Norderstedt
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Vereine und Schule wollen Sporthalle nutzen

Am Exerzierplatz wird für über acht Millionen Euro die neue Dreifeldhalle samt Dojo gebaut. Die Fertigstellung ist für Ende 2020 vorgesehen.

Am Exerzierplatz wird für über acht Millionen Euro die neue Dreifeldhalle samt Dojo gebaut. Die Fertigstellung ist für Ende 2020 vorgesehen.

Foto: Christopher Herbst

Eltern der Grundschule Falkenberg beklagen schlechte Bedingungen im Sportunterricht. Sie hoffen auf Besserung durch neue Sporthalle.

Norderstedt. Die Eltern der 194 Schüler der Grundschule Falkenberg sind sauer – denn ihre Kinder haben so gut wie keinen Sportunterricht mehr. „Dreimal 45 Minuten sollen es in der Woche sein“, sagt Alexander Grandt, Vorsitzender des Elternbeirats, „Faktisch sind das nur dreimal 15 Minuten.“ Denn die Schule hat derzeit keine Sporthalle, die Kinder müssen zu Fuß etwa 500 Meter zur Halle Fadens Tannen gehen – Zeit, die den Lehrern für den Unterricht fehlt. Erstklässler bleiben sogar gleich in der Aula.

Die Lösung für diesen unsportlichen Zustand ist seit wenigen Wochen in Bau, und das nur einige Meter entfernt. Am Exerzierplatz entsteht eine neue Dreifeld-Sporthalle mit einem Kampfsport-Dojo, das Projekt kostet die Stadt über acht Millionen Euro, die Eröffnung ist für Ende dieses Jahres vorgesehen. Doch nicht nur die Grundschule Falkenberg sehnt die Eröffnung der Halle herbei. Auch die Norderstedter Vereine können es kaum erwarten. Während die Halle derzeit Stein um Stein nach oben wächst, tobt nun also der Verteilungskampf um die raren Hallenzeiten.

Der Neubau weckt Begehrlichkeiten

Die Eltern der Grundschule erwarten, dass ihre Kinder künftig in der Halle zwischen acht und zwölf Uhr wieder angemessen unterrichtet werden. Grandt: „Es sollte so geplant werden, dass für die Grundschule ein Vorteil entsteht. Es müssen ja nicht alle drei Felder sein, es reicht ein Feld. Aber die Schule hat dazu eine Anfrage bei der Stadt gestellt und nur eine schwammige Antwort bekommen.“ In den Planungsunterlagen aus dem Jahr 2015 heißt es noch, es werde eine Mehrzweckhalle für die Grundschule Falkenberg gebaut. Später ist diese Formulierung nicht mehr in dieser Deutlichkeit zu finden. Grandt: „Wir stellen fest: Es ist jetzt alles anders.“

Die Norderstedter Sportvereine hingegen beklagen seit Jahren ein Defizit an Hallen, haben als Interessengemeinschaft vehement und letztlich erfolgreich Lobbyarbeit betrieben, um die Politik von der Notwendigkeit neuer Sportstätten zu überzeugen. Der Hallenneubau in unmittelbarer Nachbarschaft zur Anlage von TuRa Harksheide weckt bei Norderstedts größtem Club natürlich Begehrlichkeiten – genauso wie auch beispielsweise beim Norderstedter SV.

Vorschlag: Die Schule kann ein Drittel der Halle nutzen

Ursprünglich, erinnert sich die TuRa-Vorsitzende Andrea Mordhorst, habe man mit der Grundschule Kontakt aufgenommen, damals ging es aber noch um eine kleine Halle. „Für uns ist es normal, dass die Schule mit reinkommt“, sagt sie. Und Geschäftsführer Tobias Claßen geht ins Detail. „Vormittags haben wir unseren Reha- und Gesundheitssport. Ich habe der Verwaltung und dem Ausschuss für Schule und Sport mitgeteilt, dass wir vorschlagen: Die Schule kann ein Drittel der Halle nutzen.“ TuRa käme es entgegen, wenn die Schüler nicht mehr in der Halle Fadens Tannen Sportunterricht abhalten. Der Verein würde hier gerne seine Cheerleader trainieren lassen, die dafür seit 2016 bis nach Rellingen fahren müssen.

Claßen möchte, dass Vereine und Schulen in gemeinsamer Runde über die Belegungsplanung sprechen. „Ich rege einen runden Tisch an. Alle haben Ansprüche auf die Halle.“ Er nennt ein Beispiel: „Unsere Basketballabteilung, in der wir einen festangestellten Trainer haben, ist auf drei Hallen verteilt.“

Am 29. Januar wird der Bericht zur Sportstättenplanung vorgestellt

Der Stadt Norderstedt ist das Gerangel um Hallenzeiten und die Brisanz der Lage bewusst. Der zuständige Fachbereich habe die Planung für die Hallenzeiten 2021 noch nicht abgeschlossen, sagt Bernd-Olaf Struppek, Sprecher der Verwaltung. „Noch ist offen, wie die Dreifeldhalle künftig im Detail genutzt wird. Aber es ist klar, dass die Vereine vorrangig behandelt werden – das war auch das politische Ziel. Aber wir werden versuchen, der Falkenbergschule im Vormittagsbereich Zeiten einzuräumen.“

Geht es hingegen nach Marc Muckelberg (Grüne), dem Vorsitzenden des Ausschusses für Schule und Sport, muss sich die Grundschule Falkenberg keine Sorgen machen. „Es ist selbstverständlich, dass die Schule zuerst kommt und dann die Vereine. Es geht vorrangig um die Ausbildung der Kinder. Gerne auch in Kooperation mit den Vereinen, wenn man sich die Nachmittagsbetreuung durch die BEB anguckt.“

Die Sitzung des Gremiums am 29. Januar (18.30 Uhr, Rathaus) dürfte für Sportvereine und Schulen gleichermaßen interessant sein. Vorgestellt wird der Bericht zur Sportstättenleitplanung – die Clubs waren hierzu im letzten Jahr mit Blick auf Ist-Zustand und Bedarf befragt worden, das beauftragte Fachbüro präsentiert jetzt die Ergebnisse.