Pinneberg
Halstenbek

Grünes Licht für neue Firma auf Greve-Fläche

Ein Unternehmen aus der Elektronikbranche reizt der Standort der Greve-Fläche

Ein Unternehmen aus der Elektronikbranche reizt der Standort der Greve-Fläche

Foto: Marvin Mertens

Ansiedlung eines Elektronikunternehmens gestattet. Halstenbek sucht Lösung mit Investor. Idee eines B-Plans ist offenbar vom Tisch.

Halstenbek.  Halstenbek bewegt sich wieder auf die Hamburger Investorenfamilie Greve zu: Der Bauausschuss gab am Dienstagabend in nicht öffentlicher Sitzung grünes Licht für die Ansiedlung eines Unternehmens aus der Elektronikbranche, das 180 Arbeitsplätze schaffen will. Das Bauprojekt am Gewerbering 16 wäre das erste auf der seit mehr als einem Jahrzehnt brachliegenden Greve-Fläche. Und wie am Rande der Sitzung zu hören war, wollen sich die Gemeinde und der Investor bis zum Herbst auf Eckpunkte für das 100.000 Quadratmeter große Gelände verständigen.

Diese sehen vor, dass zwei Drittel der Fläche für die Ansiedlung von kleinen, mittelständischen Gewerbebetrieben verwendet werden. Das letzte Drittel will der Investor für Wohnungsbau nutzen. Entlang des Eidelstedter Weges hatte Greve-Statthalter Ralph Knist zunächst mehr als 200 Wohneinheiten gefordert. Schließlich konnte ihn Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann auf 120 herunterhandeln. Das war einigen Politikern noch zu viel. Inzwischen steht die Zahl von 90 Wohneinheiten im Raum. Entgegen den ersten Pläne sollen vor allem Reihen- und Doppelhäuser entstehen, die von Greve als Mietobjekte angeboten werden. Auf den vorgesehenen Geschosswohnungsbau könnte ganz verzichtet werden. Für diese Pläne, die Greve noch schriftlich bestätigen muss, würde die Gemeinde einen B-Plan aufstellen. Das neue Baugebiet würde vom Eidelstedter Weg aus erschlossen, der bereits in Teilen fertiggestellte Gewerbering ausschließlich von den Firmen genutzt.

Name des Unternehmens ist Politikern noch nicht bekannt

An der Straße kann aller Voraussicht nach demnächst der Neubau für die Elektronikfirma entstehen, deren Ansiedlung Greve den Politikern Anfang Mai in einem Geheimtreffen schmackhaft machte. Nach dem jetzt von der Politik erteilten gemeindlichen Einvernehmen kann der Kreis als zuständige Baubehörde den Vorbescheidsantrag für das Projekt absegnen. Als nächstes könnte der Bauantrag gestellt werden, dessen Genehmigung nur Formsache ist, wenn er nicht in wesentlichen Punkten vom Vorbescheidsantrag abweicht.

Nach wie vor kennen die Kommunalpolitiker nicht den Namen des Unternehmens, das mit seinen 180 Mitarbeitern derzeit in der Schweiz ansässig ist. Dort sind die Lohnkosten deutlich höher als in Deutschland, sodass für die Firma ein Umzug in die Metropolregion Hamburg reizvoll wäre. Allerdings hat das Unternehmen weitere Flächen ins Visier genommen, angeblich auch ein Areal in Norderstedt.

Bei einer Entscheidung für Halstenbek würde sich das Unternehmen auf einem 15.000 bis 16.000 Quadratmeter großen Areal ansiedeln, das gegenüber von Küchen Aktuell und Poco Domäne liegt. Es soll über einen Erbbaurechtsvertrag an die Firma übereignet werden. Das Besondere an der Fläche ist, dass sie auch ohne bestehenden B-Plan verwertet werden kann. So müsste sich der Bau nach Paragraf 34 Baugesetzbuch an die vorhandene Nachbarbebauung anpassen.

Eine erste Darstellung der Außenfassade, die von der Bürgermeisterin in der Sitzung gezeigt wurde, nahmen die Politiker wohlwollend auf. Das Gebäude wird in einen Lager- und einen mehrgeschossigen Bürotrakt unterteilt und etwa zehn bis elf Meter hoch werden. Die Frage nach der Anzahl der notwendigen Stellplätze führte zu einer längeren Diskussion. Letztlich wurde eine Zahl von 70 bis 80 Stellplätzen favorisiert.

Bereits seit elf Jahren wartet die Gemeinde darauf, dass sich auf den riesigen Flächen angrenzend an die Wohnmeile etwas tut. Die von den Grünen eingebrachte und zwischenzeitlich auch von der CDU unterstützte Idee, dass die Gemeinde im Alleingang einen B-Plan für die Greve-Fläche aufstellt, um den Investor unter Druck zu setzen, ist dagegen offenbar vom Tisch. In dieser Variante müsste die Gemeinde zunächst die Erschließungskosten tragen, was nicht finanzierbar wäre.