Lüneburger Heide

Coronakrise: Tourismusverband entwickelt sichere Angebote

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Mit der Pferdekutsche unterwegs in Zeiten von Corona – dafür werden aktuell  Konzepte entwickelt.

Mit der Pferdekutsche unterwegs in Zeiten von Corona – dafür werden aktuell Konzepte entwickelt.

Foto: Christian Wyrwa / HA

Lüneburger Heide hofft auf das „Wiederhochfahren“. Anbieter bereiten sich auf die Rückkehr der Gäste vor.

Lüneburg.  Die Tourismusgesellschaft Lüneburger Heide GmbH untersucht in einem aktuellen Projekt die Anforderungen, die für einen Neustart des Tourismus in Coronazeiten notwendig wären. „Wir gehen die gesamte Customer Journey durch, also alle Kontaktpunkte, die ein Kunde bei uns haben kann“, sagt Lüneburger Heide Geschäftsführer Ulrich von dem Bruch. Zusammen mit den Kollegen der touristischen Landkreis- und Städteorganisationen werden dann Maßnahmen erarbeitet, wie man die Sicherheit der Gäste gewährleisten kann.

Der Tourismus ist ein sehr starker Wirtschaftsfaktor in der Region und lebt durch das breite Angebot der Akteure, die es zu unterstützen gilt: Vom Ferienwohnungsbetreiber, Hotelier und Gastronomen, bis zu Anbietern von Familien-, Gesundheits- und Freizeitangeboten, Kutschunternehmen, Freizeitparks, Reiterhöfen und so vielen mehr. Von der Anreise, über den Bezug der Unterkunft, mögliche Ausflüge, Stadtführungen, Restaurantbesuche, oder Naturerlebnisse, überall prüfen die Touristiker, ob und wie die aktuellen Vorschriften eingehalten werden können. Das kann sich in Ferienwohnungen ganz anders darstellen, als in einem Hotel.

Die Heide hofft auf das „Wiederhochfahren“

Mit den derzeit in Arbeit befindlichen konstruktiven und differenzierten Lösungsvorschlägen für ein verantwortungsvolles „Wiederhochfahren“ soll dem Tourismus eine Stimme gegeben werden, die in Richtung Entscheidungsträgern in den Ministerien des Landes und Bundes spricht. Dies auch vor dem Hintergrund, dass in diesem Jahr absehbar viele der Urlaubsreisenden, die sich bislang ins europäische Ausland aufgemacht haben, in Deutschland ihre Ferien verbringen werden.

„Die Politik braucht konkrete Informationen aus unserer Branche, um eine gute Entscheidungsgrundlage zu haben“, sagt Ulrich von dem Bruch. Dabei gehen die Touristiker sehr behutsam vor, denn die Gesundheit soll an erster Stelle stehen, Tourismus um jeden Preis vermieden werden. Das Ziel, der Politik eine neutrale Grundlage zur differenzierten Bewertung der Chancen und Risiken im Tourismus zu geben, sei aber notwendig, darin sind sich alle Heidetouristiker einig. Man denke dort zu pauschal und die Unterschiede der einzelnen Leistungsträger müssen transparent werden, so von dem Bruch.

Coronakrise trifft den Tourismus in einer Boomphase

Der massive Einbruch in der Tourismusbranche wird sich auch auf die Übernachtungszahlen in der Lüneburger Heide auswirken. Das traditionell starke Frühjahrsgeschäft hat es in diesem Jahr nicht gegeben und in wieweit die Heideblüte in diesem Jahr Gäste anlocken wird, kann noch nicht vorausgesagt werden. Zumal das traditionelle Heideblütenfest mit Königinnen-Wahl in Amelinghausen, ein zentraler Publikumsmagnet, gerade abgesagt worden ist.

Die Coronakrise trifft den Tourismus in der Lüneburger Heide in einer echten Boomphase. Sowohl 2018 als auch 2019 meldeten die Betriebe Rekordzahlen bei Buchungen und Übernachtungen. Rund sechs Millionen Touristen besuchten die Heide, die zu den beliebtesten Fremdenverkehrsregionen Deutschlands gehört, nicht zu letzt aufgrund des vielfältigen Angebots. Und Wanderungen sowie Radtouren sind dort auch in Coronazeiten problemlos möglich. Insgesamt bietet der Tourismus inzwischen gut 4500 Frauen und Männern einen Arbeitsplatz. „Damit ist er ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Landkreis“, sagt Harburgs Landrat Rainer Rempe.

  • Die Lüneburger Heide ist keine natürliche Landschaft sondern durch den Eingriff von Menschen entstanden. Vielfach wird gesagt, es sei der große Holzbedarf der Salzsieder in Lüneburg gewesen, der die Wälder in der Region verschwinden und die lila Flächen entstehen ließ. Das lässt sich wissenschaftlich allerdings nicht belegen. Vielmehr gibt es Hinweise, dass die Wälder schon durch Überweidung in der Jungsteinzeit verschwunden sind. Damit die Heide nicht wieder verschwindet, wir sie heute intensiv gepflegt und mit Heidschnuckenherden beweidet.
  • Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide mit Kern um den Wilseder Berg wurde schon 1921 gegründet und stellt zusammen mit den offenen Heideflächen der großen Truppenübungsplätze Munster Nord und Süd sowie dem Truppenübungsplatz Bergen die größten zusammenhängenden Heideflächen Mitteleuropas dar.
( HA )