Norderstedt
Marketing

Bürgermeisterin beendet Diskussion um Norderstedts Stadtlogo

Alles neu auf der Homepage der Stadt – inklusive Logo: Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder und Andreas Walter (Agentur Marktrausch).

Alles neu auf der Homepage der Stadt – inklusive Logo: Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder und Andreas Walter (Agentur Marktrausch).

Foto: Andreas Burgmayer

Elke Christina Roeder hat das neu designte Logo und den neuen Leitspruch für Norderstedt vorgestellt.

Norderstedt.  Mit der Präsentation des neuen Internet-Auftrittes der Stadt Norderstedt am Dienstag hat Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder die in der politischen Sommerpause aufgeblühte Diskussion um ein neues Stadtlogo faktisch beendet. Norderstedt ist jetzt nicht mehr „die Idee voraus“ (altes Logo), sondern ein Norderstedt, das „Zusammen. Zukunft. Leben.“ will.

„Wir freuen uns im Rathaus, dass wir jetzt dem Bürger endlich eine moderne, zeitgemäße Internetpräsenz anbieten können“, sagte Roeder. „Dass wir in diesem Zusammenhang auch das Logo der Stadt verändert haben, war praktisch Beifang. Das alte Logo ist zum Beispiel nicht App-fähig, es lässt sich nicht für die technischen Herausforderungen nutzen, denen wir uns als Stadt stellen müssen.“

60.000 Euro für die neue Stadtmarke Norderstedts

Als das neue Logo publik wurde, hatte das eine Welle der Kritik bei den Bürgern ausgelöst. Die Kommunalpolitik ging daraufhin aus dem Sattel, kritisierte die Veränderung als „Alleingang der Verwaltung“ mit „Geheimniskrämerei“ (Tobias Mährlein, FDP), sah im neuen Logo eine „nicht gelungene Radikalkur mit leeren Worthülsen“ (Peter Holle, CDU), befand, dass es „nicht ins Auge steche und den Bürger nicht berühre“ (Katrin Fedrowitz, SPD). Schließlich einigte man sich hinter der Forderung an OB Roeder, doch alles noch mal zu überdenken und eine Bürgerbeteiligung zur Findung eines allseits akzeptierten Entwurfes ins Leben zu rufen.

Die Enttäuschung über diese Diskussion ist OB Roeder am Dienstag anzumerken. Sie bezeichnet sie als „Sommerlochthema“ und in Teilen von Kräften einer „gewissen Partei“ befeuert (womit sie die CDU meinte). Enttäuscht ist Roeder deshalb, weil sie die immense Leistung und Arbeit ihrer Mitarbeiter nicht gewürdigt sieht, die seit 2016 an der Umgestaltung der Internetpräsenz und an einer komplett neuen Corporate Identity für das Rathaus gearbeitet hätten. Etwa 60.000 Euro wurden investiert. „Das alles am Ende auf eine Diskussion über ein Logo zu reduzieren, finde ich traurig“, sagt Roeder.

Viel mehr als nur ein Relaunch von norderstedt.de

Es gehe um viel mehr bei dem Relaunch von norderstedt.de. Nämlich um Werte und Inhalte, denen sich die Verwaltung verpflichtet sehe und die sie leben wolle. „Es geht hier nicht um ein Logo. Es geht um die Entwicklung einer Marke, einer Identität für das Rathaus“, sagte Roeder.

An die Politik gerichtet erinnerte sie daran, dass sie den 2016 unter ihrem Vorgänger Hans-Joachim Grote begonnenen Prozess nur übernommen und dass die Politik bereits damals eine Präsentation des Konzeptes der beauftragten Kieler Agentur Marktrausch gezeigt bekommen habe. „Im Januar 2019 gab es eine weitere Präsentation, und da gab es keine Kritik, im Gegenteil“, sagte Roeder. „Und dann lässt man die Arbeitsgruppe sieben Monate lang weiterarbeiten und stellt dann plötzlich alles infrage und fordert eine Bürgerbeteiligung!“

Oberbürgermeisterin Roeder: "Es allen recht zu machen, funktioniert nicht"

Für Roeder ist das Logo der Stadt zweitrangig. „Dinge verändern sich, Geschmäcker sind verschieden. Es allen recht zu machen, funktioniert nicht.“ Viel wichtiger ist der Verwaltungschefin, die Werte des neuen Logos ganz konkret in der täglichen Arbeit im Rathaus mit Leben zu füllen. „Zusammen.Zukunft.Leben“ sollen keine Worthülsen, sondern Dienstanweisungen sein. „Dazu werden wir intern auch noch alle Prozesse überprüfen“, sagt Roeder.

Agentur erklärt die Idee hinter dem neuen Leitspruch

Andreas Walter von der Agentur Marktrausch hat die Werte mit dem Rathaus erarbeitet. „Es ging hier um eine Markenentwicklung. Die braucht Substanz, schaut also darauf, was da ist, gibt aber auch eine Vision und ein Leitbild vor.“ Die Substanz, das sei eine junge und erfolgreiche Stadt, die weit mehr als eine Trabantenstadt im Hamburger Norden ist und viel Innovation, wirtschaftliche Stärke und Lebensqualität biete.

Die Vision beschreibe nun, wie das Rathaus und die Bürger diese Substanz weiterentwickeln wollen. Nämlich zusammen: „Übersetzt auf die Verwaltung heißt das: Die Mitarbeiter im Rathaus sehen sich als Dienstleister für den Bürger, sind auf Augenhöhe mit ihm und reagieren auch auf die fünfte Nachfrage nicht patzig“, sagt Walter.

Der Begriff Zukunft erinnere daran, dass die Verwaltung im ständigen Veränderungsprozess bleibe. „Zum Beispiel die Homepage an aktuelle technische Herausforderungen anpasst und laufend weiterentwickelt“, sagt Walter. Schließlich stehe das Leben für die Vielfältigkeit der Angebote Norderstedts für seine Bürger. Auch hier stehe die ständige Weiterentwicklung im Dialog mit dem Bürger als Vision.

Roeder hat schon als Müllwerkerin hospitiert

Es wird die Herausforderung für Oberbürgermeisterin Roeder sein, den Worten Taten folgen zu lassen. Sie tut das, in dem sie derzeit durch alle Bereiche der Stadtverwaltung als Hospitantin wandert, um den Arbeitsalltag der Kollegen genau kennenzulernen.

Sie war schon Müllwerkerin und Einwohnermeldeamtsbeamtin. „Und ich bekomme da viel besser mit, was genau die Kollegen brauchen, um unsere Werte zu leben“, sagt Roeder. „Dass Mitarbeiter mal einen schlechten Tag haben und unfreundlich sind, passiert – ist aber die Ausnahme. Die meisten leben die Werte schon und sind zuvorkommend zu den Bürgerinnen und Bürger und zügig in der Bearbeitung der Wünsche.“