Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Das sagt die Politik zum Ausgang der Bürgermeisterwahl

Der Grünen-Ortschef Ulf Klüver ist zufrieden mit der Wahl.

Der Grünen-Ortschef Ulf Klüver ist zufrieden mit der Wahl.

Foto: Christopher Herbst

Henstedt-Ulzburger CDU ist enttäuscht über Ausgang der Bürgermeisterwahl. Grüne sprechen dagegen von „tollem Erfolg“.

Henstedt-Ulzburg.  Bei den Christdemokraten werden am Tag nach der Bürgermeisterwahl die Wunden geleckt. Holger Diehr, gemeinsamer Kandidat von CDU, BfB und FDP, hat sich nach seiner Niederlage bereits wieder aus Henstedt-Ulzburg verabschiedet. „Wir haben das Ergebnis so nicht erwartet“, sagt Margitta Neumann, Ortsvorsitzende der Partei. „Es ist ein harter Schlag für uns und auch enttäuschend für Holger Diehr. Er hat gebrannt, hatte Ideen.“ Sie befürchtet eine „lange Phase, in der wenig passiert“, weil sich die neue Bürgermeisterin einarbeiten müsse.

So steht die Politik zur Bürgermeisterwahl von Ulrike Schmidt

Der CDU-Landtagsabgeordnete Ole-Christopher Plambeck hatte Ende 2019 den Kontakt zu Diehr hergestellt. Warum es nicht gereicht hat? „Frau Schmidt hat als Person überzeugt, das muss man anerkennen. Oft hat man gehört: Eine Frau wäre auch gut. Unser Ziel war es, jemanden aufzustellen, der sofort loslegen kann. Das war unser Angebot – die Bevölkerung hat es nicht angenommen.“

Auch die Wählergemeinschaft BfB (Bürger für Bürger) hatte für Diehr geworben. „Als Herr Diehr einstieg, wusste er, dass Ulrike Schmidt zwei Monate länger Wahlkampf gemacht hatte“, so Jens Iversen, der Fraktionsvorsitzende. „Ich wünsche Frau Schmidt alles Gute – auch aus eigenem Interesse, denn wir brauchen eine vernünftige Rathaus-Führung. Ich habe immer gesagt, dass es zwei gute Kandidaten gibt. Einer war aus unserer Sicht besser, aber Frau Schmidt ist auch respektabel.“

FDP-Vorsitzender unterstellt "Frauen-Bonus"

Jan Schupp, Vorsitzender der FDP, spricht von einem „Frauen-Bonus“, nennt zudem den zeitlichen Vorsprung. „Ulrike Schmidt hat sich sehr fleißig an den Haustüren vorgestellt. Ich hoffe, dass sie die Verwaltungspraxis schnell lernt. Ich traue ihr das zu.“

Die Grünen sind zufrieden mit dem Ausgang. Ulf Klüver, Ortsvorsitzender der Partei, sagt, es sei „ein toller Erfolg für Henstedt-Ulzburg“. Im Wahlkampf hatte sich der Ortsverband bewusst neutral verhalten, aber jetzt bekennt Klüver: „Ich habe mir gewünscht, dass sie gewinnt. Es gibt Gemeinsamkeiten, was grüne Komponenten betrifft. Ich bin recht positiv gestimmt.“ In Richtung der CDU sagt er, diese habe „aus der letzten Kommunalwahl nicht dazugelernt“.

WHU-Fraktionschefin: Diehrs Leichtfüßigkeit war nicht zielführend

Karin Honerlah, die Fraktionschefin der WHU, hatte zunächst Diehr unterstützt, ihre Meinung dann geändert. „Die Bürger haben eine klare Entscheidung getroffen. Es war offensichtlich auch die richtige persönliche Ansprache, die Frau Schmidt getroffen hat. Die Leichtfüßigkeit von Herrn Diehr war nicht so zielführend.“ Sie fügt aber auch hinzu: „Wir stellen uns darauf ein, mit ihr kleine Schritte zu machen.“

Die SPD erwartet, dass auch die unterlegenen Fraktionen einen Schritt auf die neue Bürgermeisterin zu gehen. „Wir müssen uns mal zusammenraufen. Wenn es eine neue Bürgermeisterin gibt, dann gibt es keinen Stillstand. Die Verwaltung arbeitet ja weiter“, so Horst Ostwald, Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten.