Norderstedt
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Sportvereine befragen die Kommunalpolitik

Ein Basketball liegt in einer Sporthalle

Ein Basketball liegt in einer Sporthalle

Foto: Mascha Brichta / picture alliance / dpa Themendie

Vor der Kommunalwahl: Themenkatalog der Sportler umfasst neue Sporthallen für Norderstedt, die Inklusion und den Schulsport.

Norderstedt.  Durch ihren Zusammenschluss als Interessengemeinschaft sind die Sportvereine 1. SC Norderstedt, Glashütter SV, Norderstedter SV, TuRa Harksheide und SV Friedrichsgabe in den letzten Jahren zu einem zunehmend einflussreichen Akteur geworden. Vor der Kommunalwahl haben die Clubs den hiesigen Parteien und Wählergemeinschaften einen Fragenkatalog vorgelegt – auch, um die Politik zu sensibilisieren. Von AfD, Linke und WiN gab es keine Antworten – dafür aber von CDU, SPD, Grüne, FDP, Freien Wählern und der neuen Unabhängigen Wählergemeinschaft.

Die Aussagen wurden nun veröffentlicht. Etwa zum neuen Sportstättenentwicklungsplan. Der Auftrag hierzu wurde kürzlich extern vergeben. Wie wichtig es sei, die Vereine einzubinden? „Es geht zu einem großen Teil um den Vereinssport“, sagt die SPD. Aber: Es gehe auch um Individualsport. Die CDU betont, ohne Vereine sei der Plan Makulatur, ähnlich äußern sich auch FDP, Freie Wähler und UWN. Die Grünen verweisen darauf: „70 Prozent der Einwohner sind nicht in einem Sportverein organisiert.“

Um mehr Sportstätten zu schaffen, schlagen die Freien Wähler einen Sonderfonds vor. Für die FDP müsse in jedem der vier Stadtteile eine neue Dreifeldhalle gebaut werden, CDU und SPD verweisen auf die anstehende Entwicklungsplanung. Die Grünen sagen: „Es gebe keinen Notstand in Sachen Sportstätten, es gibt auch keinen erheblichen Investitionsstau.“ Für 2018/2019 seien über 7 Millionen Euro bereitgestellt.

Ein zentrales Thema: Inklusion. Im Prinzip sagen alle zu, gegebenenfalls in die Barrierefreiheit von Sportanlagen zu investieren, die Grünen bekennen sich auch zum Erhalt des Lehrschwimmbeckens in Friedrichsgabe. Die UWN schlägt ein Stiftungsmodell vor, um inklusive Sportgruppen zu fördern. Bei der schulischen Ganztagsbetreuung, die zum Teil auch als Gefahr für den organisierten Sport gesehen wird, finden bereits zahlreiche Kooperationen zwischen den Vereinen und der städtischen BEB (Bildung-Erziehung-Betreuung) statt. Ob dieses erweitert werden könnte, sodass die Clubs auch die Trägerschaft übernehmen teilweise? CDU und Freie Wähler können sich das vorstellen, die Grünen nicht, die anderen halten sich das offen.

Einen Vorschlag, die Schulsportanlagen in den Ferien grundsätzlich für Vereine offen zu halten, begrüßen alle mehr oder weniger. Ob das Sportamt einen zusätzlichen „Sportmanager“ braucht? Nicht ausgeschlossen, aber eher Theorie momentan. Zurückhaltend wird kommentiert, ob städtische Aufgaben auch an Vereine übertragen werden könnten – etwa die Vergabe von Hallenzeiten.