Norderstedt
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Ein Schutzraum – aber nur für 1200 Menschen

Hinter dieser Tür in der Tiefgarage unterm Rathaus befindet sich der ehemalige Schutzraum.

Hinter dieser Tür in der Tiefgarage unterm Rathaus befindet sich der ehemalige Schutzraum.

Foto: Büh, Florian (www.RTVP.de)

Serie: Am Sonnabend, 13. Oktober, findet der 1. Norderstedter Katastrophenschutztag statt. Heute: Ein bunker aus dem Kalten Krieg.

Norderstedt.  Beim ersten Norderstedter Katastrophenschutztag am 13. Oktober zeigen Stadt und Hilfsorganisationen im Feuerwehrtechnischen Zentrum, wie sie im Ernstfall helfen können. Das Abendblatt berichtet bis Sonnabend in einer Serie über Wissenswertes rund um den Katastrophenschutz – heute: der Schutzraum unter dem Rathaus.

Dort baute die Stadt Norderstedt in Zeiten des Kalten Krieges einen Schutzraum, der 1984 fertiggestellt wurde – heute ist er eine Tiefgarage für Autos. 1200 Menschen hätten in dem Schutzraum im Notfall Platz gefunden – aber was hätten die anderen, heute rund 80.000, Einwohner der Stadt getan? 2011 wurden deshalb die Schutzraum-Pläne zu den Akten gelegt: „Die Kosten für die Vorhaltung einer solchen Anlage sind in der heutigen Zeit nicht mehr gerechtfertigt“, sagt Stefanie Damm, stellvertretende Leiterin des Amtes für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz.

Wer heute mit offenen Augen durch das Rathaus und die Tiefgarage (Zufahrt Rathausallee, Heidbergstraße) geht, findet noch Relikte aus der alten (Schutz-)Zeit: So manche Tür ist noch als Schutztür zu erkennen, Rohre einer besonderen Belüftungsanlage hängen bis heute – nun ungenutzt – an der tiefen Decke. Einige besondere Dinge sind in verschlossenen Räumen vorhanden. Damm: „Das meiste ist jedoch abgebaut worden. Ohne Weiteres wäre die Mehrzweckanlage nicht mehr reaktivierbar. Heutzutage bereiten wir uns auf andere Gefahren vor und bitten die Bürger, zu Hause zu bleiben und auf das zu hören, was wir im Notfall ansagen“, betont Damm. Einzig das Stromaggregat ist noch aktiv und kann Teile des Rathauses mit Strom versorgen.

Wie man selbst vorsorgen sollte, können die Bürger beim Katastrophenschutztag am Sonnabend von 10 bis 17 Uhr am Feuerwehrtechnischen Zentrum erfahren.

Morgen geht es in unserer Serie um das Thema Sirenen