Pinneberg
Greve-Areal

Halstenbek: Elektronikfirma sagt Gemeinde ab

Die Wiese gegenüber Poco Domäne und Küchen Aktuell bleibt zunächst ungenutzt

Die Wiese gegenüber Poco Domäne und Küchen Aktuell bleibt zunächst ungenutzt

Foto: Marvin Mertens

Neuansiedlung auf Greve-Areal am Gewerbering geplatzt. Keine Verständigung mit Investor über gesamte Fläche in Sicht.

Halstenbek.  Der Traum einer Firmenansiedlung auf dem Halstenbeker Greve-Areal ist geplatzt. Eine Elektronikfirma aus der Schweiz, die auf einer Fläche am Gewerbering ihre neue Firmenzentrale errichten wollte, hat der Gemeinde eine Absage erteilt. Und auch der Versuch, sich mit dem Hamburger Investor über ein Gesamtkonzept zur Bebauung des Areals zu einigen, ist offenbar ins Stocken geraten.

Das Unternehmen aus der Elektronikbranche wollte seinen Sitz in die Nähe von Hamburg verlagern. In einem Geheimtreffen im Mai hatten Greve-Vertreter den Kommunalpolitikern die Pläne der Firma erläutert, die am Gewerbering 16 gegenüber Poco Domäne auf einem 16.000 Quadratmeter großen Grundstück einen mehrgeschossigen Lager- und Bürotrakt errichten und 180 Arbeitsplätze schaffen wollte. Der Bauausschuss erteilte daraufhin das gemeindliche Einvernehmen, ein positiver Bauvorbescheid wurde eingeholt. Inzwischen hat sich das Unternehmen offenbar für ein Gelände in Norderstedt entschieden. „Uns ist abgesagt worden“, bestätigt Halstenbeks Bauamtsleiterin Gisela Sinz-König .

Damit bleibt die Fläche zunächst ungenutzt – ebenso wie das übrige 100.000 Quadratmeter große Gelände, das Greve am Rand der Wohnmeile besitzt. Seit 2004 wartet die Gemeinde darauf, dass die brachliegenden Gewerbeflächen besiedelt werden. Pläne, die ein Fachmarktzentrum, Möbel- und Bürohäuser und eine Seniorenresidenz vorsahen, scheiterten. Dann tat sich Jahre nichts, bis Greve 2014 einen neuen Anlauf nahm, jedoch auf einer Teilfläche bis zu 200 Wohnungen forderte.

Mitte Juli dieses Jahres hatte der Gemeinderat der Investorenfamilie ein Kompromissangebot vorgelegt. Es sieht vor, dass Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser entlang des Eidelstedter Weges errichtet werden dürfen, jedoch kein Geschosswohnungsbau. Maximal dürfen 90 Wohneinheiten entstehen. Wohn- und Gewerbebebauung müssen durch einen mindestens 30 Meter breiten Grünstreifen getrennt werden, der zu einem Drittel auf die Gewerbe- und zu zwei Drittel auf die Wohnbaufläche angerechnet werden muss. Greve müsste erst für die Erschließung des Gewerbeareals sorgen, bevor er Wohnungen baut.

Für Gewerbe stehen acht, für Wohnen vier, für die Erschließung 1,5 Hektar zur Verfügung. Eine gemeindeeigene Fläche muss miterschlossen werden. Die Wohneinheiten dürfen eine Bruttogeschossfläche von 11.000 Quadratmetern nicht überschreiten. Mehrere Punkte dieses Angebots, die auf Drängen der CDU beschlossen wurden, stoßen bei Greve auf Ablehnung. Kolportiert wird eine Äußerung von Greve-Statthalter Ralph Knist, wonach Halstenbek an die letzte Stelle der Investitionstätigkeit des Unternehmens rücken werde, wenn die Gemeinde bei ihrer Position bleibt. „Wir werden dem Investor nicht 100 Prozent der Wünsche erfüllen“, sagt CDU-Fraktionschefin Kirsten Sajitz. Sie gehe davon aus, dass die Politiker ihren Beschluss nicht nochmals verändern werden. Bleibe es bei der Haltung von Greve, müsse die Gemeinde anderweitig Flächen für die Ansiedlung von Gewerbe finden.