkt gekommen, an dem das Ganze ein Ende haben muss“, sagt die CDU-Fraktionsvorsitzende Kirsten Sajitz. Die Gemeinde habe lange auf ein positives Signal von Greve gewartet und sehr viel Geduld und Entgegenkommen aufgebracht. Obwohl die acht Hektar große Fläche als reines Gewerbegebiet geplant war, habe die Politik sogar einer Bebauung mit 90 Wohneinheiten zugestimmt. „Im Mai vorigen Jahres wurde eine Einigung erzielt, aber seitdem hat sich vonseiten Greves nichts getan“, kritisiert Sajitz. Angesichts der angespannten Haushaltslage der Gemeinde sei es nun an der Zeit, Alternativen zu den Greve-Flächen zu suchen und dort schnell die Voraussetzungen für eine Gewerbeansiedlung zu schaffen.

CDU schlägt Baumschul-Fläche als Alternative vor

Eine Alternative hat die Union. Sie hat für den nicht öffentlichen Teil der Sitzung einen Antrag eingereicht, Verhandlungen über den Kauf einer Baumschulfläche aufzunehmen. Sie liegt nicht weit von der Greve-Fläche entfernt. „Wir hoffen auf die Zustimmung der anderen Fraktionen“, wirbt Sajitz.

Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann indes wirbt für ihren Weg, der „eine zügige Realisierung der Planungen auf dem Greve-Gelände“ ermöglichen würde, über dessen Bebauung Gemeinde und Investor seit 2004 streiten. Die Verwaltungschefin verweist darauf, dass die Eckpunkte der im Mai 2015 erzielten Einigung mit Greve durch den Gemeinderatsbeschluss vom Juli geändert wurden. Die Reduzierungen bei der Bruttogeschossfläche im Wohnbaubereich und die Festlegungen beim Grüngürtel, der Wohnen und Gewerbe trennen soll, seien für Greve wirtschaftlich nicht zumutbar. „Unsere Fachleute haben das geprüft, wir teilen diese Einschätzung“, so Hoß-Rickmann. Der Investor müsste Wohnungs- und Grundstücksgrößen schaffen, für die kaum Nachfrage besteht.

„Der neue Vorschlag berücksichtigt die Interessen beider Seiten“, so die Bürgermeisterin. Im Falle einer Zustimmung der Politik werde Greve das Gewerbegebiet und ein lebenswertes Wohngebiet realisieren. „Das ist eine gute Lösung für Halstenbek.“

SPD-Fraktionschef Christoph Bittner lobt das Verhandlungsergebnis. Bei einer Realisierung zusammen mit Greve könne die Gemeinde darüber entscheiden, welche Firmen auf dem Areal angesiedelt werden. „Ich bin entsetzt über den Antrag der CDU, der gegen die Interessen der Gemeinde gerichtet ist.“ Auf der von der Union ins Spiel gebrachten Alternativfläche könnten deutlich weniger Firmen angesiedelt werden als auf der Greve-Fläche. Zudem müssten erst noch die planungsrechtlichen Voraussetzung geschaffen werden .„Da werden acht bis zehn Jahre ins Land gehen“, prophezeit Bittner.

Auch für die Grünen hat „die Entwicklung der Greve-Fläche absolute Priorität. Alternativen dazu sehen wir zurzeit keine“, bekräftigt Fraktionschefin Gudrun Gabriel-Schröder. Dennoch werde ihre Fraktion den Verwaltungsvorschlag ablehnen. „Dadurch wird die Grünzone zu stark beschnitten.“ Ihre Fraktion werde auch den CDU-Antrag ablehnen. „Wir wollen dabei bleiben, was der Gemeinderat im Juli beschlossen hat.“ Die FDP steht laut Fraktionschefin Ingrid Vater hinter dem Antrag der Bürgermeisterin, der „einen gangbaren Weg“ darstelle. Doch fehlt ihm wohl die Mehrheit. Die Stimmen von SPD und FDP reichen nicht.